Werder Bremen (m)

Er ist gelernter RA oder, deshalb merkt man auch die Mängel nach hinten würde ich sagen.

Würde sagen die Eintracht spielt das eigentlich sehr häufig, aber nein, zwei Flügel + zwei Schienenspieler ist oft einfach zu offensiv, bzw die stehen sich im Weg und dann rücken die offensiven eher in den Halbraum. Und dann fehlt auch wie du sagst, jemand, der die Bälle in die Offensive bringt, wenn das Zentrum nur aus zwei bestünde während 5 Spieler, die nicht abdecken nach vorne rennen. Das ist grundsätzlich die Sache warum ich Bremen kritisch sah, weil ich nicht verstanden hat, wieso Ole Werner im Sommer auf die Verteidigungskrise mit einem Dreiersturmexperiment bei Dreierkette experimentieren wollte.

Mit Adidas meinst du Harm Ohlymeyer? Der ist ja nun seit ca. 1,5 Jahren gewähltes Aufsichtsratmitglied. Das hat mit der Gruppe ja dann erstmal nix zu tun. Zu den Auflagen, Anforderungen oder Leitlinie sagt Hess-Grunewald gleich am Anfang der damaligen PK einiges. Bleibt aber in manchen Punkten auch vage. Einige davon habe ich weiter unten aufgeführt.

Aber du hast natürlich mit deinen Ausführungen recht bzw. sie sind nicht falsch. Eine Garantie dafür wie sich die Gruppe verhält oder ob das was sie jetzt sagen bzw. wie sie dargestellt werden so stimmt oder nicht, die gibt es natürlich nicht. Das muss dann jede*r für sich entscheiden wie er das einschätzt. Ich habe weiter unten dazu auch noch meine Meinung geschrieben und warum ich manches Stillschweigen ok finde oder nachvollziehen kann.

Ich bin aber auch in Punkto „Was haben die davon? Liebe zum Verein etc.“ bei dem was @LBBDK und teilweise @Um-Bro schreiben und glaube, dass Werder und Bremen ein stückweit eben was anders sind als andere Fußball-Standorte.

Dann mal mein Input… sorry ist doch sehr lang geworden…

Sportliches
Werders Saisonstart lief alles andere als gut, obwohl er vermeintlich eher einer der leichteren der Liga war. Vier der ersten acht Spiele gingen gegen direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt. Punkten/Gewinnen konnte man nur gegen zwei (Mainz und Köln), die restlichen sechs gingen verloren. Danach wurde es Stück für Stück besser und nach den erwartbaren Niederlagen gegen Stuttgart und Leverkusen konnte Werder ordentlich Punkte sammeln. In meinen Augen liegt diese Entwicklung vor allem an den späten Sommertransfers und der damit fehlenden Eingespieltheit im Team. Außerdem kamen lange verletzte Spieler wie Agu zurück ins Team und die eher langsame Heranführung von Senne Lynen im DM verstätigte sich. Lynen und Stage sind zwei Faktoren dafür, dass Werder defensiv deutlich stabiler steht. Aber auch Friedl und Jung haben einen deutlichen Anteil in einer durch Verletzungen häufig umgestellten IV.
Auch wenn das manchmal etwas wild sieht, so hatte ich den letzten Wochen selten das Gefühl, dass die „Jungs“ das nicht geklärt bekommen. Was ein recht neues Gefühl bezüglich Werders Abwehr ist :wink:

Neben Lynen dürfte zudem vor allem der Torwartwechsel zu Zetterer eine deutliche Wirkung gehabt haben. Es ist gut zu sehen, dass Zetti nicht nur stärker in den Aufbau eingebunden wird, teilweise ist er auch mit „gefährlichen“ Vorlagen dabei, die das Spiel schnell machen können.
Apropos schnell… das Njinmah Borré die Rolle als Stürmer Nummer zwei abspenstig gemacht hat und die Gegner weiterhin ordentliche Probleme mit Justin haben ist in meinen Augen ein weiterer Faktor der dazu geführt hat, das Werder derzeit einen ordentlichen Abstand zu den Abstiegsplätzen inne hat.

