Rasenfunk Royal 21/22 – Euer Input zu Wolfsburg

Zwischen dem 16. und 24.Mai nehme ich den Rasenfunk Royal mit je einem Gast pro Verein auf.

Wie immer freuen die Gäste und ich uns über Input von euch zu den einzelnen Vereinen. Jeder Gast kann fünf Aspekte mitbringen, über die er oder sie sprechen möchte. Wenn ihr mögt, dann nennt hier doch eure Aspekte oder stellt gerne Fragen, die euch interessieren.
Ich würde diese Form vorschlagen:

Stichwort
Erklärender Absatz dazu. Warum ist das wichtig, wie schätzt ihr das ein.

Stichwort 2
Erklärung dazu. Die Fettung könnt ihr übrigens mit zwei Sternchen vor und nach dem Wort machen oder über das Formatierungsmenü.

Dieses Jahr bekommen alle Gäste wieder eine Frage, die sie beantworten müssen. Das ist manchmal etwas knifflig, auch hier freuen sie sich bestimmt über eure Ideen.

Die Frage lautet:
Welches Kleidungsstück wäre die Saison des von dir besprochenen Vereins?

Wie immer werde ich hier schreiben, wenn die Aufnahme im Kasten ist.

Danke euch schon jetzt für eure Mithilfe!

Ich blende den kompletten Abschnitt zur Zeit von Mark van Bommel aus.

Defensive Grundausrichtung (oder wie wird man schlau aus Florian Kohfeldt?)

Unter den Fans ist neben der allgemeinen Diskussion um den Trainer Florian Kohfeldt ein vermeindlicher Randaspekt ein ganz großes Thema. Nämlich die 3er oder die 4er Kette.

Es gibt einige die behaupten, dass wie in einem Naturgesetz, in Wolfsburg einfach keine 3er/5er Kette funktionieren würde. Auch schon Glarner hatte in seiner Anfangszeit die 3er Kette ausprobiert und ist dann erst umgeschwenkt (so munkeln Fans und Presse) als das Team sich gegen diese Defensiv-Form ausgesprochen hatte, die nicht nur Jerome Roussillon seinerzeit die alte Stärke genommen hatte.
Interessanterweise wird genau das gleiche, nur andersrum in Frankfurt berichtet:

Kleiner Zeitsprung zurück zu den ersten Tagen von Florian Kohfeldt in Wolfsburg die in 3 zum Teil überraschenden Siegen endeten:

Florian Kohfeldt erklärte, dass er mit allen Spielern zum Antritt gesprochen habe und auch darüber wo sie sich am liebsten sehen und ihre Stärken am ehesten sahen.
Prompt spielte man in der Dreierkette und gewann unteranderem auch in Leverkusen 2:0. Das verwunderte weitgehend und ging nach der oben beschriebenen Logik nicht zusammen.

Das Thema zieht sich jedoch über die komplette Zeit seit FloKoh in Wolfsburg Trainer ist. So manche Niederlage die man kassierte, sei einzig und alleine an dieser Thematik aufzuhängen. Da seien Abstände und Abläufe ungewohnt, so dass man sich dann durch so manchen dummen Fehler in der Abwehr Gegentore einfing die zu Punktverlusten führten oder zu unnötigen Platzverweisen bei Maxence Lacroix.

Nun glaube ich persönlich nicht an irgendwelche Naturgesetze, nach denen man in einer Stadt nur ein System spielen könnte oder dergleichen. Letztlich ist es meiner Meinung nach ein Thema der Einstudiertheit und Offenheit das zu spielen.
Auch glaube ich, dass wenn sich die Mannschaft mit dieser Grundordnung unwohl gefühlt hätte, man auch auf FloKoh zugegangen wäre und nicht nur damals auf Oliver Glasner.

Aber zugegeben, in den Spielen in denen man mit einer 4er Kette spielte, sah es meist defensiv stabiler aus (1:0 gegen Union, 1:1 gegen Stuttgart (Gegentor erst nach Umstellung auf 3erKette), 1:0 in Köln). Jedoch war all diesen Spielen eins gemein, man konnte wenig überzeugende offensive Akzente setzen. Dem entgegen steht lediglich das 5:0 gegen Mainz, dass aber auch gegen 10 Mann zu bestreiten war.

Verwunderlich war den Diskutanten dann die Pressekonferenz vor Köln, hier sprach Florian Kohfeldt plötzlich davon, dass die 4er-Kette seine präferierte Formation sei, aber man sich beides immer offen halten würde. Diese Aussage passt nun wieder nicht ins Weltbild und in die Logik des angeblich unverbesserlichen Kohfeldt der aus blinder Überzeugung und wider besseren Wissens angeblich dogmatisch an „seiner“ 3er-Kette festhalten würde.

