Euer Input für den Rasenfunk Royal - SVW, BVB, S04, FCU, RaBa, BSC

Wie schon mehrfach angedeutet wird es den Rasenfunk Royal in dieser Winterpause in einer neuen Form geben. Die Version mit 20 Gästen ist einfach zu aufwendig für diese Jahreszeit, in der mit einer englischen Woche vor Weihnachten immer schon mehr als genug los ist mit 3 Sendungen in 7 Tagen.

Dieses Jahr wird es den Rasenfunk Royal im Winter also in einer neuen Edition geben: Ich habe @Taktikfuchs123 und Alice aus der Saisonvorschau gebeten, mich zu unterstützen. Jeder von uns bereitet sechs Vereine vor und führt uns dann durch die Hinrunde dieser Mannschaften.

Umso mehr freuen wir uns über Input eurerseits. Was sind für euch die wichtigen Aspekte dieser Hinrunde für die Vereine? Hier könnt ihr uns helfen bei der Vorbereitung der Sendung. Es gibt drei Threads für die Vereine und einen zum Rasenfunk.

Tobi hat diese Vereine:

  • Werder
  • Dortmund
  • Schalke
  • Union
  • RaBa
  • Hertha
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RB Leipzig

Ich hatte ja zur Saisonvorschau einiges geschrieben, da bietet es sich an, sich das noch mal anzusehen und zu reflektieren.

Spielstil

Da ihr wahrscheinlich mehr Spiele gesehen habt als ich, halte ich mich lieber kurz. Am Anfang war noch einiges sehr holprig, zwischendurch wurde auch mal über eine Krise gesprochen. Inzwischen funktioniert spielerisch einiges, was eindeutig von Nagelsmann und nicht von Rangnick stammt. Das muss man eigentlich gut finden. Ein tolles Beispiel für eine sich weiter entwickelte Mannschaft ist das aktuelle Spiel gegen Augsburg gewesen, bei dem man 80 Minuten lang ohne Erfolg gegen eine gut stehende Abwehr gerannt ist, es aber trotzdem geklappt hat.

Ich hatte im Sommer die These aufgestellt, dass die Defensive nicht mehr ganz so gut sein wird wie sie unter Rangnick war. Gefühlt sehe ich mich bestätigt, wobei es besser ist als bei Hoffenheim unter Nagelsmann und natürlich die Verletzten (bzw. der in der Abwehr entgegen der Erwartung recht dünne Kader) auch ihren Beitrag dazu haben. Aber wenn ich mir jetzt so die Tabelle ansehe hat Leipzig mit 20 Gegentoren die drittwenigsten, sich da über eine schwache Abwehr zu beschweren wirkt schon seltsam. Trotzdem gibt es einige Gegentore, die klar in die Kategorie „vermeidbar“ passen, man denke an das Spiel gegen Paderborn, bei dem man nach einer 3:0 Führung zur Pause noch schwer ins Schwimmen kam.

Kader

Zugänge

  • Hannes Wolf (20, 12M): Ich habe im Sommer geschrieben, dass es wohl 2019 keine Rolle mehr spielen dürfte. Er hat inzwischen erste Minuten gespielt. Es bleibt aber dabei, dass er praktisch eher in der Rückrunde helfen wird.

  • Ademoola Lookman (21, 13M): Obwohl von den Fans sehr geschätzt, praktisch nicht zu Einsatzminuten gekommen. Hat es in der exzellent besetzten Offensive, die nur wenige Verletzte hat, natürlich auch schwer. Für mich ein Kandidat zum Verleihen im Winter.

  • Christopher Nkuku (21, 13M): Ist Stammspieler geworden, wie von mir schon geahnt. Hat wahrscheinlich davon profitiert, dass seine Konkurrenten nicht immer so fit waren, insbesondere Forsberg zu Beginn der Saison.

  • Luan Candido (18, 8M): Ich war im Sommer skeptisch, er hat es nicht mal in den Kader geschafft. Wird wahrscheinlich im Winter verliehen. Wurde inzwischen von Medienseite als „großes Missverständnis“ betitelt.

  • Ethan Ampadu (18, 650k Leihgebühr): Wenige Einsätze, trotz Personalmangels in der Abwehr. Für mich ein erwartbares Scheitern wie bei Candido.

  • Patrick Schick (23, 3,5M Leihgebür): Wunschsspieler von Nagelsmann, der wirklich einige tolle Talente mitbringt und eine gute Ergänzung zum sowieso sehr guten Sturm ist. Nachdem er wieder fit ist, fällt insbesondere auch auf, wie extrem effizient er gerade ist, dazu noch eine Kopfballstärke, die sehr beeidruckt. Inzwischen ist es wohl nur noch schwer zu erklären, die wohl vorhandene Kaufoption nicht zu ziehen. Er funktioniert auch medial gut.

  • Jugendspieler: Bis auf einige wenige Bankdrücker kam nichts aus der ach so tollen Leipziger Nachwuchsabteilung, trotz des großen Nachwuchsförderers Nagelsmann. Es liegt scheinbar nicht am Trainer. Schaut man sich an, was z.B. in Köln so alles geht, sehe ich mich darin bestätigt, dass das ewige Gerede von der ach-so-tollen Leipziger Nachwuchsarbeit schon immer Blödsinn war, bei dem sehr Viele sich in eine Red Bull Marketing Masche haben einbinden lassen. Nicolas Kühn ist der einzige, der in Leipzig ausgebildet wurde, und inzwischen bei Ajax sich die Fritz-Walter-Medaille erspielt hat. Der hat aber Leipzig verlassen, weil er keine Lust mehr auf Pressing hatte und lieber Kurzpass-Ballbesitz spielen wollte. Gut sind die Scouts von Leipzig, die machen aber keine Nachwuchsarbeit.

Abgänge

Bruma war kein großer Verlust, da Nkunku die Lücke exzellent gefüllt hat. JK Augustin wurde verliehen, was sehr gut für alle Seiten ist, da er wohl in Leipzig keinerlei Zeit bekommen hätte. In Monaco hat er 9 Spiele (viele aber nicht über die volle Länge), dabei ein Tor und eine Vorlage bekommen. So gut wie Schick angekommen ist, rechne ich nicht mehr mit einer Rückkehr von Augustin der charakterlich nie so gut in die Leipziger Strebermannschaft gepasst hat (und der wohl Topverdiener bei Leipzig ist).