Auch wenn Werder derzeit gut da steht auf Platz 8, schaue ich persönlich eher nach unten also auf die internationalen Plätze zu schielen. Bei Werder sieht man das offenbar ähnlich, was ich sehr beruhigend finde. Aber man ist ja auch ein gebranntes Kind was vermeintlich sichere Abstände angeht.

Personelles im Team
Im Winter hat man mit Malatini und Hansen-Aarøen zwei junge Talente fest verpflichtet und mit Alvero ein weiteres geliehen. Malatini konnte schon recht eindrücklich zeigen was er kann, was ich ehrlicherweise nicht so erwartet hatte. Dass er bereits jetzt schon in der Startelf stand, hat aber vor allem mit dem Verletzungen in der IV zu tun. 4 (Stark, Pieper, Friedl, Velkovic) von 7 IVs sind bei Werder derzeit verletzt und werden so schnell auch nicht wieder zurückkommen. Sonst scheint Ole Werner ja die Einbindung neuer Spieler eher langsam anzugehen, wie man diese Saison an Lynen und letzte Saison an Stage sehen konnte. Deman auf LAV konnte man zudem in manchen Spielen anmerken, dass diese eher langsame Heranführung hilfreich gewesen wäre. Aufgrund der Verletzungen von Weiser bzw. Agu war das aber nur bedingt möglich.

Für diese Art der Heranführung wird Ole Werner von einigen Seiten gerne kritisiert, ich persönlich finde das gut so. Ein Borré Abgang steht weiterhin im Raum, da bin ich sehr unschlüssig ob das eine gute Idee ist. Klar im Moment ist er nur eine Einwechseloption, steht im Ranking offenbar hinter Ducksch, Njinmah und Woltemade, aber wie man in der IV gerade sieht, kann es mit Verletzung auch schnell eng werden.

Personelles im Staff
Frank Baumann hört zum Ende der Saison als Geschäftsführer Sport auf. Sein Nachfolger wird Clemens Fritz. Manche unken, dass es von vorneherein klar war und der Auswahlprozess eher eine Alibiaktion gewesen sei. Diese Haltung teile ich nicht. Schließlich gibt es u.a. Bestätigungen von Per Mertesacker und Andreas Schicker (Sturm Graz) das es Gespräche/Anfragen gegeben hat.

Spannend finde ich dabei das Interview von Schicker im Kicker, dass man meiner Meinung nach aus zwei Richtungen interpretieren/lesen kann. Zum einem, dass Schicker sehr an einem Engangement bei Werder interessiert gewesen wäre und Werder dann doch Abstand genommen hat, man kann es aber auch dahin lesen, dass es zwar für ihn interessant und auch schmeichelhaft war, dass Werder angefragt hat, es für ihn am Ende nicht so richtig passte.

Ich persönlich tendiere eher zu letzterem u.a. weil er mit Sturm Graz sehr gut dasteht derzeit, während bei Werder eher viel im Wandel bzw. unsicher ist, aber auch weil es doch recht viele Gerüchte darüber gab, das Clemens nicht unbedingt erste Wahl war. Ob Clemens nun eine gute oder schlechte Wahl ist, kann ich aber nicht beurteilen. Da bin ich gespannt wie das in der Sendung gesehen wird. Mir fällt es vor allem schwer zu beurteilen welchen Anteil er an den Transfers der letzten Perioden hatte bzw. wieviel davon auf Baumanns Konto geht.

Ich persönlich halte nichts davon jemand vorzuziehen nur weil er von außen kommt, hätte aber Schicker durchaus spannend gefunden. Aber da kann man ja schon eher sehen, was er auf so einer Position zu leisten im Stande ist. Clemens Fritz muss/darf das dann demnächst zeigen.

In dem Zusammenhang dürfte noch interessant sein, was mit Clemens Posten passiert bzw. mit dem von Jahns. Gibt es da ein „Stühlerücken“ mit Nachfolgern oder werden die Aufgaben neu verteilt auf vorhandene Personen, also vor allem Fritz und Jahns? Vielleicht habt ihr dazu ja ein paar Infos/Einschätzungen im Schwerpunkt.

Finanzielles/Strategische Partner
Darüber haben wir hier ja in den letzten Tagen schon einiges geschrieben vielleicht dazu nochmal ein paar Punkte.