Am Ende glaube ich persönlich, dass das Thema der Kette, massiv überstrapaziert wird. Es ist aber ein Spiegelbild dessen, wie Florian Kohfeldt nicht nur in Wolfsburg wahrgenommen wird. Es ist ein großes Mysterium, ist der Jahrgangsbeste seines Trainerlehrgangs wirklich so gut wie die Auszeichnung vermuten lässt? Ist er am Ende nur ein Blender, der gut reden und analysieren kann, aber sonst kein Team führen kann oder Inhalte im ausreichenden Maße vermitteln kann? Hat er wirklich die Fähigkeit einen Gegner zu analysieren und richtige Schlüsse aus dessen Spielweise zu ziehen um die eigenen Stärken dagegen zu setzen? Oder gar dies während des Spiels dynamisch anzupassen?

Fragen über Fragen, man weiß es irgendwie nicht und ich glaube in Bremen war es auch schon ähnlich.

Nun wird er die kommende Saison offenbar tatsächlich bekommen, mit einem Kader, der weitaus stärker sein dürfte, als der zu Zeiten von Werder Bremens Abstieg-Saison. Auch wenn hier noch ein mittelschwerer Umbruch zu erwarten ist.

Es wird sich zeigen und Florian Kohfeldt ist früh dazu verdammt gute Ergebnisse zu liefern, sonst wird es auch im beschaulichen und kleinen Wolfsburg ungemütlich wenn die Fans auch unter der Woche im Werk am Band anfangen zu fluchen und der VfL wieder den Anschein machen dürfte eine schwierige Saison vor sich zu haben.

Kleidungsstück:

Neoprenanzug!
Teuer in der Anschaffung, kompliziert anzuziehen, zwickt schnell hier und da wenn man es falsch gemacht hat, sehr empfindliches Material, falsche Anwendung kann schnell Risse verursachen und nur wenige Leute haben dafür Verwendung.
Zudem fühlt man sich als Fan des VfL außerhalb Niedersachsens mit einem Trikot in etwa so, als wenn man in der Fußgängerzone einen Neoprenanzug trägt mit einer persönlich beleidigenden Aufschrift.

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Danke an die lesenswerten Kommentare Svolvaer, danke für die Begleitung durch die Saison Max.

Rückblick Mai 2021: In starker Rückrunde die CL erreicht mit einer arbeitenden, eingespielten, selbstbewussten Truppe. Kein schöner Fussball, chancenarme Spiele. Aber die Mannschaft agiert als Einheit. Dennoch hakt es mit dem Trainer, also sich getrennt. Unerfahrenen Trainer geholt, viel Geld ausgegeben, ich war guter Dinge.
Mai 2022: puuh was ein Jahr. Katerjahr. Die letzte Saison im Mittelfeld der Tabelle ist lange her. Eigentlich gäbe es ganz viel zu besprechen. Das Kapitel van Bommel (Auswahl, Höhenflug, Absturz, Kommunikation). Kohfeldt.
Um zu versuchen, nicht der Nacherzählung des Saisonverlauf zu erliegen, hier drei Thesen für den Misserfolg:
I. Saison im Sommer verhauen oder geht Erfolg nur über Kilometer und Sprints?
II. Psyche im Misserfolg oder mit Achsenbruch kommst du nicht weit
III. Svolvaer liegt richtig, aber auch falsch: Die 3er-Kette ist das falsche System gewesen

I.
Die Mannschaft war nicht fit. Letzter Platz in Laufleistung, Absturz in Sprints (?).
Das Problem wurde dann noch weiter verschärft durch die Mehrfachbelastung. Und war besonders relevant, weil das Fundament des Erfolgs der Vorsaisons darauf gebaut war.
Schon in den vergangenen erfolgreichen Jahren wurde kein ansehnlicher Offensivfussball gespielt. Stattdessen wurde gesprintet.
Aber ist das wirklich so einfach?
Mein Eindruck: In der Bundesliga kommst du mit gemächlichen Angriffen nicht weit, wenn du sie nicht technisch perfekt spielst. Aber ja immer noch Platz 11 bei den Sprints.
Und: Wie kann man dann aber als Trainerteam so vorbereiten? Und würde man als Profi, der schon viele Vorbereitungen gemacht hat, dann nicht recht schnell merken, dass das zu wenig ist? Lässt mich ratlos zurück.