Verletzte

Die Zahl der Verletzten ist für Leipziger Verhältnisse hoch. Adams mit Adduktorenproblemen, Kampl mit Sprunggelenksproblemen, Orban mit Miniskusreizung, Konate mit Mukselfaserriss. Bereits verletzt kamen Schick und Wolf.

Kader insgesamt

Insgesamt läuft es für viele sehr gut. Besonders positiv fallen Demme, Laimer, Sabitzer, Forsberg und Werner auf. Ilsanker fällt auch positiv aus, nachdem im Sommer mit seinem Abgang gerechnet worden war und er von Nagelsmann nicht für die CL nominiert worden war.
Negativ fällt Saracchi auf, der kaum noch eingesetzt wird, was dazu führt, dass Klostermann und Halstenberg zu viel spielen. Und so merkt man, dass die Abwehr nicht die Tiefe hat, mit der man gerechnet hat. Deshalb will man wohl im Winter Benjamin Henrichs holen, der gerade in Monaco nur sehr wenig Spielzeit bekommt und die gewünschte Flexibilität mitbringt. Eine andere Idee wäre, Adams als Verteidiger einzusetzen (er hat bereits viel Erfahrung als Linksverteidiger in NY sammeln können).

Außerdem will man sich Haaland nicht entgehen lassen, wenn dieser gerade so günstig ist wie wohl in den nächsten zehn Jahren nicht wieder. Geld dafür hat man, weil man in der CL weiter gekommen ist. Das Geld war wohl nicht verplant, sondern ist jetzt ein Extra, mit dem mach sich mal eben zwei große Talente holen will.

Wichtige Themen

Die große Frage war, wie der halbe Abgang von Rangnick läuft. Tatsächlich habe ich lange nichts mehr von ihm gehört, hauptsächlich Gerüchte, er würde zu großem Verein XY wechseln. Krösche und Nagelsmann scheinen gut zusammen zu funktionieren, dazu noch Mintzlaff, der in Leipzig als Herr über das Geld viel Macht hat.

Der Stadionumbau vom WM-Stadium zur Red-Bull-Werbeplattform ist gerade in Arbeit, da scheint es nicht viel Neues zu zu geben, außer dass ich inzwischen gelernt habe, dass Alt-Leipziger nicht gerade glücklich darüber sind, dass dieses Stadion jemals in das alte Stadion hinein gebaut wurde. Aber das ist eher etwas zum Thema Sommermärchen-Nacharbeitung (oder noch größer gedacht etwas zur Ost-West-Spaltung in Deutschland) als zum Winterrückblick dieser Saison.

Saisonfazit

Bis auf den Personalmangel in der Abwehr klappt inzwischen eigentlich alles herausragend. Nagelsmann und Krösche passen toll zu Leipzig. Gruppensieg in der CL, Herbstmeister und inzwischen für viele einer der Favoriten für den BuLi Sieg. Hätt ich nicht gedacht, dass das so schnell geht.

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Mich wird die taktische Einordnung von @Taktikfuchs123 zu Schalke sehr interessieren.
Hier mal meine laienhaften Beobachtungen (Heim- im Stadion, Auswärtsspiele am TV): Ich finde Schalke macht taktisch gar nichts so besonders einfallsreiches, gegen den Ball wird bei Unentschieden oder Rückstand aggressiv gepresst beginnend beim Stürmer, Raman/Burgstaller laufen im Vollsprint an, dahinter gehen Caligiuri, Harit und ein Dritter so drauf das meist der Ball auf außen gedrückt wird und dann oft über die hochstehende Abwehrkette erobert wird. Die Mitte ist meistens dicht, da Serdar, McKennie und Mascarell da durch viel Laufarbeit und gutes Antizipieren viele Bälle erobern. Bei Führung steht Schalke oft tiefer, wo dann manchmal die Zuordnung verloren geht, gerade wenn Gegenspieler übergeben werden sollen und Schalke sich schon öfter den Ausgleich bzw. späte Gegentore gefangen hat (z.B.: M05, Köln, F95).

Offensiv ergeben sich Chancen zumeist aus der frühen Balleroberung und dem schnellen Umschaltspiel, was auch schon so in der Vorbereitung zu sehen war und mit/durch Wagner auch deutlich verbessert wurde.
Hat der Gegner sich schon defensiv sortiert, spielt Schalke sehr unaufgeregt den Ball hin und her, bis sich eine Lücke ergibt, dabei beobachte ich besonders, dass Schalke so gut wie immer versucht sich flach nach vorne zu kombinieren und auch unter Druck versucht den langen Ball zu vermeiden, das freut mich besonders zu sehen.
Viel geht bei Schalke über Harit, der mit seinen Dribblings einfach Lücken reißt und immer den Blick nach vorne hat, ohne ihn könnte ich persönlich mir schwer vorstellen wie Schalke viele Chancen kreieren soll.
Es geht meistens über außen wobei Flanken gefühlt nie funktionieren, aber meist eh nicht ausgeführt werden, sondern eher der Pass in den Rückraum kommt oder versucht wird durchzustecken.

So ergibt sich für mich eine Situation wo ich sage, dass ich mir bei Schalke jedes Spiel vorstellen kann (egal gegen welchen Gegner), dass das Spiel Unentschieden ausgeht und es meist durch Einzelaktion entschieden wird, wobei Schalke mit Harit oft den besseren X-Faktor im Team hat oder eine Standardsituation entscheidet (positiv wie negativ).

Neben Harit sind besonders hervorzuheben: Mascarell, der die Defensive sehr gut organisiert, viele Bälle gewinnt und auch als Leader sehr gut voran geht.
Serdar, der schon einer der Lichtblicke letzte Saison war und diese Saison noch besser spielt. Gerade im Zusammenspiel mit Harit kommt Serdar oft zu Abschlüssen und zeigt auch dort seine Qualität, in Einsatz und Lauffreudigkeit auch immer am Limit.
Kenny auch eine absolute Verstärkung, passt auch perfekt zu Wagners Spielstil, leider ohne Kaufoption.
Kabak hat sich sehr gut eingefunden und zeigt was er kann, da hat Reschke ein gutes Auge gehabt.
Raman hat sich selbst aus seinem Tief aus der Vorbereitung und zu Beginn rausgespielt und zeigt jetzt das was ich mir von ihm erhofft hat.