Auf der PK zu den strategischen Partnern sagte Filbry, dass Werder durch Corona und den Abstieg 80 Mio. verloren hat. Dieser Verlust führte dazu, dass man nur noch reagieren und nicht mehr agieren konnte. Eben immer um den Aspekt herum, dass Einnahmen z.B. durch Transfers in die gesamte finanzielle Lage einfließen müssen und nicht vor allem in die sportlichen Bereiche und damit die Entwicklung von Werder. Im Gegenteil, im Grunde musste in jeder Saison eine bestimmte Summer durch Transfers erwirtschaftet werden, damit Werder überhaupt einen einigermaßen wirtschaftlichen Stand erreichte. So war der Füllkrugtransfer am Ende des Sommerfensters offenbar die einzige Option einen Punktabzug aufgrund zu hohen negativem Eigenkapitals zu verhindern.

Dazu kommt noch, wie hier auch schon erwähnt, dass Wohninvest offenbar derzeit nicht zahlungsfähig und Werder somit kein Geld für den Stadion-Namen-Deal bekommt.
Diese schwierige finanzielle Lage wirkte sich natürlich auch negativ auf die dringend notwendigen Wandlungsthemen rund um Platz 11 und das NLZ und damit auch das Frauen-Team von Werder aus.

Um dem entgegen zu wirken hat das Präsidium die Geschäftsführung beauftragt nach Partner zu suchen, die bereit sind unter engen Vorgaben zu investerien. Auf der PK hat Präsident Hess-Grunewald diese so dargelegt:

  • Sie müssen zu Werder passen und sich mit dem Verein identifizieren. Dazu gehören natürlich die Werte für die Werder steht, die Traditionen, das soziale und gesellschaftliche Engangement, die Fankultur etc.

  • Die Partner sollten einen regionalen Bezug zu Werder haben.

  • Kein kurzfristiges Renditeinteresse haben, da es das von Seiten Werders nicht geben wird. Es gibt keine Gewinnausschüttung oder Ansprüche auf Divende.

  • Einfluss auf das operative Geschäft ist nur über den „Umweg“ Aufsichtsrat möglich und damit klar definiert und reglementiert.

  • Eingriffe Änderungen in Vereinsfarben, Logo, Namen etc. sind ausgeschlossen.
    Im Laufe der PK wird das dann von Hess-Grunewald, Klaus Filbry und Harm Ohlmeyer weiter ausgeführt. Interessante Ergänzungen sind dabei vielleicht folgende Punkte:

  • Die Gruppe erhält für 38 Mio, 18 % Anteile. Das Geld wird privat investiert und nicht aus Geschäftsvermögen.

  • Das Geld wird nicht zur Schuldentilgung verwendet sondern vor allem in das Kerngeschäft Fußball investiert. Dieses wird mit drei Säulen beschrieben:
    o Herren Bundesliga Team
    o Frauen Bundesliga Team
    o NLZ
    Unter diesen dreien wird das Herren Team den größeren Anteil „bekommen“. Insbesondere möchte man in junge Spieler zwischen 16 und 22 investieren. Filbry betont in der PK mehrfach, dass dies aber unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Vernunft geschieht und auch über mehrere Transferperioden hinweg.
    Außerdem dient das Geld als Absicherung für weitere Investitionen bzw. zur Erbringung von Eingenanteilen z.B. beim Umbau/Sanierung NLZ.

  • Die Gruppe erhält zwei Sitze im Aufsichtsrat. Diese kommen zusätzlich dazu. Bei der MV letztes Jahr hatte Werder die Satzung dahingehend geändert, dass zwei von sieben Sitzen an mögliche Partner gehen können. Nun hat man den Aufsichtsrat auf neun Sitze erweitert.

  • Harm Ohlmeyer, der gewähltes Aufsichtsratmitglied ist, ist Teil der Gruppe.

  • Frank Bauman, scheidender Geschäftsführer Sport, ist ebenfalls Teil der Gruppe, hat (laut Filbry auf der PK) aber die Möglichkeit, dass er einen Sitz im Aufsichtsrat übernimmt ausgeschlossen. Auch nicht nach einer gewissen „Karennzzeit“.

  • Eine Erweiterung der Gruppe ist für einen nicht näher benannten Zeitraum ausgeschlossen. Zudem hat Werder ein Veto-Recht bei einer möglichen späteren Ausweitung.