II.
Das Team kam mit großer Brust aus der Saison, der Saisonstart glückt (zumindest nach Punkten), du spielst CL. Dann kommt der Knick.
Fussballersprache: Es gab kein Aufbäumen, kein Siegeswille, Lustlosigkeit.
Das sind falsche Bezeichnungen für ein zentrales Problem, was jede ambitionierte Mannschaft im Misserfolg hat.
Der Kopf war nicht auf Abstiegskampf eingestellt, jeder hadert mit dem anderen, die führenden Köpfe sind mit sich selbst beschäftigt. Die Spiele haben sich wiederholt. Ordentlich begonnen, einzelne Chancen gehabt, Gegentor bekommen, Niederlage war sicher.
Letztes Jahr in meinem Kommentar zum Royal war ein Punkt des Erfolgs für mich:
Achse
Casteels - Lacroix+Brooks – Arnold+Schlager – Weghorst
Gemeinsam hat diese Achse fast alle Spiele bestritten, auch wurde fast nur eine Formation gespielt. So war eine Sicherheit durch die Abläufe und die Struktur gegeben. Dies wäre mit mehr internationalen Auftritten sicher nicht möglich gewesen.
Dass keine leichten oder schwereren Verletzungen für diese Spieler anfielen, ist sicher durch gute Arbeit des Ärtzeteams/Physios im Verbund mit der Trainingssteuerung und auch einer Portion Glück so gekommen.“

Die Achse hat durch die Bank aus verschiedenen Gründen so nicht existiert.
Schlager verletzt, Weghorst ungewohnt Abschlussschwach und im Team und öffentlich hinterfragt, Lacroix fahrig, Arnold und Brooks haben sich dem sinkenden Niveau angepasst, statt Anker für die Mitspieler zu sein.
Der Wechsel von Kruse hat insoweit den Klassenerhalt gebracht. Er war in den ersten Spielen nach seiner Verpflichtung genau dieser Anker. Immer anspielbereit, siegesgewiss, dirigierend, kreativ.
Er hat zum Ende etwas abgebaut, aber für den Februar und März war er der Garant des langsamen Aufwärtstrends. Alles wurde stabiler, die Köpfe gingen hoch, die Pässe kamen wieder an.

III.
Spoiler: ich hab weder groß Taktikahnung, noch tiefere Kenntnisse, wie man verteidigt.

Svolvaer hat die gesamte Thematik perfekt beschrieben, insbesondere das blinde Verteufeln der 3er-Kette. Ich würde aber dennoch sagen, dass für diese Truppe die 3er-Kette die falsche Formation ist.
Vorab: Das wurde jetzt etwas ausführlicher. Vieles kam aus dem Bauch und soll eine (kleine) Gegenrede zu Svolvaer sein.
Letztlich stimm ich ihm zu, dass wenn Fitness und Psyche stimmen, die Formation egal ist. Im konkreten Misserfolg aber war der Systemwechsel nicht nur nicht förderlich, sondern verschlimmernd. Die Abläufe waren zentrales Element des Erfolgs in der vergangenen Saison.
Der Einzelne konnte seine Stärken durch das System ausspielen und vertrauen, dass seine Schwächen aufgefangen werden.

a) Roussillon hat keine Puste. Seit mehreren Saisons hat er deshalb aus meiner Sicht seine Offensivstärke nicht mehr gezeigt. Wenn er in dieser Saison lange Wege nach vorn gegangen ist, hat der auffallend lange braucht, um wieder auf seiner Position zu sein. Das ist eine konstante Unwucht. Wenn aber dein Schienenspieler die Offensive meidet (oder meiden soll), dann geht einfach über die Seite zu wenig, weil dir jemand fehlt.

b) Bei Baku war schon letzte Saison (und diese noch mehr) zu sehen, dass er defensiv nicht sattelfest ist. Ich glaube, er profitiert noch enorm von seinen Mitspielern und ist selbst noch nicht in der Lage, Anker zu sein.
Das ist angesichts des Alter okay, angesichts seiner Ambitionen zu wenig.
Letzte Saison hat Mbabu hinter ihm abgesichert, Weghorst für ihn Bälle gesichert, Arnold ihn tief geschickt. Diese Saison wirkte eher aufgrund der größeren Rolle überfordert, das enge Korsett um ihn herum hat ihm gefehlt.

c) Bei Brooks sehe ich seit längerem das Problem des Abstands zu seinem linken Nebenmann. Das ist auch bei einem LV problematisch, bei einem linken Schienenspieler aber noch größer. Wenn der Raum auf der Außenposition offener ist, ist Brooks mit einem Tempodribbling des Angreifers auf ihn als LIV in der 3er-Kette überfordert. Die weitere Absicherung durch den zentralen IV hat aber nicht gewirkt, im Gegenteil erfolgte das Übergeben zu häufig fehlerhaft, sodass ziemlich zentral häufig ein Gegner freistand.

