Schlusskonferenz 183 – Deutschland vs. Südkorea

:+1:t3:

Ich wollte gerade auf deinen ersten Post abtworten, die Antwort wäre etwas anders ausgefallen, als diese hier :slight_smile:

Ich halte Jolle auch für sehr kompetent. Mir gefällt es sogar sehr, daß sie eben nicht nur das Taktische anspricht, sondern eben auch die anderen Punkte, wie Kampf etc. Ich bin der Ansicht, Fußball ist mehr als Taktik und Statistiken, wenngleich ich die Taktik und Statistiken trotzdem für sehr wichtig halte.

Und ich bin auch nicht der Typ, der ständig auf andere draufhaut. Ich mag das nicht. Schon allein deshalb, weil man den Menschen damit sehr oft Unrecht tut. Viele hauen jetzt zB auf Löw drauf, weil Sané nicht mit ist. Wir können sagen, daß wir der Ansicht sind, mit ihm hätten wir mehr Erfolg. Aber das ist reine Spekulation. Vielleicht hätten wir mit ihm gegen Mexiko noch höher verloren, wer weiß das schon. Oftmals kritisieren wir Spieler für gewisse Verhaltensweisen. Und später stellt sich irgendwann raus, der Spieler hat einfach nur die Anweisungen des Trainers befolgt. Oder wir kritisieren eine Taktik des Trainers. Aber wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn er eine andere Taktik hätte spielen lassen, weiß niemand. Und oftmals machen sich Trainer gewisse Gedanken, haben einen Plan, den wir einfach nur nicht verstehen.
Roger Schmidt hat mal dem Gegner bewusst den Ball gegeben, nur um ihm den Ball dann gezielt wieder abzunehmen und im Umschaltmoment den Vorteil zu haben. Laut Statistik hatten die Bayerspieler mieserable Passquoten, die Presse ist über die Mannschaft hergezogen, obwohl sie das Spiel gewonnen hatten. (ich weiß nicht mehr, wer der Gegner war, vielleicht weiß Max das).

Bei all dem, was wir nicht wissen, was wir nur spekulieren, sollten vorsichtig mit den Bewertungen sein.

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Tausend Dank, Max.

Das finde ich bedingungslos stark!

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Ich fand die Schlusskonferenz eher mittelmäßig. Zum einem war ich nicht so damit einverstanden, dass immer wenn auch nur der Hauch von “Einzelkritik” aufkam, es vor allem von Max und Andreas recht schnell auf “nene die Mannschaft” umgelenkt wurde. Das ist mir aber auch schon bei den vorherigen Schlusskonferenzen aufgefallen, dass du Max, und deine Gäste euch da scheut/oder nicht wollt einzelne Spieler zu kritisieren. Finde ich eigentlich schade, denn ich würde dich und deine Gäste schon so einordnen, dass ihr das hinbekommt ohne dass es in die “üblichen Richtungen” geht. Also eben fundiert, ohne persönlich zu werden etc.

Aber vielleicht steht euch bei der N11 auch dann in diesem Fall, eure Vereinssympathien im Wege :wink:

Euren Gedanken zum Umbruch kann ich zwar folgen, und teile diese auch in großen Teilen ABER mir fehlte an der Stelle dann auch der Punkt, dass die altgedienten eben nicht automatisch gesetzt sein dürfen. Da hätte ich dann schon eine kritischere Beurteilung erwartet irgendwie. Das Löw Spielern wie Boateng und noch krasser Neuer eine Garantie geben ohne das z.B. Ter Stegen auch nur bei der Mannschaft war geht einfach nicht. Zumal im Fall Boateng sein Ersatz (Süle) ja nun im selben Verein spielt wie Boateng und Hummels.

Das ihr das Thema DFB, Abschottung etc. nochmal aufgegriffen hat, fand ich gut und auch gar nicht tragisch, dass da eure journalistische Sicht reinspielte. Von meiner Seite aus hättet ihr euch da nicht bremsen müssen. Was mir bei der Diskussion und das ist jetzt nicht auf den Rasenfunk beschränkt, aber fehlt ist, dass das Verhalten der Vereine/des DFB nur die eine Seite des Problems ist. Die andere Seite haben sich die Medien selbst geschaffen, in dem sie einen vermeintlichen Anspruch bzw. Erwartungshaltung bei den “Konsumenten” erzeugen, dass täglich jede Menge und dann auch noch interessante News erscheinen müssen. Was in meinen Augen auch dazu führt, dass eher zurückhaltende, seriösere Redaktionen sich plötzlich sehr im boulevardesken verlieren und auch dann von überzogenen, im negativen Sinne, Meldungen nicht mehr zurückschrecken.
Zumal mein Eindruck ist, dass die Anzahl negativer “Schlagzeilen” immer mehr zunimmt, gepaart mit einer vermeintlichen Häme auf Konsumentenseite und dann darf man sich irgendwie auch nicht wundern, dass Spieler dann nur noch mit Floskeln antworten.