Letzte Frage noch: Wie beurteilt ihr, dass Jugendspieler wenige bis keine Chancen haben auf Einsatzzeiten wie z. B. Kutucu, Miranda, Kabak ohne Verletzungen von Sané & Stambouli?

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BVB

Da Tobi mit Sicherheit en detail die taktische Umstellung des BVBs auf 3er-Kette und deren Auswirkung auf die Performance auf dem Platz analysieren und erklären wird, spare ich mir mal diesen Punkt.

Ich möchte stattdessen mal zwei Punkte vertreten, die der doch recht häufigen Kritik an Trainer und Kader etwas entgegensetzen.

Favres Beeinflussbarkeit als Chance
Meine alternative Lesart seiner Darstellung, Art und Denkweise geht dahin, dass ich sein „Zaudern“ und „Hadern“ (ich hasse diese Begriff im Zusammenhang mit ihm so sehr :smiley: ) vielmehr als eine Chance zur Beeinflussbarkeit sehe. Statt herrisch und mit harter Hand seine Philosophie durchzudrücken, zeigte sich Favre beeinflussbar und offen für Veränderung. Die deutlichsten Beispiele sind die Veränderungen bei dem Verteidigen von Eckbällen, die andere die Umstellung auf 3er-Kette.

Die Veränderungen sind wohl in enger Zusammenarbeit mit der Mannschaft (mit dem Mannschaftsrat) entstanden. Auch sollen einige Spieler von allein auf Favre zugekommen sein.

Für mich ist das eine massive Chance, den holprigen und unrunden Verlauf der Hinserie in eine erfolgreiche Richtung zu lenken. Noch dazu ist es ein Zeichen für mich, dass beim BVB keine massiven internen Probleme vorliegen.

Gute Kaderzusammenstellung
Grundlegend wirkt der BVB-Kader nach wie vor harmonisch. Dies gilt für mich, auch wenn es einige Spieler underperformen (z.B. Witsel), es unzufriedene Spieler (z.B. Götze) oder Spieler ohne wirkliche Zukunft (z.B. Bruun Larsen) im Kader gibt. Für mich sind das absolut logische Entwicklungen, die einfach während einer Saison vorkommen (können). Der einzige GROßE FEHLER war der Verzicht darauf, einen weiteren Stürmer zu verpflichten. Nichtsdestotrotz würde ich den Kader sowohl in der Breite als auch in der Qualität als ausgewogen und weiterhin als zweitbesten der Liga bezeichnen (den besten Kader hat mMn derzeit Leipzig).

Ebenso lasse ich nicht die doch ab und an vorgetragene Kritik gelten, dass man sich mit Hummels die Chemie in der Führungsetage der Mannschaft kaputt gemacht hat und das die als „Mentalitätsspieler“ verpflichteten Spieler wie Witsel und Delaney ihren Aufgaben nicht nachkamen.

Die Probleme des unrunden Saisonverlaufs liegen für mich an anderer Stellen:

  • Man spielt einen Großteil der Saison komplett ohne gelernten Stürmer,

  • Brandt wurde falsch eingesetzt,

  • konnte lange Zeit keine Eckbälle verteidigen,

  • die Abwehr war schnellem Umschaltspiel und weiten hohen Bällen ausgeliefert.

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Eigentlich hat Chryshie schon alles gesagt, ich würde aber vllt noch 1-2 Punkte ergänzen.

  • Angesichts der starken Verbesserungen in den letzten Spielen, würde mich interessieren, ob der BVB jetzt tatsächlich noch einen Stürmer holt. Das schien zwar schon ausgemacht zu sein, allerdings stand bei den erfolgreichen Spielen in letzter Zeit auch kein Stürmer auf dem Platz

  • Endlich setzt der BVB Brandt auf der 8 ein. Das war ja vorher ein Trauerspiel. Seitdem er dort spielt, gewinnt unser Spiel an so vielen Facetten, das ist unglaublich

  • Die letzten Spiele haben mega Bock gemacht. Klar ärgert das Raba Ergebnis, aber der Fußball war richtig gut. Ich habe mich persönlich lange nicht mehr so über unser Spiel gefreut

Wenn mans ich die Hinrunde von Werder ansehen möchte und damit auch einige Kritikpunkte die vor allem gerade geäußert werden kommt man nicht umhin sich die Verletzenmisere anzuschauen und die Auswirkungen insbesondere auf die Transfers.

Ich habe das jetzt nochmal zusammengetragen auch direkt in Bezug auf getätigte Transfers. Ich nehme eine Erkenntnis hier aber schon „vorweg“. Werder hat nur zwei Transfers getätigt, die ohne Einfluß der Verletzten-Situation zu stande kamen. Niklas Füllkrug und Marco Friedl. Beide Transfers wurden zum Ende der vorherigen Saison bereits getätigt, Friedl sogar nur die Leihe in einen Kauf umgewandelt.

Dies zu einem Zeitpunkt an dem der Abschied von Max Kruse bereits feststand. Das Werder, wie im Moment behauptet, dieses Abgang nicht kompensieren wollte bzw. auch den Bedarf im DM/ZM nicht gesehen hat ist in meinen Augen völlig falsch und eher in die Kategorie „Typische Pseudo-Sport-Journalist Polemik“ aka Hauptsache ich habe eine Schlagzeile! Denn Werder war u.a. an Gregoritsch, Soucek und Grujic dran. Also Spieler im Bereich ZM und DM. Entsprechend hatte man in diesem Bereich sicher noch andere Spieler auf dem Schirm zu einer Verpflichtung kam es bei den ersten drei aus unterschiedlichen Gründen nicht. Wobei eigentlich nur Gründe bei denen Werder kaum Einfluß hatte. Überzogene Ablöseforderunge bei Gregoritsch, Sponsor und MoneyCheat :wink: bei Grujic und Soucek war es glaube ich auch die Vereinsführung die da fernab der Realität unterwegs war.
Der Grund warum dann in diesem Bereich nichts weiter versucht hat liegt, wie schon angesprochen, meiner Meinung nach an der Verletzenmisere:

Milos Veljkovic
Verletzt am: 02.07. (Beginn Vorbereitung)
Prognose: Rückkehr noch in der Vorbereitung
Rückkehr: 6.10. (7 Spieltag)

Sebastian Langkamp
Verletzt: 02.07. (Beginn Vorbereitung)
Prognose: Rückkehr noch in der Vorbereitung
Rückkehr: 6.10. (7 Spieltag)

Anfang/Mitte August wird klar, dass beide deutlich länger verletzt sein werden und damit zwei von vier Etatmäßigen IVs. Als Konsequenz leiht Werder Ömer Toprak mit Kaufpflicht aus. Die Bedingungen werden nicht öffentlich, aber als sehr realistisch bezeichnet. Man geht also davon aus ihn am Ende der Saison fest zu verpflichten; es stehen 6 Mio im Raum.