d) Bei Lacroix hatte ich diese Probleme weniger vermutet. Aber er war deutlich luftiger als RIV in der 3er-Kette. Beachtlich war, dass er überraschend viele direkte Laufduelle oder Zweikämpfe verloren hat, die er letzte Saison gewann. In einigen Momenten kam es dann zu Fouls mit entsprechenden Karten.
Ich behaupte, er hätte im letzten Jahr häufig den Ball gewonnen/Gegner abgedrängt.
Aber es kann auch sein, dass der Gegner seltener mit Tempo und Blick Richtung Tor von Außen auf ihn zugedribbelt war, das sich also der Winkel des Angreifers zum Tor sich verschoben hat und es deshalb für Lacroix schwieriger zu verteidigen war.

e) Auch offensiv möchte ich Svolvaer widersprechen. Letzte Saison hatte der VfL eine ganz geringe Restverteidigung. Meist die beiden IV und der jeweils ballferne AV, dazu Arnold alleine im 6er-Raum. Es war also durch den Wechsel zum 343 kein weiterer offensiver Spieler gefunden, weil ein (in dem Aspekt) sehr offensives 4231 gespielt wurde.
Stattdessen war es so, dass die beiden Schienenspieler offensiv blass waren (Roussillon Puste, Baku Unsicherheit). Die hängenden Offensiven in der Hinrunde/Winter durch die Bank mit sich selbst beschäftigt (Waldschmidt, Philipp) oder unkreativ/schwach im Passspiel (Steffen, Baku, Lukebakio) waren. Weghorst abschlussschwach, Nmecha länger verletzt. In einer Phase der Unsicherheit wäre es da angebracht gewesen, auf die verbliebenen Reste des Vorjahres zu setzen und zu dem System und Spielstil zurückzukehren.
f) Zu den Fragen zur Zukunft und Kohfeldt schließe ich mich wieder oben an.

Kleidungsstück:
Getragene Socken. Man fühlt sich unwohl und braucht dringend frische.

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Danke Wolf für diesen großartigen Kommentar, den ich gar nicht so sehr als Widerspruch zu mir wahrnehme. Ich habe es nicht so ausführlich geschrieben wie Du, aber ich sehe auch dass man in der 4er Kette deutlich stabiler spielte und die 3er Kette ist natürlich eine Umstellung.
Was mich nur irritiert war, dass in vielen Fanmeinungen die Umstellung auf die 3er Kette als das Hauptproblem ausgemacht wurde und damit der Trainer.
Nun habe ich an anderer Stelle kundgetan, dass ich weiterhin nicht weiß was ich vom Trainer Kohfeldt halten soll, bzw. wie man ihn bewerten soll.

Ich wünsche mir, dass er ein grandioser toller Trainer ist der sogar sein rhetorisches Talent in den Schatten stellt. Das zu zeigen, dazu ist er in der kommenden Saison fast schon verdammt.

Vielleicht ist auch die Umstellung auf die 3er Kette (obwohl Kohfeldt nach eigener Aussage die 4er Kette preferiert), ja auch ein Vorgriff auf die neue Saison, bzw. die Pläne dahin. Als Kohfeldt zu uns kam, war die Saison eigentlich schon weitergehend gelaufen. Zumindest die Probleme im Kader waren offensichtlich, man begann sicherlich auch schon dort mit der Planung für 2022/23.
Brooks verlässt uns nach dieser Saison, Rouss, Mbabu, könnten folgen. Ich weiß nicht wie es gesamttaktisch im Verbund von Bedeutung ist, ob hinten nun 3 bzw. 5 Verteidiger sind oder eben 4. Also wie muss sich ein Arnold, Kruse, L. Nmecha, Wind darauf einstellen oder verlassen?

Die Defensive erfährt in der nächsten Saison einen Umbruch, mit Van de Ven hat man einen der womöglich mehr Spielzeit erhalten wird, der seinerseits jedoch auch in seiner Zeit in den Niederlanden sehr mit seinen offensiven Läufen auf sich aufmerksam machte. Er ist in meinen Augen ein neuer Typ Innenverteidiger. Vll liegt ihm daher auch die Seite in einer 3er Kette. Man kann jedenfalls sehr gespannt sein, wie die Transferphase beim VfL verlaufen wird und wie sich der Defensivverbund verändern wird. Ob dann das Spielermaterial besser zu einer 3er Kette passt oder ob man sich wirklich offenhalten will wie man defensiv spielen will.
Wobei es eigentlich so war, dass man immer 3er Kette spielte, wenn es die Personalsituation zugelassen hatte.