  • Ähnlich verhält es sich mit dem Weiterverkauf von Anteilen an andere. Hier gibt es neben einem Vorkaufsrecht für Werder ebenfalls diverse Auflagen und Vetorechte. Diese wurden in der PK aber nicht genauer benannt.

  • Auf die mehrfache Nachfrage nach der Rendite bzw. der „Nicht-Rendite“ zieht Klaus Filbry in der PK das Beispiel eines Grundstücks heran, das mit der Zeit aufgrund von der Entwicklung der Region etc. an Wert gewinnt und langfristig gesehen irgendwann mit Gewinn verkauft werden kann.

  • Die Federführung im Findungsprozess von Partnern hatte Klaus Filbry. Die ersten Gespräche bzw. Bemühungen begannen bereits während der Pandemie. Konkrete Gespräche mit der Gruppe begannen von ca. 1,5 Jahren und gehen vor allem auf zwei (nicht näher benannte) Personen der Gruppe sowie Filbry und Baumann zurück. Hier war wohl vor allem der Input von Frank Baumann wichtig in Bezug auf die Perspektive und mögliche Entwicklung von Werder.

Meine Meinung dazu nochmal in Kürze:
Wie auch anderen, wäre es mir lieber gewesen man bräuchte keine Investoren/Partner/wie auch immer. Die Situation ist aber wie sie ist und da finde ich das Modell, dass Werder und z.B. auch die SGE gewählt aber immer noch am mitragbarsten.

Über die Rolle von Frank Baumann bzw. einen möglichen Interessenskonflikt kann man sicher geteilter Meinung sein. Ich persönlich glaube a) das er dem Verein etwas wiedergeben will (das gilt ja im Grunde für alle aus der Gruppe, weil auch Teil der Anforderung) und b) er eben auch maßgeblich daran beteiligt war, durch seine Ausführungen/Perspektiven, das so eine Invest-Option überhaupt möglich war. Will sagen, es lag in seinem Aufgabenbereich sich da einzubringen. Zumal es offenbar in anderen Bereichen durchaus üblich ist, das „Angestellte“ in ihre gut laufende Firma investieren.

Auch die Aufstockung des Aufsichtsrats um zwei Sitze statt zwei abzugeben ist für mich ein gutes Zeichen dahingehend welche Zugeständnisse die Gruppe bereit war zu gehen. Das mit Harm Ohlmeyer nun derzeit drei Sitze durch die Gruppe besetzt sind, lässt sich bei der nächsten Wahl ja ändern. In meinen Augen wäre es aber auch ok, wenn er, sollte er nochmal antreten, wiedergewählt wird von den Mitgliedern wenn sie mit seiner Arbeit zufrieden sind.

Ich finde es im Rahmen dessen was Werder gefordert und gebraucht hat eine OK-Lösung mit der ich mitgehen kann und fand auch die Transparenz mit der man den Einstieg dargelegt hat in Ordnung. Natürlich geht es immer noch etwas mehr, aber z.B. das nicht offengelegt wird, welche Summe wer nun eingebracht hat finde ich persönlich sehr gut und auch das die Gruppe so wenig wie möglich in der Öffentlichkeit wahrnehmbar sein möchte empfinde ich erstmal nicht als problematisch. Eher gegenteilig denkt man da an so Personen wie Kühne oder Windhorst.

Darüber hinaus freut es mich auch einfach, dass Werder jetzt wieder handlungsfähiger ist, dass bereits jetzt durchaus spannende junge Spieler verpflichtet wurden, aber vorallem dass es rund um Platz 11, das NLZ und das Frauen-Team dann auch endlich mal die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden können bzw. erste Schritte dahingehend gemacht werden.

NLZ und Frauen Team
Konkret wird man dort nun zuerst notwendige Sanierungsarbeiten an den Gebäuden und der Infrastruktur vornehmen. Dazu gehören wohl auch Teile der Zuschauerplätze an Platz 11. Das Problem hier ist und bleibt aber wohl das alte, das Umbauten und Sanierungen möglich sind, ein Abriss und dann Neubauten aber wieder der Zustimmung der Anwohner am Osterdeich bedürfen. Da bin ich mir aber nicht so sicher, aber vielleicht weiß da Tobi oder Max mehr.