Ludwig Augustinsson
Verletzt: 27.07.
Prognose: Mitte August wird klar, dass er sich am Knie operieren und mehrere Monate ausfallen wird.
Rückkehr: 23.11. (12 Spieltag)

Ömer Toprak
Verletzt: 24.08. (2ter Spieltag gg Hoffenheim)
Prognose: Muskelfaserriss; 4-6 Wochen.
Rückkehr: 26.10. (8. Spieltag)

Verletzt: 10.11. (nach nur zwei Spielen für Werder)
Prognose: Januar 2020

Als Reaktion darauf leiht Werder Mitte August Michael Lang (RV/IV) aus, zieht Marco Friedl auf links und nimmt Christian Groß aus der 2ten Mannschaft fest in die IV.
• Fin Bartels
Verletzt: 02.08.
Prognose: Knie-OP; Anfang 2020

• Milot Rashica
Verletzt: 18.08.
Prognose: Vier bis 6 Wochen
Rückkehr: 28.09. (6. Spieltag)

• Kevin Möhwald
Verletzt: 31.08.
Prognose: Frühestens März 2020 (Knie-OP)

Werder leiht am 02.09. Leonardo Bittencourt mit Kaufpflicht (7 Mio) bei Klassenerhalt aus.

Damit schließt das Transferfenster in Deutschland. Werder hat in dieser Phase KEINEN geplanten Transfer getätigt. Füllkrug und Friedl wurden bereits zum Ende der Vorsaison verpflichtet. Und diese Transfers greifen nur bedingt. Siehe im Folgenden…

• Niklas Moisander
Verletzt: 07.09.
Prognose: vier bis sechs Wochen
Rückkehr: 08.12. (14. Spieltag)

• Yuya Osako
Verletzt: 18.09.
Prognose: vier bis sechs Wochen
Rückkehr: 02.11. (10 Spieltag)

• Niclas Füllkrug
Verletzt: 20.09.
Prognose: Kreuzbandriss; mit Glück Ende der Rückrunde

2 Wochen vorher hat Werder Martin Harnik an den HSV verliehen. Zu diesem Zeitpunkt sind Werders (gesunde) Offensiv-Kräfte Pizarro, Sargent, JEggestein und Bittencourt.

• Philipp Bargfrede
Verletzung: Mai.2019
Rückkehr: 21.09. (5. Spieltag) kommt aber nur zu Kurzeinsätzen bis zum 12. Spieltag ab da Startelf.

• Theodor Gebre Selassie
Verletzt: 15.12. (15. Spieltag)
Prognose: 6 Wochen

Das sind noch nicht mal alle Verletzungen. Eine grafische ÜBersicht findet ihr

https://www.transfermarkt.de/sv-werder-bremen/ausfallzeiten/verein/86

Die im Raum stehenden Ablössummen für die „Nottransfers“ machten es meiner Meinung nach Werder unmöglich noch eine vorher angedachte Transferstrategie zu verfolgen.

Die Verletzungen hatten natürlich auch direkten Einfluß auf die Hinrunde.

Ich bleibe mal bei Zahlen. Werder hat in der Hinrunde nur ein Spiel in Folge mit der selben Startelf bestritten. 20% der Umstellung würde ich als positiv bewerten. Also Rückkehr von verletzten oder gesperrten Spielern. 80% der Umstellungen waren aufgrund von Verletzungen etc.
Dabei gab es 14x einen anderen Defensiv-Verbund (LV,IV,RV&DM) in der Startelf.

Wenn man sich das so betrachtet, kann man sich eigentlich kaum noch über die Hinrunde wundern. Eher sogar, dass man gegen Top 5 Vereine wie BVB, B04 oder Freiburg Unentschieden holte.

Beim schreiben hier viel mir eine Aussage aus der letzten Saison zu Augsburg ein aus dem Rasenfunk. Diese bezog sich darauf, dass Augsburg gar nicht schlecht spielt aber das Problem bekommt wenn man nicht punktet. Dass man dann unweigerlich auch ein Kopfproblem bekommt und in Gefahr läuft in einen Abwärtsstrudel zu geraten. Ich glaube es war sogar Tobi Escher mit dem ihr in der Sendung darüber gesprochen habt.

Am Ende muß man dann wohl doch noch die Frage stellen, die die Medien in solchen Situationen als einzige sehen. Welchen Anteil hat der Trainer, die sportlichen Verantwortlichen?

Selbstverständlich haben Frank Baumann und Florian Kohfeldt ihren Anteil an dieser Situation. Ob es nun an FB oder der Med-Abt. liegt, dass man das Risiko eines verletzungsanfälligen Transfers von Ömer Toprak einging entzieht sich meiner Kenntnis, aber das ist sicher etwas, dass man ihnen ankreiden kann. Hätte man die Unsummen für z.B. Gregoritsch zahlen sollen? Meiner Meinung nach Nein, und die hatte ich schon im Sommer. Jetzt geht er für 0,5 Mio bis Saisonende zu S04, hätte uns auch geholfen. Aber nachvollziehbar aus seiner Sicht. Viel mehr kann ich bei FB gar nicht ankreiden, da ich wie oben dargelegt glaube, dass man sehr wohl Kruse-Ersatz etc. auf der Liste hatte aber eben dann keinen Spielraum mehr.

