Ich weiß nicht wo das am besten hin passt, deswegen habe ich ein neues Thema ausgemacht. Das Verhalten der Essener Fans gegenüber der Schiedsrichterin fand ich schlimm und noch schlimmer, dass kaum darüber berichtet wurde. Unso wichtiger dieser Beitrag von @fraunora.
Furchtbar.
Solche Aktionen reißen soviel ein, was auf dem Weg zur Gleichberechtigung aufgebaut wird.
Außerdem verhindert sowas natürlich auch wieder mal, dass Frauen sich im und ums Stadion wohlfühlen.
Wäre vielleicht mal etwas für die royale Schiedsrichterfolge…?
Auch wenn mich diese neue Art von Journalismus, Tatsachen nicht mehr klar zu berichten, sondern irgendwie verklausuliert darzustellen, wirklich nervt (erste Pflicht des Journalismus’ ist für mich die klare Benennung von Tatsachen, ohne Rücksicht auf Gefühle), hier eine Erfahrung aus dem Stadion vom Wochenende:
Die ausverkaufte Gästekurve aus Münster hat irgendwas mit „Düsseldorfer Hurensöhne“ angestimmt. Das Stadion hat hierauf mit Pfiffen reagiert. Gelesen habe ich hierzu auch nichts. Und ich frage mich, ob den Münsteranern der Sexismus eigentlich klar ist?
Vorab. Ich bin mit dem Titel des Threads für folgenden Beitrag nicht ganz glücklich, will aber keinen neuen Strang aufmachen.
Es geht um Machtmissbrauch und einen tiefgehenden Vertrauensbruch, … und mir tut das Herz weh.
Petr Vlachovsky hat als Trainer eines Frauenteams über vier Jahre Spielerinnen (darunter auch eine 17jährige) des tschechischen Erstligisten FC Slovacko in Umkleiden und Duschen gefilmt und zudem wurde bei ihm Bildmaterial von sexuellem Missbrauch an Kindern gefunden.
In einer nicht-öffentlichen Verhandlung wurde er zu einer einjährigen Bewährungsstrafe und einem fünfjährigen Trainerverbot in Tschechien (nicht für andere Länder) verurteilt.
It was when the police officer called that it really hit Kristyna Janku.
The Czech Republic international was asked to go to the police station to identify herself in video footage and photos taken between 2019 and 2023 by her former coach, Petr Vlachovsky.
Janku could not believe what she was watching.
Using a miniature camera hidden in his backpack, Vlachovsky, who managed first-division side 1. FC Slovacko in the Champions League and was once voted the Czech Republic’s best women’s coach — recorded 15 players, the youngest aged 17, showering and changing in various locker rooms before and after practice and matches.
She says players only learned they had been secretly filmed after Vlachovsky’s arrest in 2023. Some vomited when they found out, some needed to leave the club, and others sought psychological help. Janku, who now plays in Poland, says she is always vigilant when visiting new places and hides slightly when changing.
Janku calls the sentence, which the players could not appeal against, “ridiculous”.
Es ist kein Einzelfall.
Ein ehemaliger Schweizer Spitzenschiedsrichter hat beim SCR Altach das Frauenteam heimlich in der Dusche und Umkleide gefilmt. Die Strafe ist auch hier aus Sicht der betroffenen Spielerinnen lächerlich gering ausgefallen.
Für die Spielerinnen ein „zu mildes Urteil“: Sie sagen, dass es ihnen seit der Urteilsverkündung sogar schlechter geht als vorher. „Man fühlt sich ungehört, gerade weil so ein mildes Urteil gesprochen wurde. Man fühlt sich alleingelassen, man fühlt sich ungesehen“, sagt die ehemalige SCR Altach-Spielerin Sarah Schneider … .
Die Stimmen der betroffenen Spielerinnen im Video (nach unten scrollen) sind eindrücklich.