Die Metapher von Max mit den Inseln fand ich da auch sehr treffen.

Das war mit Absicht etwas überspitz Formuliert.

Der Verweis auf die Studie soll auch mitnichten einen generellen Umstand abbilden, sondern lediglich dabei helfen, meine subjektive Rezeption begreiflicher machen – unsere Wahrnehmungen unterscheiden sich nun mal.

Schade, dass du dies in keinem deiner aufgeführten Punkte berücksichtigst, respektierst oder akzeptierst.

Marvin höre ich gerne zu, die Jungs vom Eintrachtpodcast sind schon dufte Typen.

Wow. Ich habe jetzt 1,5 Tage nicht ins Forum gesehen und bin kurz erschrocken. Der Thread ist ein bisschen ausgeartet. Aber die meisten Nerven scheinen sich ja wieder etwas beruhigt zu haben.

Ich fande die Schlusskonfi absolut okay, und ob man/frau ein Segment mal mehr mag mal weniger, ob der Gast besonders treffend analysiert oder es doch eher etwas ins Phrasige geht - meine Güte. Entweder skippe ich es oder höre geduldig zu. Es soll auch nicht heißen, nur weil man den RF und Max’ Arbeit mag, dass man nichts und niemanden kritisieren sollte. Ganz im Gegenteil. Aber, und das ist jetzt mein einziger Punkt, den ich machen möchte: Wenn man einen Gast (ob Mädchen oder Junge) nicht so dolle fand, dann hält man sich vor allem in einem Forum dezent zurück. Ganz gleich ob es um die fachliche oder stimmliche Kompetenz geht.

Sorry aber: Kritik an Max’ seiner Arbeit, Sendungsgestaltung etc. kann mMn sehr offen sein. Aber bei Gästen reißt man sich einfach etwas mehr zusammen und verpackt Kritik gefälligst sehr charmant und diplomatisch. Sie wirken ohne Honorar mit und tun dem RF einen riesen Gefallen, machen ihn wahnsinnig abwechslungsreich und kurzweilig.

So zurück zum Fußball…

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Hi,
Also ich fand Jolle etwas zu locker. Natürlich muss man dann keine Hasstirade rausjauen, aber wir sind nunmal gegen keine gute koreanische Mannschaft ausgeschieden. Diese Nichtleistung kann man mMn nicht rechtfertigen, wohl aber analysieren. Sie sprach, als wären wir gegen Brasilien ausgeschieden, das was passiert ist aber wesentlich schlimmer und vor allem schlechter. Es war, auch nur meiner bescheidenen Meinung nach, ein grausiger Auftritt, der an das Lettlandspiel 2004 erinnerte.
Anyway, weswegen ich eigentlich schreiben wollte, wäre es nicht möglich nun zu jeder Runde eine Schlusskonferenz zu machen? Ich will auch nun nicht zuviel fordern Max Jacob, wenn die N11 früher Urlaub macht hast du dir so viel verdienter Freizeit verdient, aber 1h pro Runde als Roundup fände ich super.

Mit sportlichen Grüssen
MARKUS

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Eine Schlusskonferenz zu den WM-Spielen nimmt ohne Vorbereitung allein vier bis fünf Stunden Planung und Nachproduktion ein. Ich kriege mehr nicht hin. Die SKs zu den deutschen Spielen hatten noch den Vorteil, dass ich die Mannschaften nicht vorbereiten musste (Verletzungen, Taktik, Gegnerhistorie, etc.). Zudem bespreche ich ja jedes einzelne Spiel im Kurzpass. Das reicht doch.

Ich glaube dass Bundestrainer kein Job ist der übermäßig gute Trainerqualifikation braucht. Die Trainerkarrieren von Löw, Klinsmann, Völler, Voigts und Beckenbauer sind abseits der deutschen Nationalmannschaft doch eher wenig erfolgreich oder nicht vorhanden.