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Sehe es größtenteils so wie du. Nur kleine Ergänzungen meinerseits:

Auf der Vorstellungs-PK hat Clemens Fritz dazu gesagt, dass er schon Gedanken für die Nachfolge hätte. Am Freitag berichtete die Deichstube, dass der Posten wohl von jemandem besetzt werden sollte, der auch Erfahrung als Profi hat:

Nach Informationen unserer Deichstube würde der kommende Geschäftsführer das Amt des Leiters Profifußball gerne in die Hände eines Ex-Profis legen. In diese Richtung hält er die Augen offen. Kaderplaner Johannes Jahns, der im vergangenen Sommer von RB Salzburg an den Osterdeich kam, wäre damit runter von der Kandidatenliste, dürfte für die Zukunft jedoch ohnehin weiter in seiner jetzigen Position eingeplant sein.

Sie spekulieren über einige Namen von Menschen, die bereits angestellt sind (Chefscout Hartung oder Scout Engelhardt) oder von außen dazu kommen könnten (Niemeyer, Borowski, Prödl). Niemeyer fände ich von den genannten Namen am spannendsten, da er seit 2020 bei Preußen Münster schon in verantwortlicher Position arbeitet. Bei den anderen denke ich, dass einfach mal laut gedacht wurde.

Gerade beim Frauen-Team bin ich sehr gespannt, wie es sich entwickelt. Bisher war es sowohl bei dem Einstieg des strategischen Partners als auch bei der Ernennung von Clemens Fritz doch sehr ruhig um die Werder-Frauen. Da wünsche ich mir noch mehr und muss hoffen, dass es hinter den Kulissen eine größere Rolle spielt, als man von außen denken könnte. Es liegt sicherlich auch an (medialem) Interesse. Ich habe von niemandem auf den Pressekonferenzen seit dem Einstieg der Investorengruppe eine Frage bezüglich des Frauen-Teams gehört.

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Ah cool, ich hatte noch keine Gelegenheit mir die PK anzuschauen. Klingt Interessant mit der Erfahrung und Niemeier fände ich da in der Tat auch spannend. Prödl kann ich da gar nicht einschätzen und TimBo machte auf mich in der Vergangenheit eher den Eindruck, dass sein Weg nicht auf so einen Posten führen würde :man_shrugging:

Bei den Frauen hatte ich jetzt erwartet, dass da bald mal ein paar Infos kommen, nachdem die Stadt sich zu Werders Plänen commited hat.

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10 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Genossenschaften als Inhaber von Bundesligavereinen?

Die Freunde des Rasenfunks von RondoTV haben heute abend um 18 Uhr Werder-Cheftrainer Ole Werner zu Gast und vielleicht bietet sich wie bei Christian Eichner auch mal die Gelegenheit für eine Frage aus dem Chat.

Sind spannende Werdertage heute und morgen :smiley:

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Rondutv, worumpodcast, die Bieraktion für Union, die Insider wirklich cool was alle aus den worum so entstanden ist :+1:

Ich wollte einfach ein generelles Update für alle Interessierten liefern bzw. meine Sicht schildern.

In Bremen standen und stehen in den nächsten Wochen und Monaten wichtige Entscheidungen und damit einhergehende Veränderungen an. In Summe vielleicht mehr als andernorts, wobei das auch die werderzentrische Wahrnehmung sein könnte :smiley:

Fritz beerbt Baumann, wer beerbt Fritz?

In der Verlosung sind u.a. mehrere Ex-Werderaner. Wenig überraschend, war es doch in den letzten Jahren die absolute go-to-Lösung.
Namentlich die Ex-Spieler Sebastian Prödl, Peter Niemeyer und Tim Borowski.
Niemeyer ist momentan Geschäftsführer bei Preußen Münster. Prödl arbeitet beim diskussionswürdigen Fernsehsender Servus TV als Experte und sitzt bei Austria Wien im Aufsichtsrat.
Tim Borowskis Qualifikation ist glaub ich Co-Trainer beim Abstieg und dazn Experte gewesen zu sein…

Zum Kader:
Die meisten Verträge laufen noch eine Weile. Groß hat bereits bekannt gegeben, dass er seine Spielerkarriere beenden wird. Bei Jiri Pavlenka ist schwer vorstellbar, dass er seinen auslaufenden Vertrag zu deutlich geringeren Bezügen verlängert, um die Nummer 2 hinter Zetterer zu bleiben. Dieser Status kostet ihn offenbar bereits die EM Teilnahme.