Florian Kohfeldt hätte sicherlich tatkisch in manchen Spielen anders agieren können. Vielleicht hätte er früher/oder überhaupt? damit anfagen sollen einen anderen Fußball zu spielen; stärker am Gegner ausgerichtet anstatt auf Werder. Aber ob das dann wirklich besser gewesen wäre? Ich weiß es nicht. Zudem man ja gegen BVB oder B04 durchaus gezeigt hat das es funktionieren kann, auch wenn man sich nicht 100% belohnte. Für mich ist FK eigentlich die „ärmste Sau“ im Moment oder eigentlich schon die Hinrunde. Wie willst du mit dieser Situation anständig agieren, wenn du jedes Spiel wieder umstellen musst.

Ich bin froh dass Marco Bode beide im Amt hält. Nun muss aber in der Winterpause etwas passieren und da ist auch die Vereinsführung und der Aufsichtsrat um Bode gefragt. Werder muß investieren. Wir brauchen dringend einen Füllkrug-Ersatz und ein ZM der Klaassen aber vor allem Eggestein entlasten kann. In der Verteidigung sehe ich trotz erneuter Augustinsonverletzung keinen Bedarf, da ich die anderen Positionen wichtiger finde. Sollte man Spieler abgeben können, Lang, Osako z.B. und dafür Ersatz holen können sehe das noch anders aus.
Werder muß hierbei auch mal andere Transferwege gehen. Leihen ohne Kaufoption sollten in dieser Situation kein NoGo sein. Es wird sicher Spieler geben die mit Sicht auf die Euro2020 Spielpraxis zu schätzen wissen.

Ich hoffe mit den Ausführungen kann man was anfangen.

Vielleicht kann Tobi auch noch eine ganz andere Frage beantworten/erläutern…

Ich habe immer noch nicht verstanden worin der Vorteil der Regeländerung liegt, die besagt, dass eigene Spieler vom Torwart auch innerhalb des 16er angespielt werden dürfen. :wink:

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Danke für die tolle Zusammenfassung. Das hilf echt, das alles bzw. den 17. Platz einzuordnen. Frage mich nur, ob man das dann in der Rückrunde wieder hinkriegt. Viele Spieler kommen dann ja erst langsam zurück. Und ich Frage mich auch, was es für eine Erklärung für diese ganzen Verletzten gibt. Da wäre eine Meinung von einem Sportmediziner auch echt noch interessant.
Mir hat nicht so gut gefallen, dass Kohfeldt am Ende der PK gestern gesagt hat: wir werden nicht absteigen. Ich weiß natürlich, dass er das auf eine Art muss, aber in letzter Zeit war er mit dieser Art Aussagen nicht so erfolgreich.

Wann ist die Aufzeichnung eigentlich geplant?

Was hat er davor zum Thema Abstieg gesagt? Also in der PK?
Ansich finde ich die Aussage so genau richtig. Zumindest so lange da auch ergänzend angemerkt wird, dass es ein gutes Stück Arbeit sein wird und kein Selbstläufer. Aber eigentlich weiß man das in Bremen auch.

UNION:
ich werde gar nicht so viel schreiben. Zum einen, weil ich, trotz der zwei Niederlagen überglücklich mit dieser Hinrunde bin, alle Erwartungen übererfüllt. zum anderen bin ich nicht der, der fachlich das Niveau mitgehen kann. Aber als jemand, der vornehmlich Union-Spiele schaut, bis auf Freiburg alle im Stadion, finde ich, dass in der öffentlichen Wahrnehmung die Entwicklung wenig bis gar nicht gesehen wird. Mit meinem saison- wie ligaübergreifenden Blick sehe ich eine unglaubliche Entwicklung bei der gesamten Mannschaft wie einzelnen Spielern. In der 2.Liga und am Anfang dieser Saison war unser Mittelfeld definitiv ein Fly-over-Country, aber jetzt werden oft in der Abwehr spielerische Lösungen gesucht, besonders mit Schlotterbeck, dessen Ausfall in den letzten Spielen auffällig war. Auch im Mittelfeld werden Spielzüge (jedenfalls mehr als im letzten Jahr) probiert, die auch ab und an erfolgversprechende Situationen kreieren. Ja, der lange Ball ist immer noch Unions bevorzugtes Mittel dem Gegner die Freude am Spiel zu nehmen. Dazu kommt der persönliche Verbesserung von Spielern, die man so nicht bei allen erwarten konnte. Mal aufgezählt Trimmel, Lenz, die jeden Rasen umpflügen, Parensen! (alle Unioner sind Parensianer und gönnen unserm Drei-Liga-Mann alles von Herzen), der auf unglaubliche viele Einsatzminuten kam, ein Tor(kein Eigentor) schoß und nicht nur der Notnagel ist. Ingvartsen findet sich immer besser zurecht - Bülter - ein Fußballwunder und-märchen in einem (Max sag hier bitte: „Geschichten, die nur der Fußball…“. Ein wenig traurig bin ich über die Verletzung von Akaki Gogia, der sicher eine Verstärkung gewesen wäre, aufgrund seiner technischen Fähigkeiten, der so seine Bundesliga-Saison verpassen könnte. Könnte noch mehr aufzählen, aber für die Quintessenz reicht es. Ich glaube, dass genau wegen dieser Entwicklungen in der Mannschaft, Union nach einer extrem schwierigen, aber erfolgreichen Rückrunde, die Klasse halten kann. Und nichts anderes weiter zählt.