In sofern habe ich da nicht die Sorge dass man einen qualifizierten Ersatz findet.

Ansonsten glaube ich nicht dass die Geschichte durch einen neuen Co-Trainer geregelt werden sollte. Löw ist ein elementarer Grund für diese Grüppchenbildung, er müsste jetzt für einen kompletten Neuanfang stehen bei dem das Leistungsprinzip wieder an erster Stelle steht. Das ist aber komplett gegen Löws Philosophie der bislang bei jedem Turnier auf seine Spieler gesetzt hat im Glauben dass er sie fürs Turnier schon wieder in Form bekommt.

Ich würds da für deutlich besser halten den Neuanfang auch mit einem neuen Gesicht zu verknüpfen.

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Vielen Dank dafür, auch mal etwas kritischeres zum Thema Löw lesen zu können, gerade weil es sich auch mit meiner Meinung deckt. Die Begeisterung für Löw ist und war mir immer etwas suspekt. Er ist zweifellos ein guter Trainer (aber kein sehr guter), der aber gerade taktisch etwas überschätzt und durch den WM-Titel überlagert wird.

Lässt man die WM außer Acht (und selbst da kann man bspw. im Algerienspiel Defizite erkennen), so hatte er in jedem Turnier mehrmals Taktikböcke (dazu zählt für mich auch schon die Nominierung dazu) drin. Hinzu kommt noch der Punkt, dass er immer auf persönliche Lieblinge abstellte (stellvertretend sei da nur der Hinweis auf seine Affinität für schwäbische Vereine genannt) und vermeintliche Unruhestifter konsequent (trotz besserer Leistung) draußen ließ. So sehr man ihn also für den WM-Titel feiert, genauso muss man aber die restlichen Turniere kritisch hinterfragen. Nach 12 Jahren Bundestrainer muss ein Wechsel her, da er sich mit seiner Kuschelattitüde langsam ans Ende der Karriere begeben hat. Soweit die Kurzfassung und vielleicht kann Max (irgendwann in den nächsten Wochen) diesen Punkt (als auch eine Kurzkritik der einzelnen Spieler inkl. Ausblick für die Zukunft) dies in einem Kurzpass (z.B. mit Peter Ahrens) besprechen. Andererseits ist mir auch klar, das Max mehr als genug zu tun hat und ich vollstes Verständnis habe, wenn dafür die Zeit fehlen sollte.

Ich gebe dir vollumfänglich recht.
Mir hat nur der schnelle Reflex, direkt nach dem Ausscheiden den Trainer feuern zu wollen, nicht behagt. Zumal er sich in den zwölf Jahren einige Verdienste erworben hat.
Aber es gibt keine Alternative dafür, dass er geht. Und wenn er nur halbwegs der Gentleman ist, als der er sich zuletzt immer präsentiert hat, tritt er auch von selbst zurück. Dafür kann man ihm aber durchaus ein paar Tage Zeit geben.

Das sehe ich ähnlich und würde es von der anderen Seite betrachten: Nach der WM 2014 hieß es immer Köw könne sich aussuchen welchen Verein er trainieren möchte. Damals gab es keine kritischen Gegenstimmen. Ich denke aber Löw würde als Vereinstrainer grandios scheitern, weil es ein sehr großer Unterschied von den taktischen Anforderungen her ist und der Arbeitsrythmus ein ganz anderer ist.

Ich kann es nachvollziehen, dass man Spielern durch blindes Vertrauen und Einsatzgarantien den Rücken stärkt gerade wenn sie nicht in psychisch/physisch bester Verfassung sind und es Einzelfälle bleiben. Das funktioniert aber dann nicht mehr wenn dein Kader zur Hälfte aus Weltmeistern und Newbies besteht, die Weltmeister per se gesetzt sind und die Neuen zum Bank auffüllen dabei sind. Dadurch ist keiner gezwungen an die Schmerzgrenze zu gehen, die Aufstellung steht ja fest.

Ich bin gespannt wie sich der jetzt kommende Weltmeister in 4 Jahren präsentiert. Am besten wäre es wohl direkt nach dem Titel den Trainer zu entlassen.