Ein Aspekt aus Deinem Kommentar lieber @wolf finde ich sehr wichtig und dem würde ich noch mehr Aufmerksamkeit gönnen. Nämlich:

[quote=„wolf, post:3, topic:4183“]… würde man als Profi, der schon viele Vorbereitungen gemacht hat, dann nicht recht schnell merken, dass das zu wenig ist? Lässt mich ratlos zurück.
[/quote]

Das habe ich mich oft gefragt bei van Bommel. Hat sich das Team nicht selbst gefragt was hier los ist? Diese Eigenverantwortung muss das Team doch haben, zu merken, dass man mit der offensichtlichen Lockerheit hier nicht in eine bedeutungsvolle Saison mit hohen Zielen und einer relativ machbaren Champions League-Gruppe zu Erfolg führen wird. Gepaart mit den Nichtssagenden Plattitüden von Mark van Bommel müssten doch auch innerhalb des Teams die Alarmglocken geschrillt haben. Das sind die gleichen Spieler die keine 2 Jahre zuvor ihr Veto bei Glasner eingelegt haben sollen.

So ganz würde ich aber auch Michael Frontzeck und Vincent Heilmann nicht aus der Verantwortung nehmen, gerade Frontzeck der ja auf Grund seiner Erfahrung und seiner Connection zu Schmadtke geholt wurde. Auch Schäfer wird nachgesagt durch Maximilian Arnold sein Ohr sehr dicht am Team zu haben um Strömungen zu erkennen.

Vielleicht ist aber auch gerade der Input von Michael Frontzeck in Richtung der sportlichen Leitung der ausschlaggebende Grund gewesen die relativ ungewöhnliche frühe Trennung von MvB durchzuziehen…

Nun habe ich ja doch über MvB geschrieben. Naja, aber man muss es definitiv in die Wertung mit reinnehmen, da ich glaube, dass eben die nicht gelegten Grundsteine für die Saison eine starke Belastung war die man heute in der Tabelle ablesen kann.

Alles in Allem würde ich aber definitiv auch sehr tief das Thema Team-Mentalität aufmachen. Wenn es tatsächlich die mutmaßlichen Schwächen gab die man intern bemerkte und nicht gegengesteuert als Team, muss das auch aufgearbeitet werden.
Baku sprach in einem Interview ja auch sowas leicht an, nach dem Motto, man hatte dann weniger gegeben und sich quasi etwas ausgeruht… Das kann es eigentlich nicht geben und da muss man weiter ran.

Hier frage ich mich auch, welche Rolle da Spieler wie Weghorst spielten oder wie aktuell Renato Steffen, die ja schon den Eindruck einer Ausbootung machen.

Hierzu ein wirklich sehr interessantes Interview mit Jörg Schmadtke: VfL-Boss Schmadtke im Exklusiv-Interview: "Hätten das Feuer fast nicht mehr gelöscht bekommen“

Noch ein persönliches Ding zu Dir @Wolf: Ich schätze es wirklich ungemein welche Kommentare Du hier schreibst und lese das wirklich alles sehr gerne, würde mich freuen wenn Du noch mehr die „Wolfsburg-Brille“ hier reinbringst.
Ich frage mich auch, ob man Dich auch an anderer Stelle im Web lesen kann. Falls ja, gib mir gerne ein Zeichen. :wink:

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Joa, Kohfeldt ist jetzt überraschend doch Geschichte in Wolfsburg und einiges oben geschriebene wieder obsolet.

Die gehandelten Namen der Nachfolge werden in Fankreisen schon hitzig diskutiert (Hütter, Farke, Favre, Labbadia 2.0) so ist das wohl immer und überall. Mich nerven solche Diskussionen in weiten Teilen.

Weiß jetzt nicht wann genau das Royal aufgezeichnet wird und welche/r Wobber/in hier als Experte aufschlagen wird. Mein Tipp ist ja mal wieder Becci. Was ich sehr begrüßen würde… wobei auch André Dre Voigt oder Lars aka Lenny auch hervorragend wären.
Egal wie, ich schaue die nächsten Tage ob ich hier noch weiteren Input reinbekommen kann.

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Sorry, vermutlich passt das nun geschriebene überhaupt nicht zum Royal und sprengt auch insgesamt den Rahmen. Wahrscheinlich interessiert es kaum noch jemanden und zusätzlich schreibe ich es wahrscheinlich zu ausschweifend und mit besserer Rhetorik könnte man schneller auf den Punkt kommen, als ich das tue.

So nun möchte ich aber doch noch meinen Teil dazu beitragen und ein Thema aufmachen, dass ich eigentlich nicht machen wollte, da es ja ohnehin bei jeder Thematisierung des VfLs latent über allem schwebt.