In der Abwehrreihe hat Weiser sicherlich die Möglichkeit auch bei einem etwas besseren Verein zu spielen, aber realistisch betrachtet ist er nach hinten so schwach, dass er für viele international vertretene Vereine keine so großartige Option darstellt. Ich verstehe aber, dass man in seinem Alter nochmals einen guten Vertrag unterschreiben will, es dürfte der letzte mit einer Gehaltssteigerung sein.
Der Rest der Abwehrspieler dürfte keine Interessenten anziehen. Ich persönlich wäre froh, wenn neben Groß auch Veljkovic ginge. Sein Vertrag läuft noch bis 2025. Er steht für mich seit fast einer Dekade für schwimmende Panikenten in Werders Abwehr. Manchmal spielt er tolle Pässe, dafür gibt es kaum ein Spiel ohne fatale Stellungsfehler oder Lethargie in der Manndeckung.

Im Mittelfeld gilt für die besseren Spieler ähnliches wie für Weiser. Ja, Schmid, Stage und Lynen kämen sicher auch bei leicht besseren Vereinen zu Spielzeiten, aber so wirklich wird sich kein Wechsel aufdrängen, sodass man vermutlich auch nächste Saison mit ihnen planen kann (alle haben noch Vertrag bis mindestens 2025).
Alvero hat bisher bei seinen Einwechslungen eigentlich einen ganz ordentlichen Eindruck gemacht. Er ist sehr passsicher und ballgewandt. Ob man nach der Leihe die kolportierten 6 Mio für ihn zahlen sollte kann ich nicht bewerten.
Auf Bittencourt trifft vieles zu, was auch auf Veljkovic zutrifft, nur natürlich mit anderen Stärken und Schwächen. Er nimmt praktisch jeden Fernschuss, weil er immer davon träumt sein Tor im Pokal gegen Dortmund zu wiederholen. Dadurch versanden viele Angriffe. Insgesamt fehlen ihm Spritzigkeit und Spielverständnis.
Ob man Woltemade zum Mittelfeld oder Sturm zählen möchte ist nicht so relevant. Wirklich stark war er bisher in keinem Spiel. Was ich besonders komisch finde: bei jungen Spielern ist meist eher die Konstanz ein Problem, Ausschläge nach oben oder unten plant man ein. Bei Woltemade gibt es diese Ausschläge nach oben aber nicht. Ich hätte kein Problem damit, wenn man seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängert, da er sicherlich ein Gehaltsupgrade haben möchte. Klar besteht das Risiko, dass er sich wo anders besser entwickelt, aber ein „ewiges Talent“ braucht man nicht.
Bei Keita traue ich mir keine ernste Prognose zu. Wenn ich raten müsste, würde ich sagen er geht im Sommer.

Im Sturm könnte ein Ducksch-Abgang frisches Geld in die Kasse spülen. Dass er seine Fähigkeiten hat ist klar. Zwar kann man sich auch gut und gerne über seine manchmal phlegmatisch wirkende Spielweise aufregen, andererseits explodiert er ja manchmal dann doch (manchmal auch nur gegenüber Mitspielern oder dem Schiedsrichter), also ich glaube er ist schon voll dabei.
Für Dinkci besteht wohl eine Ausstiegsklausel von ca. 5 Mio. Wenn man plant ein Spiel mit schnellen Stürmern aufzubauen, dann kann man ihn natürlich gebrauchen. Aber 5 Mio. sind auch viel Geld, daher könnte ich mit beiden Optionen leben. Ausstiegsklauseln werden eben immer üblicher, ansonsten zahlt man deutlich höhere Gehälter, Prämien o.ä., um die AK zu entgehen.
Ich denke Kownacki wird man verleihen oder verkaufen, außer er kann in den letzten 8 Spielen noch nennenswert Pluspunkte sammeln, woran ich nicht glauben mag.