<3 <3 <3 <3
Danke.
(Ich sag einfach nicht mehr, wenn ich wütend bin, werde ich manchmal ausfallend…)

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Ich finde es interessant, daß man hier Köpfe fordert, insbesondere den Kopf von Löw. Löw hat schon desöfteren gezeigt, daß er reagieren kann, daß er sich den Gegebenheiten anpassen kann. Wenn er Zeit zum denken hat. Probleme bekommt er, wenn man ihn im Spiel selber vor Herausforderungen stellt, wenn die anderen nicht das machen, was er erwartet hat. Das ist aber nicht neu.

Viele der aktuellen Probleme sehe ich auch in den Bereich, der zu Bierhoff gehört: Aussendarstellung und Vermarktung der Nationalmannschaft. Hier versucht man niemandem vor den Kopf zu stoßen und stößt dabei gerade den Spielern und den Fußballfans vor den kopf. Man muß sich auch mal positionieren, klar zeigen, wofür man steht und nicht nur wischiwaschi.
Und weil das fehlte, fehlte auch der zuspruch aus der Heimat. Den Fußballfans wird die Nationalmannschaft immer egaler, weil man sich nicht wehrt, nutzen gewisse Gruppen die Nationalmannschaft für ihre Zwecke, viele “Eventfans” verlieren bei der Streiterei das interesse. Übrig bleiben letztlich zum Großteil die Idioten.

Özil, Gündogan, Boateng usw … deutsche Nationalspieler die Ärger mit dern Rechten haben. Und der DFB unternimmt wenig bis nichts, um sie zu schützen, um sich klar gegen die Angriffe zu positionieren. Man muß “denen da draussen” klarmachen, wir sind eine Familie, legt euch mit einem von uns an, legt ihr euch mit allen an. Nun, das scheitert ja schon daran, daß man mangels Kommunikation mit der Öffentlichkeit überhaupt irgendjemandem auch nur irgendetwas klarmachen kann. Selbst, wenn man diese Mentalität hätte. Würde der DFB seine Hand schützend über unsere Nationalspieler halten, könnte man eine Einigkeit erreichen. Aber ein kroos, ein Müller usw, keiner von ihnen hat sich schützend vor seine Mitspieler gestellt. Und auch kein Bierhoff, kein Grindel. Löw kann das nicht alleine und es hat nur Wirkung, wenn alle an einem Strang ziehen.

Für mich sind die Ursachen viel viel tiefer zu finden, als nur in der Aufstellung und der Taktik

Ich bin ein bisschen zwiegespalten was den Umbruch angeht. Für mich stellt sich die FRage ob man 2020 nochmal nach dem Titel greifen will (dann braucht man wohl einen großen Teil der Weltmeister noch). Oder schaut man etwas weiter voraus und versucht ein komplett neues Team aufzubauen mit Perspektive auf 2022 und 2024.
Die Spieler vom ConfedCup scheinen mit dem erdrückenden Ballbesitzstil der Weltmeister nicht so recht klar zu kommen. Deshalb erscheint mir eine Integration kaum möglich. Ein weicher Umbruch ist deshalb eher schwierig, zumindest aus meiner Sicht. Allerdings gibt es mit einem Neuaufbau auch keine Garantie, dass die Mannschaft dann in 4-6 Jahren um Titel spielen kann.

naja also auch wenn ich die Kritik an Özil und Gündogan nicht teile kann es doch sein, dass sie sich nicht vor die Mitspieler stellen, weil sie die Aktion selber scheiße fanden. Also ich finde mit dieser Art von Kritik muss man klarkommen wenn man öffentlichkeitswirksam mist verzapft. Klar sobald dass dann abdriftet in Ausländer raus ist es natürlich nicht mehr tolerabel, aber ich kann schon verstehen, dass Leute den Rücktritt der beiden Fordern, weil sie sich von ihnen nicht Repräsentiert fühlen.

Das geht mir auch so, wurde ja auch hier schon zum Thema zurückgepfiffen.

Was meinst du denn mit “hat gezeigt dass er reagieren kann”?

Und ich stimme dir zu als dass die Außendarstellung des DFBs katastrophal war. Aber diesen Nebenkriegsschauplatz halte ich dann doch für überhöht. Man schaue sich Mal in Relation die Problematik in Hannover an und dass die Saison trotzdem erfolgreich abgeschlossen wurde. Dagegen ist eine abgeschirmte Nationalmannschaft die einen gewissen Rückhalt in der Bevölkerung verloren hat, die aber eben auch weit weg ist, eher ein Kindergeburtstag.

Die wesentlichen Punkte liegen für mich schon in der Spielerauswahl\Taktik.