Schalke 04

Der Wagner’sche Spielstil hat nicht überrascht, wie gut von einem zu großen Teilen gleichen Kader die vergangene Saison ad acta gelegt wurde schon. Natürlich ist in aller erster Linie der Trainer dafür verantwortlich zu zeigen, bei ihm allein stehen zu bleiben wäre aber auch ein zu kurzer Schritt. Die Vereinsführung hat aus der letzten Heidel/Tedesco-Saison eine wichtige Erkenntnis gezogen und umgesetzt: Eine Topbesetzung auf dem Manager- und Trainerposten allein reichen nicht aus, weil die schiere Menge an Arbeit von einer Person mit jeweils einem paar helfender Schultern (Sportdirektor Schuster bzw Co-Trainer Perchtold) einfach nicht zu schaffen ist. Beide hatten versäumt, für weitere Unterstützung zu sorgen - ein Kaderplaner und weiterer Co-Trainer waren angeblich im Sommer 2018 im Gespräch, doch es blieb bei Gesprächen.
So wurde mit Schneiders Anfang auf Schalke konsequent Brainpower dazugeholt. Schon Stevens wurde nicht nur von Büskens als Co unterstützt, sondern auch von einem zusätzlichen Analysten: Matthias Kreutzer. Wagner hat diesen im Sommer übernommen. Außerdem bekam der neue Trainer gleich zwei Paar helfender Hände zu Seite gestellt. Sein Assistent seit Beginn seiner Trainerlaufbahn 2007 (!) Christoph Bühler hatte man im Schlepptau des Coaches mit aus Huddersfield verpflichtet. Außerdem verstärkt Frank Fröhling (ehemals HSV und Hoffenheim) seit diesem Sommer das Trainerteam.
Ebenso hat sich Sportvorstand Schneider mit qualifiziertem Personal umgeben. Schusters Nachfolger René Grotus hatte er direkt aus Leipzig mitgebracht, Michael Reschke übernahm im Sommer als technischer Direktor die Kaderplanung und Sascha Riether wurde mit dem Ende seiner aktiven Laufbahn zum Teammanager. Massimo Mariotti - ehemals Wagners Co-Trainer bei Dortmunds Zweiter und schon Integrationsbeauftragter beim VfB unter Reschke - kam ebenfalls im Sommer und soll Neuzugängen beim Einleben auf Schalke helfen. Auch für Mike Büskens wurde ein neuer Aufgabenbereich gefunden, er soll fortan die Schalker Leihspieler betreuen. Und schließlich kam mit Sascha Lense ein neuer Sportpsychologe (, der bei aller Berichterstattung wie etwa um das Wiedererstarken Harits - von Seiten der Vereins verständlicherweise, von Medienseite zu meinem Unverständnis - keinerlei Erwähnung findet).
Trainerteam und Management leisten indes gute Arbeit. Allein der ausschließliche Fokus auf die Köpfe - Wagner und Schneider - verstellt etwas den Blick auf die dem Hinrundenerfolg zugrunde liegende Veränderung.
Der Fünfte Platz ist aber nicht nur darauf zurückzuführen. Schalke schaffte es in der ersten Saisonhälfte die expected-Goals-Metrik - im Folgenden verwendet werden betweentheposts (BTP), sowie understat (US) - geradezu ad absurdum zum führen. Laut BTP hätte es bisher 8 Tore weniger für und 3 Tore mehr gegen Schalke geben sollen, US gibt 7 Tore zu viel und 5 Gegentore zu wenig aus. Dadurch stehen wir mit 9 (BTP) bzw 10 (US) Punkten mehr da, als zu erwarten gewesen wäre (und alle sechs Werte mussten noch abgerundet werden). Das alles trotz der grassierenden Stürmerdebatten und der massenhaften Ausfälle in der Defensive und zuwider der gefühlten massiven Benachteilung durch den VAR - gegen ersteres und letzteres habe ich ausgiebig versucht anzuschreiben. Ein Kampf gegen Windmühlen…
Außer Burgstaller underperformt den Daten nach in Sachen Chancenverwertung nämlich kein Einziger der Angreifer und die vorgezeigten Entscheidungen waren entweder zumindest vertretbar (Dortmund, Düsseldorf, Union, Freiburg) oder sie waren für das Ergebnis irrelevant (Bayern, Augsburg). Tatsächlich hat der - ausgebliebene - VAR-Eingriff nur ein Spiel entschieden: zugunsten von Schalke beim Sieg gegen Frankfurt.
Mein Zwischenfazit kann also nur folgendermaßen ausfallen: Schalke steht mit solider Arbeit und einer ganzen Menge Glück bzw kaum reproduzierbarer Effizienz auf einem hervorragenden fünften Platz. Die ligaweit viertbeste Defensiven und fünftbeste Offensive stehen uns gut zu Gesichte. Auf eine ebenso gute Rückrunde wage ich allerdings kaum zu hoffen.

Aus aktuellem Anlass noch ein paar Worte zu Gregoritsch und Nübel:
Chancenverwertung ist zwar kein Problem auf Schalke, die -herausarbeitung hingegen schon und da hat auch ein gut eingebundener Stürmer selbst seinen Anteil. Die Verstärkung begrüße ich also prinzipiell schon, auch wenn sie fast zwangsläufig weniger Spielpraxis für die jungen Kutucu und Matondo bedeutet und eigentlich auch kein Vertrauensbeweis an den erstarkten Raman ist. Darüber hinaus sei mal dahingestellt, ob ein bei Augsburg suspendierter Leihspieler ohne Kaufoption die richtige Entscheidung ist. Spielerische Qualitäten und Bundesligaerfahrung bringt er zumindest mit. Ich hoffe jetzt einfach mal auf eine märchenhafte Geschichte wie letztes Jahr bei Hinteregger :wink:
Bei Nübel wird sich wieder die alte Wahrheit beweisen, dass Nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wurde. Der Aufschrei gestern (22.12.) war dahingehend wohl so etwas wie das scharfe Anbraten auf voller Hitze. Tatsächlich wird die Entscheidung darüber, ob er bis zum Sommer Stammtorhüter bleibt, frühestens am 20. Spieltag gefällt. Bis dahin haben die verletzten Fans eine hoffentlich besinnliche Weihnacht, ein berauschtes Neujahr, einen Januar voller gefasster und gebrochener Vorsätze und zwei weitere Bundesligaspieltage gegen die Topteams Gladbach und Bayern hinter sich.
Die ganze Aufregung verstehe ich übrigens aus vielerlei Hinsicht nicht: Weil sich eine ausbleibende Verlängerung nun wirklich schon lange angekündigt hatte. Weil er beileibe nicht der erste ablösefreie Abgang in den letzten Jahren ist - Goretzka, Kolasinac, Matip - und sportlich allemale besser zu verkraften als die vorherigen. Weil die Entscheidung sportlich und finanziell vollkommen nachvollziehbar ist. Und schließlich weil er kein Schalker Jugendspieler war.
Die wirkliche Ironie an der ganze Sache ist ja, dass von Schalker Fanseite jetzt Nübel als charakterlos beschimpft und in Schubert der (voraussichtliche) Nachfolger aufs Podest gehoben wird. Schubert, der seinen Jugendverein Dynamo Dresden im Sommer ablösefrei Richtung Schalke verlassen hatte. Aber eigentlich waren das schon wieder viel zu viele Worte für eine im Grunde ziemlich banale Angelegenheit. Was die Schalke begleitenden Medien wieder daraus gemacht haben, ist für mich nur noch abstoßend und ermüdend. Genauso die von mir wahrgenommene vorherrschende Reaktion aus der Fansszene.
Abschließend will ich aber an dieser Stelle noch jedem Interessierten die Podcastfolge 28 vom Blauen Salon mit Nübels und Fährmanns Spielerberater Stefan Backs von Ende September ans Herz legen.