Zum Trainer:
Werner wird bleiben, sofern die letzten 8 Spiele keine Horror-Show werden sollten. Ja, die letzten drei/vier Spiele waren sehr frustrierend (immer 0:2 hinten, dann den Anschluss erzielt, fast forward, Abpfiff), aber insgesamt war die Saison doch ziemlich stabil. Richtig hergespielt wurde man nie. Klar, Hinspiel gegen Bayern oder in Phasen auch von Leverkusen und Stuttgart, aber bitte…wirklich nicht mehr die eigene Kragenweite, daher würde ich das eher vernachlässigen.
Werner neigt nicht zu erratischen Handlungen bzw. zu vielen Veränderungen. Das kann man doof finden, aber ich glaube es gibt den Spielern auch Halt, wenn ein Trainer halbwegs vorhersehbar handelt. Wie die Kommunikation mit der Mannschaft genau abläuft weiß ich nicht, aber mit Keita sitzt man offenbar regelmäßig zusammen und so ganz großer Stunk ist noch nicht entstanden seit Werner da ist.
Spielerisch ist eine Weiterentwicklung zur letzten Saison zu sehen. Man hat sich ein paar Muster angeeignet, die manchmal funktionieren, manchmal nicht. Ich finde die Komponente Zufall (lange Bälle und dann Flipper) wurde diese Saison minimiert. Die Abwehr steht insgesamt halbwegs zuverlässig. Meist sind es eher individuelle Aussetzer oder schlichtweg Gegnerqualität (Maxi Beiers Tempo, Heidenheims Standardstärke), die die Gegentore begründen. Wenn sie noch hinbekommen den Raum den aufrückende Außenverteidiger hinterlassen zu schließen, dann wäre ich schon zufrieden. Man bedenke, dass man 10 Jahre die Schießbude der Liga gestellt hat, aktuell siebtbeste Abwehr (41 Gegentore).

Strukturelle/Finanzielle Möglichkeiten:
Erst heute habe ich im Radio gehört, dass Eintracht Frankfurts neuer Präsident Beck eine Mitgliederzahl von 200.000 anstrebt. Der HSV, Gladbach und Köln sind glaub ich alle bei über 100.000.
Werder hat ca. 50.000 Mitglieder. Ich weiß nicht wie viele davon „nur“ Fördermitglieder sind, aber man muss sich auch die Kosten der Mitgliedschaft vor Augen halten.

Gladbach 60€
HSV 60€
Eintracht: 76€
Köln 92€
Werder 168€.

Bremen ist dazu eine enorm strukturschwache Region. Es gibt im Westen Deutschlands wenige Fußballvereine in einer Großstadt, die so wenig finanzielle Wucht im Umfeld besitzen. Im Ruhrgebiet kann man sowas teilweise noch finden, ansonsten sind Standorte wie die oben genannten, aber auch Hannover oder Düsseldorf im Vorteil, Dortmund und Stuttgart natürlich genauso.
Das wurde in Teilen auch im Werder Schwerpunkt genannt, allerdings nicht das Thema Fans bzw. deren Kaufkraft.

Wie gut oder schlecht man nun das Geld der Investoren einsetzen wird bleibt abzuwarten.

So, ich hoffe das ist für den oder anderen interessant. Vielleicht haben ja insbesondere die Werder Fans noch etwas beizutragen, mein Beitrag ist selbstverständlich nicht vollständig und darf sehr gerne ergänzt werden. :slight_smile:

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Wo kommt das denn her, dass die Beiträge in Bremen so hoch sind?

Das kann ich dir tatsächlich nicht sagen, es muss aber schon lange her sein, dass Werder nach diesen Fantasiebeiträgen von Leipzig die höchsten Beiträge hat, weil ich es nicht anders kenne. Ich glaub anfangs hab ich mal 120€ gezahlt.
Empfundener Vorteil: lebenslange Mitgliedschaft rentiert sich früher :smiling_face_with_tear:

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Sollten sie die Investorenkohle dafür nehmen, kurzfristige Einbußen durch ne Absenkung auszugleichen und dann sehen, dass die Mitgliederzahl steigen werden und somit der Posten wächst statt schrumpft :upside_down_face: (Geht natürlich nicht, weil das Investorengeld der KGAA oder so gehört)