Eine der ersten Frauen, die in Deutschland Männer trainierte war Imke Wübbenhorst. Sie hat einiges aushalten müssen. Ein sehenswertes Interview im SRF:
Rasenball hat einen sexistischen Post abgesetzt und was soll man dazu mehr sagen, als das was Nora Hespers sagt
Zeigt doch ziemlich klar, wie theoretisch die Diskussion neulich in Football, Women and Socialism waren…
Fällt denn nicht die Ironie bei diesem Post mit den angehängten Reaktionen auf? „Dreckiger HS-Verein“, „ekelhaften Hunde“, „Ossi Club“. Sexismus, und „Hass und Hetze“ sind wohl wirklich immer nur die anderen.
Wie man so zeigt, “dass Sexismus ein No Go ist”, müsste mir nochmal erklärt werden.
Als Nachtrag
@Chefrocker die Kommentare sind teils auch sexistisch(„HS“ zb.) da geb ich dir Recht, aber es gibt auch noch Mal einen Unterschied zwischen dem, was Menschen ohne denken ins Internet rotzen und dem was eine professionelle Social Media Abteilung raus haut, deren Job es zumindest ist vorher mal 3 Sekunden nachzudenken bevor man auf Senden drückt
Ich glaube der Post von Frau Hespers macht mehr Sinn, wenn man sich den Kommentar für die Sportschau durchliest
Ich finde den Post in Kombination mit dem Kommentar für die Sportschau sogar noch schlimmer. Die angehängten Posts wurden bewusst so gewählt. Wie kann man denn ernsthaft als Argument anführen, dass „Sexismus zu den meist gemeldeten Diskriminierungsformen“ gehört, und dann mit sexistischen und beleidigenden Posts den Punkt machen wollen, dass vor allem Fans zeigen würden, „dass sie verstanden haben, dass Sexismus ein No Go ist“? So wirkt der Post für mich halt wie klassische Internet-Empörungskultur. Und die gutgemeinte Botschaft geht so völlig verloren.
Ich bin bei dir, dass der Post von RB mindestens unglücklich ist. Eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit sollte sich vorher überlegen, wie man Posts verstehen kann. Aber im Gegensatz zum angehängten „Hurensohn“ kann RB mit einer nicht sexistischen Intention argumentieren. Daher bewerte ich diese Entgleisungen und Beleidigungen wie „HS“, „ihr Hunde“ etc. als schlimmer. Da gibt es keine zweite Ebene. Und dies gilt umso mehr, wenn man sich irgendwie als „aufgeklärt“, „gut“ oder was auch immer darstellen möchte. Oder gar als Beispiel für Kampf gegen Sexismus herangezogen wird.
Kommen wir nicht zusammen
Ich verstehe deine Kritik
Und ja hätte man vielleicht besser wählen können aber im Zusammenhang mit dem Kommentar für die Sportschau, dem Sexismus der „von Oben“ kommt usw. Ist mir der Punkt den Nora Hespers macht zu wichtig, als das ich mich an der Auswahl des Bildes echauffieren möchte
Und nein RB kann nicht mit einer nicht sexistischen Intention argumentieren
Weil wenn man sich keine Gedanken macht, wie das auf 50% der Bevölkerung wirken könnte, ist das sexistisch.
Sexismus entsteht ja nicht, weil wir denken, sondern weil wir eben nicht nachdenken(über Strukturen, Privilegien, warum nur die Männer im Raum über einen Witz lachen, etc.)
So eine Beleidigung die aus einer Emotion heraus ins Internet gefeuert wird ist scheiße, aber find ich trotzdem nicht vergleichbar mit einem sexistischen Post auch noch aus einer Position der Stärke, weil Rasenball hat macht und Privilegien
(Wie gesagt ich finde dein Argument, dass die Ausschnitte aus dem Internet vielleicht anders gewählt hätten werden können angebracht, wobei sie eben auch nur eine Realität darstellen. Es ist nicht die Aufgabe der Journalistin diese Kommentare zu zensieren, sondern eben das gesamte Bild zu zeigen, weil so können wir uns ein Bild machen
Vielleicht wurden auch die teilweise sexistischen Kommentare bewusst gewählt.)