Zuletzt noch drei Fragen an @Taktikfuchs123:

  • Wie würdest du die genannte xG-Overperformance bewerten?
  • Wie würdest du Bastian Oczipkas Rolle und Saison bisher bewerten?
    Er hat als einziger Schalker noch keine Bundesligaminute verpasst und gehört zu den besten Key-Pass-Gebern des Teams. Ich hatte ihm die anspruchsvolle Aufgabe als Außenverteidiger in Wagners System vor der Saison kaum zugetraut, jetzt brilliert er.
  • Was waren deiner Meinung nach die prägenden Schalker Spieler der Hinrunde und was hat sie jeweils ausgezeichnet?

Ich will ein paar Worte zu Brandt schreiben. Mit ihm auf der 8, wenn er das komplette Vertrauen von allen Dortmunder Verantwortlichen inkl. Fans und ihm auch den ein oder anderen Fehlpass zugesteht wird, wird der BVB > 35 Punkte holen. Er ist der Unterschiedsspieler in Deutschland! Seine Kreativität mit einer Vertikalität ist für viele Mitspieler manchmal zuviel. Manchmal hat er eine gewißte Ungenauigkeit drin, weil er die leichten Aktionen nicht bis zum Schluß mit der nötigen Konzentration ausführt. Im letzten Moment geht der Augen/Ball Kontakt verloren mit manchmal katastrophalen Folgen. Das Tor zum 2:0 gegen Leipzig schießt derzeit kein weiterer deutscher Spieler. In südlichen Ländern wäre er der Megastar, aber die deutsche Mentalität, die häufig das Risiko scheut und eher Sicherheitsspieler belohnt, steht dies im Wege. Auch heute noch sehe ich im Jugendfußball auf allen Ebenen, dass Spieler mit einer gewißen Kreativität so oft getadelt werden bis die Sicherheit im Vordergrund steht. Das liegt in unserer Mentalität, führt aber zu Stillstand und Schwierigkeiten im internationalen Fußball.

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Ich würde meinen Vorrednern bezüglich des BVB besonders bezüglich der gelungenen und harmonischen Kaderplanung extrem widersprechen. Für mich passt auch Planungsebene beim BVB in den letzten Jahren nichts mehr zusammen. Dies fängt an bei der Trainerauswahl, die mittlerweile eher so wirkt als würde Watzke einen passenden Skatpartner suchen nach Klopp, als nach einem wirklich taktischen Profil.

Die Weiterentwicklung von Klopp zu Tuchel war nachvollziehbar und gut. Allerdings passen Bosz, Stöger und Favre anschließend weder zusammen, noch zu dem was Klopp und Tuchel als Fundament gelegt haben. Darüber hinaus passt der Kader meiner Meinung nach eben nicht zusammen, oder zumindest zu dem Fußball von Favre. Es wirkt mit unter eher so als würde man alle Talente zusammenkaufen wollen und gucken wie es passt.

Wenn man die beiden Systeme aus der Hinrunde (4231 und 343) nimmt, passen die besten Spieler nie in diese Systeme zusammen. Brandt hat im 4231 keine Position gehabt und Reus hat keine im 343. Er ist kein Stürmer und spielt diese Position nur ungerne, ebenso wie auf den Außen. Insgesamt ist der so breit eingeschätzte Kader des BVB nicht annähernd so gut wie man es selbst dachte. Darüber hinaus kommen mir nicht erklärbare Vertrauensdefizite in zum Beispiel Mario Götze und am Anfang der Saison in Guerreiro bis zur Vertragsverlängerung, Zagadou bis zum Pokalspiel.

In der Innenverteidigung genossen zu Beginn nur Hummels und Akanji das vertrauen. Zagadou hat nach einem schlechten Spiel (!) in der Rückrunde (!) in München keine Chance mehr erhalten bis zu dem Pokalspiel gegen Gladbach. Vorher wurde allerdings noch Toprak abgegeben. Insgesamt hatte man wohl mit 2 Spielern für 2 Positionen geplant. Weigl konnte hier zwar auch eingesetzt werden, jedoch merkt man durchaus in einigen Spielen, dass er kein Innenverteidiger ist.

Die Planung auf Außenverteidigung ist insgesamt gut. Mit Hakimi, Guerreiro, Pisczcek und Schulz hat man gute Rotationsmöglichkeiten und eine gute bis ausreichende Qualität. Hinzu kommen Kaderspieler wie Morey und Schmelzer.

Im zentralen Mittelfeld hat man mit Reus, Brandt, Witsel, Delaney, Dahoud und Weigl sechs Spieler für 3 (im 4231) bzw. 2 (im 343) Positionen. Für Brandt war zunächst keine Position vorhanden, erst nach der Umstellung auf 343 und einigen Verletzungen durfte Brandt auf seiner besten Position spielen. Die Frage ist, wie es weitergeht. Ich glaube ehrlich gesagt nicht daran, dass Favre ein System einstudieren lässt, in dem beide ihre Position haben, etwa ein 4141 oder 433. Viel mehr sehe ich auch in der Rückrunde die Standardformationen aus der Hinrunde.

Auf der Außenbahn hat man mit Sancho und Hazard lediglich zwei Spieler eingeplant. Guerreiro dürfte man sowohl als Back Up hier gesehen haben, als auch auf Linksverteidiger. Dass Brandt hier auch eingesetzt wurde zeigt für mich die ganze Missplanung, die im Laufe der Hinrunde deutlich wurde. Bruun Larsen ist absolut kein Faktor auf dem Niveau, auf dem der BVB spielen möchte. Das konnte man letzte Saison schon sehen und hat sich diese Saison bestätigt. Und dann nur Guerreiro als echte Alternative zu haben, der auch noch für eine andere Position eingeplant war, ist doch sehr dünn und schlecht geplant. Mit einer Verletzung auf der linken Außenbahn, wäre es richtig eng geworden.