Thema: Konstrukt und Fans

Kurz zu mir, ich habe es zwar schon mal geschrieben und Max kürzlich sogar im Podcast erwähnt, aber muss es wie eine Entschuldigung immer vorweg schicken: Ich bin gebürtiger Hesse und dort auch aufgewachsen und lebe auch immer noch hier. Fan des VfLs bin ich seit 1992, als sie damals gemeinsam mit dem Wuppertaler SV in die 2. Liga aufgestiegen sind. Habe mir damals gezielt einen Verein aus dem Segment „absoluter Underdog“ ausgesucht und bin bis heute treu geblieben.

Ich hatte keine Beziehung zur Stadt oder zu Volkswagen. Habe bis heute nichtmal ein Fahrzeug besessen.
Dies wie gesagt nur vorab für die Leser als Einordnung.

Zum Thema, was mir im Zusammenhang „Konstrukt“ und „Fans“ irgendwie nie wirklich Beachtung findet, ist folgendes:

Es ist bekannt, dass eine überwältigende Mehrheit der Einwohner von Wolfsburg und des Umlandes irgendwie von Volkswagen abhängig sind, sie arbeiten entweder direkt dort oder einem Tochterunternehmen oder aber sie sind anderweitig vom Konzern abhängig.
Volkswagen ist allgegenwärtig in der Stadt. Vergleichbares gibt es in ganz Deutschland nicht, zumindest nicht in einer Stadt der Größenordnung Wolfsburg. In kleinen Dörfern mit großen Arbeitgebern gibts sowas vll doch noch mal 10 Nummern kleiner.

Nichteinmal die Hoechst AG hatte eine solche Präsenz im Frankfurter Stadtteil Höchst wie es VW in Wolfsburg hat.
Also hier dreht sich alles und jeder um VW.

Nun reiht sich Krise um Krise bei VW, Dieselskandal, Pandemie, Ukrainekrieg, all das hat massiven Einfluss auf VW, aber eben auch auf die Belegschaft. All das ist auch bekannt.

Der Frust in den Belegschaften vieler Firmen ist immens, häufig auch gegenüber dem Arbeitgeber der so manche unbequeme und unverständliche Entscheidung trifft.

Jetzt übertrage ich das mal auf meine Situation. Ich arbeite in einer Branche, die zu den von der Pandemie am stärksten betroffenen Branchen zählt. Die letzten 2 Jahre waren für mich geprägt voller Zukunftssorgen (habe sogar meine Unterstützung für den Rasenfunk kurzzeitig gestoppt und dann reduziert weitergeführt).
Ich mag meine Branche sehr, so irgendwie jeder in D dürfte es mögen aber ich habe auch oft genug davon gehabt und hatte auch häufig richtig Wut auf so manche Dinge meines recht großen Arbeitgebers (wie gesagt nicht VW, andere Branche). Ich bin froh, wenn ich im Homeoffice meinen Laptop zuklappen konnte und die Arbeit und die Firma irgendwie vergessen konnte. Klappt meist ganz gut, manchmal nicht.

Nun stelle ich mir das mal in Wolfsburg vor. Ihr werdet wissen worauf ich hinaus will…

Ich war monatelang in Kurzarbeit und dann ist da so eine Abteilung die ich grundsätzlich toll finde, aber die bekommen eine Sonderbehandlung, ich kann deren Arbeit nicht genießen, ohne auch nur an meine eigene schlechte Situation zu denken und daran erinnert zu werden, dass es für mich persönlich die nächste Zeit wirklich kritisch werden könnte. Während die Abteilung mit Sonderbehandlung keine ernsten Sorgen haben muss, jeder einzelne hat keine Existenzängste und schafft es mit seiner Arbeit nichtmal für 90+X Minuten von meinem Trott abzulenken. (Trotz vermutlich aller Bemühungen).

Was ich sagen will, das Konstrukt der extrem engen Verzahnung von Werk - Stadt - Verein, hat wirtschaftlich und strukturell wirklich unvergleichliche Möglichkeiten, aber sie hindert auch zumindest ein Stückweit der ehrlichen und nachhaltigen Bindung von Fans/Arbeitnehmern zu Verein/Arbeitgeber.