Ich würde mich gerne auf den Punkt fokussieren, den Nora Hespers da macht, auch deswegen, weil sie nicht nur eine sehr gute Journalistin zu sein scheint, sondern eben auch betroffene als Frau ist und als Sportjournalistin das ja vermutlich noch mal anders miterlebt als ich
P.s. ich Weiß gar nicht ob du @Chefrocker männlich bist. Aber ich als Mann würde gerne eher den Frauen zuhören, statt auch hier wieder eine Diskussion über deren Köpfe zu starten
Ich teile hier einmal meine Antwort auf LinkedIn (bitte steinigt mich nicht), die ich Nora dazugegeben hab sowie Noras Antwort.
Hinweis: das Wort „ignorieren“ vielleicht nicht günstig gewählt, mein Fokus lag auf einem anderen Kritikpunkt den Kommentierenden gegenüber.
Ich bin bei dir, Aufgabe des Journalismus’ ist nicht das Zensieren (daher wehre ich mich in bestimmten Kontexten auch gegen Abkürzungen oder Einordnungen, die mir keine Möglichkeit geben, den Sachverhalt zu erfahren), sondern das Einordnen. Und das fehlt hier halt. Im Alt-Text heißt es:„Die meisten Kommentare benennen den Post klar als sexistisch. Mal mehr mal weniger glücklich …“. Daraus folgt für mich, dass dieser Sexismus und auch andere Beleidigungen eben „ignoriert“ werden, sich durchaus zu eigen gemacht werden für die eigene Argumentation, weil sie einer größeren Sache dienen, was auch in der LinkedIn-Antwort mitschwingt. Kann man gewiss so argumentieren, aber das ist eben auch klassisch Böhmermann oder Weidel (um beide Seiten des politischen Spektrums zu benennen), die entweder SLAPP-Klagen oder die Political Correctnes verdammen, sich aber dann doch darauf zurückziehen (sei es gegen einen Imker oder gegen Extra3). Ich nehme diese Art von Empörung nicht (mehr) ernst, weil es so offensichtlich ist.
Denn natürlich habe ich Bias. Die haben hier aber alle. Und ich bin der festen Überzeugung, dass gerade die Meinung von Nichtbetroffenen wichtig ist, um ein Gegengewicht zu bilden. Nur so kann es Lösungen und Ergebnisse geben.
Im Übrigen glaube ich, dass RB den Post nie sexistisch intendiert hat (doch nicht in dieser Empörungsgesellschaft, in der wir leben). Und das war denen so klar, dass die nie über eine mögliche zweite Ebene durch „…“ und die Bilder nachgedacht haben. Diesen Vorwurf muss man auch klar und deutlich formulieren.
@eva_bohle
Wir müssen dringend aufhören, uns für unsere Reaktionen und Kommentierungen zu entschuldigen oder um Nachsicht zu bitten.
Sehe das in den männlichen Reaktionen nicht.
Wieder machen wir uns Gedanken.
Wieder wird die Diskussion vom eigentlichen Thema, dem unterirdischen Post der RaBa Medien Abteilung weg auf die Autorin gelenkt. DAS ist ein Muster.
Ich kann von der Social-Media Abteilung eines Vereins erwarten, ihre Posts bestimmten Kriterien zu unterwerfen. Da muss es ja wohl Bare Minimum sein, zu überlegen, wie das ankommt.
Wenn das aber nicht passiert, gut - dann müssen sie mit der Kritik leben. So lange und so laut, bis sich etwas ändert.
Und wenn das nichts intrinsisches ist, ganz ehrlich, ist mir egal.
Dann nur aus Angst vor öffentlicher Empörung.
Denn dieser reflexartige Verweis, man wäre ja mittlerweile eine Empörungsgesellschaft, ist das nächste Muster.
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Für den RaBa-Post gibt es keine mildernden Umstände - wie oben dargelegt, das ist sexistisch, Punkt. “Hab ich nicht drüber nachgedacht” ist keine Entschuldigung.
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Wer darunter wie kommentiert, ändert am ersten Punkt nichts.
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Aber wenn man darauf eingeht, ist beides richtig: die Posts sind Gegenwind für den RaBa-Post (wofür es herangezogen wurde) und einige der gezeigten Post sind in den Formulierungen absolut kritikwürdig. (Und wahrscheinlich spielt da auch Abneigung gegen RaBa eine Rolle, was 1) aber nicht weniger sexistisch macht.)