Zur Stürmerposition wurde bereits alles gesagt und auch eingeräumt, dass man entsprechend blauäugig in die Saison gegangen ist. Wenn die Gerüchte nun jedoch stimmen, dass Alcacer gehen will auf Grund der zu geringen Spielzeit, reicht nicht mehr nur ein Transfer eines Stürmers.

Der Kader wirft für mich sehr viele Fragezeichen auf. Keine Position, außer Torwart, der Außenverteidigung und der Innenverteidigung (dadurch, dass Balerdi wohl weiter Richtung BuLi Niveau rutscht), sind für mich gut aufgestellt in der Rückrunde.

Man braucht dringend eine Systemumstellung, um die besten Spieler auf ihren besten Positionen spielen lassen zu können. Sollte das Mittelfeld im 433 dann aus Witsel, Reus und Brandt bestehen, braucht man dringend Alternativen. Weigl und Dahoud scheinen gehen zu wollen. Insbesondere Dahoud könnte jedoch als Achter eine Alternative werden, scheint jedoch absolut kein Vertrauen zu genießen. Einzige gute Alternative zu Reus und Brandt im Kader in diesem System wäre Guerreiro. Der ist allerdings schon auf zwei Positionen eingeplant, aber seine Natur als Spieler ohne wirkliche Schwächen und Stärken bringen mit sich, dass er auf nahezu allen Positionen spielen kann.

Auf der Außen muss dringend ein weiterer Spieler her. Nur Hazard und Sancho reicht nicht aus. Dazu sollte man Bruun Larsen evtl. zur Entwicklung ausleihen.

Im Sturm soll ein weiterer Stürmer verpflichtet werden. Das ist gut. Aber auch nur ausreichend, wenn Alcacer noch mindestens bis zum Sommer bleibt.

Insgesamt würde es dem BVB gut tun eine wirkliche fußballerische Identität aufzubauen. Diese gibt es einfach seit Jahren nicht mehr. Die Platzierungen auf den CL Plätzen sind eher Ausdruck der Qualität des Kaders als eines gut eingestellten Teams und aufgestellten Vereins.

Hierzu zählt jedoch nicht nur der Trainer, der gesamte Vorstand muss hinterfragt werden. Watzke gibt immer mehr eine unglückliche Figur ab, die Trainerauswahl ist willkürlich, Zitate aus der Hinrunde in Richtung Klopp, den er lieber behalten hätte und alles andere ausgetauscht hätte sind ein Schlag gegen den aktuellen Trainer und die Spieler, die zur Kloppzeit bereits dort waren. Dies geht weiter bei Zorc, der für die Kaderzusammenstellung zuständig ist, welcher, wie oben beschrieben meinem Empfinden nach, erhebliche Lücken und Fehlplanung aufweist. Und endet bei Favre, dessen Fußball einfach nicht zum Verein, dem Umfeld und den Kader passt. Im Sommer wird dann (hoffentlich) richtig umgebaut, denn mit den Abgängen von Sancho und Hakimi kann man wohl fest rechnen, womit wohl sowieso das nächste Übergangsjahr eingeläutet wird.

Tobias bekommt den Leipzig Teil, zudem Leipzig letztens als Schwerpunkt, mhm, da schreibe ich mal nichts taktisches oder zu Nagelsmann, weil da schon ganz viel gesagt wird / wurde.

Trotzdem ein paar Randbemerkungen, die sich vlt. wiederholen gegenüber dem Schwerpunkt:

  • Kader seit der Vizemeisterschaft zusammengeblieben inkl. 2.+3. Liga (Außnahme Keita)
  • Kader wurde in der Breite besser gemacht, nun bis Feldspieler 19 alles Stammkräfte (unter Hasenhüttl nur bis Feldspieler 14)
  • das eine Jahr warten auf Nagelsmann hat sich gelohnt
  • es gibt keinen Superstar im Team, jeder bringt seine Stärke ein und die jeweilige Schwäche wird von den Mitspielern aufgefangen aka der Star ist die Mannschaft (Auf Twitter bzw Forum suchen wir den Spieler der Hinrunde, aber dies ist eben verdammt schwer, klar Werner mit diesen Zahlen müsste es sein, aber das ist zu einfach, denn ohne Sabitzer, Nkunku oder Laimer etc. hätte er diese nicht)
  • einzig Backup für Halstenberg, also Saracchi ist wackelig. Die Zeichen stehen aber auf Leihe (Gala) und Henrichs als Zugang

Ein paar (Extra) Zahlen:
https://pbs.twimg.com/media/EMoVtXUW4AA3yao?format=png&name=medium

Sprich, Leipzig hat gegen die Teams bis Platz 9 „nur“ 10 Punkte geholt.
Gegen die ersten 4 alle auswärts 5 Punkte (BMG, BVB, Lev, SCF)
Gegen die anderen 4 alle Heim auch nur 5 (TSG, Bayern, S04, Wob)

Quasi Winterneuzugänge werden:
Wolf, Adams, Konate, Kampl, Orban die zum Auftakt wieder zur Verfügung stehen sollten (Außnahme Orban, der dann noch 2-3 Spiele verpasst)
Cunha verpasst wegen der Oly-Quali für Brasilien ein Großteil der Spiele zum Auftakt

Viel Erfolg bei der Aufnahme, freue mich jetzt schon!

Die Spiele von Reus im 343 waren deutlich besser als die Spiele vorher, sowohl von den Statistiken her als auch von der Einbindung ins Spiel. Vor allem spielen wir im 343 mit keinem klassischem Stürmer. Die vordere Reihe variiert auf ihren Positionen und schafft so Räume, die wir mit einem festen Stürmer nie bekommen haben.

Im Schwatzgelb Podcast wurde das Thema auch noch einmal aufgegriffen. Falls der BVB weiterhin mit dem 343 System spielt, muss man überlegen, ob ein klassischer Stürmertyp überhaupt Sinn macht oder ob es nicht besser wäre einen weiteren flexiblen Offensivenspieler zu holen.

Danke für eure Mitarbeit, wir zeichnen gleich auf.