Wäre ich ein normaler Wolfsburger, angestellt bei VW im Werk und Fan des VfL hätte ich damit wohl schon ein dickes Problem. Nun bin ich als ein Exil-Fan nicht in dem Dilemma quasi „Fan meines mir Sorge bereitenden Arbeitgebers“ sein zu müssen und leide leidenschaftlich zuhause und gelegentlich im Stadion mit. Und muss mir dann immer wieder Häme und Beschimpfungen anderer anhören. (das dürfte in WOB vermutlich wegfallen)

Aber ich merke, dass die ohnehin bröckelnde Zahl der Fussballinteressierten (in meinem Umfeld sind; in den letzten Jahren, Fans zahlreicher Vereine von ihren Vereinen entfremdet, ja auch von SGE und BVB) in Wolfsburg noch mal eine andere Schärfe drin hat. Neben den angeführten Gründen ist natürlich auch die geringere Grundsubstanz ein Faktor der massiv reinhaut. Ebenso die teils an der Basis vorbeigehenden Kampagnen des Vereins. Bei aller Kritik an den Marketing-Kampagnen muss ich wirklich auch den vielschichtigen sozialen Aspekt des VfLs über die Maßen loben. Das ist zwar auch fest in der DNA bei Volkswagen verankert aber beim VfL kam noch mal eine Schippe drauf und zwar auch von innen, nicht als übergestülpter Marketing-Greenwashing-Aspekt, aber darüber hatte Max ja bereits mit @Becci in einem der letzten Schwerpunkte gesprochen.

Nochmal sorry für den Royal-Fremden ausschweifenden Ausflug, aber mein innerer Monk und das Gedankenkarussell haben mich dazu gezwungen mich dann doch nochmal an den Rechner zu setzen.

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Ich bin‘s :smile:
Schon wieder ein Royal, bei dem ich nicht weiß, über welche Trainer-Zukunft ich da eigentlich sprechen soll… nun ja. Mal sehen – wir nehmen erst am 24. auf (Ich heirate nämlich vorher noch flink :relaxed:), vielleicht tut sich bis dahin ja noch was.

Aktuell wird ja auch Reis (in Kombi mit Schindzielorz hoch gehandelt…)

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Mich würde schon eine Einschätzung zu Gründen der Entlassung von Kohfeldt und die Rolle von Schmadtke bei Wolfsburg interessieren. Für mich kam die Entlassung ziemlich überraschend.
Schön, dass du wieder dabei bist Becci!

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Ich finde deine „royal-fremden Anmerkungen“ zwar wenig überraschend, aber durchaus interessant aus euer „Fan-Ecke“ zu lesen.
Und so royal-fremd finde ich die gar nicht.
Denn fehlende Bindung von Fans und ausbleibende Einnahmen, weil vllt mal weniger Zuschauer kommen, hat ja durchaus Einfluss auf Transfers, Erwartungen und die sportliche Zukunft.

Nebenbei gesagt tue ich mir immer auch etwas schwer, wenn Wolfsburg (du schreibst hier von Konstrukt) in einen Topf mit Hoffenheim oder Leipzig geworfen wird.

Dann noch ein paar Worte…
erstmal: Hallo @Becci. Ich freue mich, dass du wieder dabei bist.

@Rita: ich bin überrascht, dass der Wechsel überrascht. Ich persönlich war eher überrascht, dass man nach der doch recht schnellen Entlassung von van Bommel mit Kohfeldt bis zum Saisonende gekommen ist. Die Ergebnisse waren für mich enttäuschend. So wirklich eine Fortentwicklung sah ich da auch nicht. Daher: ich hätte diese Trennung sogar früher erwartet.

(wie übrigens auch in Hoffenheim. Wobei da ja immerhin der nächste Kandidat für euch auf der Trainer-Position frei wäre. Quasi Ringtausch: Kohfeldt geht nach Gladbach, Hütter zu Hoffenheim, Hoeneß zu Wolfsburg. Und schon muss man sich keine neuen Namen mehr merken :wink: )

@alex_muc86 Ich bin auch nicht wirklich nah an Wolfsburg dran, das erklärt vielleicht die Überraschung. Klar, die Ergebnisse waren schlecht, aber irgendwie hatte ich angenommen, dass sie Kohfeldt mehr Zeit geben…woher diese Annahme kam weiß ich aber nicht genau. Gehofft haben sie ja bestimmt auch, dass es besser ausgeht. Wenn ich recht überlege wurde das in der Schluck auch ganz gut besprochen.

Zunächst hallo @becci und ich wünsche Euch schon mal eine wunderbare traumhafte Feier und Euch alles Gute.

Ja, das wird viel zu häufig getan. Man kann Hoffenheim und Leipzig nicht mit Wolfsburg vergleichen. Die Gründe sind eigentlich offensichtlich.

Dass ich dennoch von Konstrukt geschrieben habe (das ist mir wirklich auch schwierig über die Finger gekommen), hat einen Grund. Denn wo sich andernorts Unternehmen oder Millionäre ihre Vereine ausgesucht haben, ist es in Wolfsburg eher andersrum. Wolfsburg als Stadt gibt es nur wegen des Autobauers und weitergesponnen, alles was in Wolfsburg ist oder entstanden ist, gibt es ebenfalls nur wegen dem Autokonzern. Ansonsten wäre vll ein VfB Fallersleben von 1861 der bedeutendste Verein in dieser dünnbesiegelten Gegend geworden.