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Dann aber besonders auf 3) einzugehen, um diejenige zu kritisieren, die auf 1) aufmerksam macht, ist einfach nicht korrekt, sondern verschiebt mutwillig den Fokus.
Wenn es keinen besseren Post gibt, um auf 1) aufmerksam zu machen, dann hat die Debatte ein Problem.
Gedankenspiel: Eine Fußballorganisation postet etwas, was mindestens als rassistisch verstanden werden kann. Eine Journalistin oder ein Journalist postet dazu, dass es zum Glück Gegenwind aus der Fanszene gebe würde. Leider enthält die Anlage Posts von Fans, in denen stünde, dass der Post der Fußballorganisation beschissen und abzulehnen sei, aber eine willkürlich bestimmte Gruppe von Natur aus dümmer sei als eine andere willkürlich bestimmte Gruppe.
Fändet ihr das immer noch so super, weil das Thema ja so wichtig sei; wer will sich da schon mit Kleinigkeiten beschäftigen und vom Thema ablenken? Heiligt der Zweck die Mittel? Ich finde, dass er es nicht tut.
Für mich hat der Post von Nora Hespers den gleichen Vibe. Und obwohl ich nicht von Rassismus betroffen bin, würde ich das auch kritisieren. Würdet ihr euch dann auch über mich ärgern?
Ich habe im Übrigen eher den Eindruck, dass es darum geht, WER und WO was gesagt oder gemeint wurde, nicht aber darum, WAS oder WIE gesagt oder gemeint wird. Es geht vor allem um Tribalismus. „Wir gegen die; die gegen uns“. Und das ist ein großes Problem.
Zum Thema Empörungsgesellschaft: Sind wir das nicht, sind wir keine Empörungsgesellschaft? Timmy/Hope, der Fall Gil Ofarim in all seinen Facetten, „Böhmermann muss weg“, „Nuhr muss weg“, „JK Rowling boykottieren“, „Bud light boykottieren“, „Nazi“, „links-grün-versifft“, die Oma als Umweltsau. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Und allein geht es darum, sich zu positionieren und nach außen darzustellen. Es geht doch kaum noch um die Sache.
Der Post von Leipzig hat es sogar bis in den Deutschlandfunk geschafft. Hat Leipzig eigentlich inzwischen darauf reagiert?
@alle: ich glaube wir sollten einfach aufhören uns von den wichtigen Themen ablenken zu lassen. don’t feed the trolls
Stand Up ist ein Trainingsprogramm zur Prävention von Belästigung in der Öffentlichkeit und zur Schaffung von sicheren öffentlichen Räumen für alle.
Der DSC Armina Bielefeld hat in diesem Kontext ein Video hochgeladen:
An dieser Stelle will ich einer Irritation bei mir Ausdruck verleihen und mal sehen wie das hier betrachtet wird. Es geht um die filmische Begleitung von Frauenfußballteams bei einigen Vereinen. Ich hole dazu kurz aus.
Ich kenne in der Berichterstattung den Grundsatz die “Kabine ist tabu”. Manchmal werden in sozialen Medien Videos von Spielerinnen und Spielern gepostet, aber eine externe Kamera und dann vor allem vor dem Spiel oder inmitten der Halbzeitpause samt Kreisbildung und Ansprache nehme ich als Tabubereich wahr. Und entsprechend wird das zumindest bisher auch nicht gemacht. Bei so gut wie allen professionellen Teams im Männerfußball.
Bei den Frauenteams werden aber bei manchen Vereinen die Kabinenansprachen, in meinen Augen hemmungslos, mit der Kamera mitverfolgt und anschließend nach außen transportiert.
Als Beispiel fällt mir die Doku von SkySport zur SGS Essen ein oder vereinseigene Videos von Borussia Mönchengladbach, Hertha BSC, VfL Bochum, … . Nach meiner Wahrnehmung werden bei Frauenteams interne Ansichten nach außen getragen, die man bei den Männerteams nicht zeigt.
Ich persönlich finde, die Kabine sollte für Kamerateams tabu sein, auch bei den Frauenteams. Und stelle diesen Gedanken zur Diskussion.