@Rita und @alex_muc86
Nun der Rauswurf; bzw. die einvernehmliche Trennung wie man heute sagt, hat in Wolfsburg schon auch überrascht. Zumindest dann doch der Zeitpunkt. Rein ergebnistechnisch war es keine Überraschung, aber nach den doch sehr starken Aussagen aller Beteiligter in den Tagen zuvor war es dann doch überraschend.

So wie man in den Medien lesen kann, schien alles auf einen Verbleib von Kohfeldt hinzudeuten. Jörg Schmadtke sagte sogar noch tags zuvor auf die Frage, ob der Rucksack den Florian Kohfeldt in die neue Saison nehmen würde nicht zu groß sein könnte, dass Kohfeldt keinen Rucksack aber Erfahrung mitbringen würde.

So jetzt dann doch noch mal Butter bei die Fische, weil in den letzten 48 Stunden doch noch einiges bekannt oder auch mir zugetragen wurde:

Allem Anschein nach hat jedoch der mächtige Aufsichtsrat dann ein Machtwort gesprochen und den Geschäftsführer Sport dazu gedrängt sich von Kohfeldt zu trennen. Dies geschieht auch nicht zum ersten Mal in Wolfsburg, dass der Aufsichtsrat in die Belange der Geschäftsführung derart einmischt. Dies darf man als massive Entmachtung von Jörg Schmadtke ansehen.

Es gibt nicht wenige die in den nächsten Wochen erwarten, dass Jörg Schmadtke seinerseits in Kürze seinen frühzeitigen Rücktritt erklären wird.
Sein Vertrag wurde ja ohnehin nur noch bis Ende Januar 2023 verlängert, ein Abgang steht fest. Nach dieser „Einmischung“ ist eine frühere Trennung sehr gut möglich.

Wie mir zugetragen wurde, stimmt die Chemie zwischen Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer nun auch nicht mehr so wie es lange Zeit den Anschein hatte. Das hat angeblich auch nicht nur mit der Personalien Kohfeldt zu tun. (Schäfer hatte sich wie der Aufsichtsrat gegen Kohfeldt positioniert und Schmadtke wollte an ihm festhalten.)
Vielmehr scheint es bei zwischen beiden auch sonst mehr nach Funkstille auszusehen, wie zuvor auch schon zwischen Schmadtke und gewissen Trainern.
Da scheint es massive Spannungen zu geben, von denen auch in Beraterkreisen gemunkelt wird. Hier gäbe es ein massives Ego-Problem, wird gemunkelt.

Die Nachfolgeregelung Schmadtkes scheint noch nicht so klar zu sein scheint. Eigentlich sollte Marcel Schäfer den Posten von J. Schmadtke übernehmen und womöglich Schmadtkes Sohn Nils (Chefscout) den Posten von Schäfer übernehmen.

Nun strebt Schäfer offensichtlich nicht zwingend die Position des Geschäftsführers an, so dass auch eine andere Konstellation möglich scheint.

Nun so scheint es, als wolle man auch das mutmaßliche Ego-Problem und das Problem der „Identifikation“ endlich angehen zu wollen.

Ex-Wolf und Augsburg-Ikone Daniel Baier wurde nun in das Scouting-Team berufen. (Baier und Schäfer verbindet eine langjährige Freundschaft die schon seit Kindesalter besteht.) Die Verpflichtung von Baier wurde jedoch nicht von Marcel Schäfer angeleiert, sondern von Nils (!) Schmadtke.

Ex-Wolf Sebastian Schindzielorz ist ebenso in Gesprächen um eine Position beim VfL wie Ex-Wolf und VfL Bochum Trainer Thomas Reis.
Für mich wirkt es aktuell stark so, als würden beide in Kürze nach Wolfsburg zurückkehren.

Dieses Mehr an Stallgeruch wäre aus meiner Sicht eine Wohltat für den Verein der ja häufig mehr wie eine Ansammlung von gut bezahlten Kurzzeit-Karrierearbeiter wirkte.

Zum Schluss noch ein paar Kuriositäten zur vergangenen Saison des VfL.

Der VfL der erst kurz vor Ende den Klassenerhalt schaffte, hat mit den Bayern die meisten Spiele ohne Gegentor.

Der VfL ist die laufschwächste Mannschaft der Liga, aber der laufstärkste Spieler der Liga ist Maxi Arnold!

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