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Bei Werder gibt es die Unterscheidung zwischen Voll- und Fördermitgliedern. Soweit ich weiß, ist das bei vielen Vereinen unüblich. Größter Unterschied ist, dass man Vollmitglied sein muss, um auch bei Werder Sport treiben zu können. Bis vor kurzem musste man auch noch Vollmitglied sein, um bei der Mitgliederversammlung abstimmen zu können, das wurde aber kürzlich angepasst. Aktuell gibt es damit für nicht-sporttreibende Mitglieder keine wirklichen Gründe mehr für eine Vollmitgliedschaft. Die Vollmitgliedschaft soll in Zukunft wieder attraktiver werden, beispielsweise durch die Gründung einer Fanabteilung für die Mitglieder, die keinen Sport treiben, aber Details sind dazu noch nicht bekannt.

Das sind die Jahresbeiträge:

  • Vollmitgliedschaft Normaltarif: 168 €
  • Vollmitgliedschaft ermäßigt: 72 €
  • Vollmitgliedschaft Senior*innen: 96 €
  • Vollmitgliedschaft Familien: 180–216 €
  • Fördermitgliedschaft Normaltarif: 84 €
  • Fördermitgliedschaft ermäßigt: 36 €
  • Fördermitgliedschaft Senior*innen: 48 €
  • Fördermitgliedschaft Familien: 90–108 €

Dazu kommt dann nochmal, dass man bei jährlicher Zahlung einen Monat geschenkt bekommt, was einem Rabatt von 8,3 % entspricht.

Schlussendlich ist die Werder-Mitgliedschaft immer noch verhältnismäßig teuer, aber wegen der enormen sozialen Staffelung ist der Vergleich mit anderen Vereinen schwierig.

Im Studium habe ich für meine Fördermitgliedschaft 33 € im Jahr bezahlt, mittlerweile sind es 77 € für die jährliche Vorauszahlung.

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Ok, dann ist das doch wieder vergleichbarer zu anderen aktiven Mitgliedschaften! zb bei der Eintracht kostet es 200 Euro wenn man Sport machen will.

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Bei der Eintracht kostet die Fördermitgliedschaft allerdings dann auch wieder nur 48€, beim fc gibt es ab 150km Distanz zu Köln immerhin 35% Rabatt.

Bei Gladbach und dem hsv gibt es keine zweite Option für Vollzahler.

Also ja, die 168€ zahlen sicherlich nicht alle, dennoch ist das eben ein Beitrag, den du woanders gar nicht erreichen kannst.

Ich glaube die letzten Wochen&Monate haben nochmal verdeutlicht wie wichtig Stimmrecht sein kann :smiling_face_with_tear:

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Input Rasenfunk Royal:
Zunächst mal hoffe ich, dass ich es recht verstanden habe, dass der Input in den Vereinskanal soll. Ansonsten bitte moven und sorry :sweat_smile:

Ich gehe in meiner Beobachtung und meinen Fragen zunächst davon aus, dass Werder auf Platz 9 - 12 einläuft, also nicht international spielt. Sollte das doch eintreten, nehme ich Anpassungen vor.

Thema Kader:

Von den feststehenden Abgängen (Pavlenka, Groß, Woltemade und Dudu Haesler [+Dinkci]) sind die Änderungen von dieser in die nächste Saison überschaubar. Ja, Woltemade hat jetzt mal zwei Tore gemacht und Dinkci eine vor allem starke Hinrunde gespielt, insgesamt war der sportliche Ertrag für Werder aber überschaubar. Es geht mir explizit nicht um theoretisches Potenzial, was bei anderen Clubs nun entwickelt werden könnte!

Als echter Zugang steht außer den Leihrückkehrern (deren Chancen allesamt marginal sein dürften) bisher nur Grüll fest, der bei Rapid eine sehr starke Saison spielt. Bleibt zu hoffen, dass die Erkenntnisse aus seinem Fehlverhalten nach dem Derby gegen die Austria ernst zu nehmen sind. Nicht, dass er sich weigert die Ecken auszuführen…
Aber gut, ich persönlich bin bereit ihm eine zweite Chance zu geben, vorrangig weil wir diese alle irgendwann mal benötigt haben oder benötigen werden.
Spielerisch bzw. positionstechnisch ersetzt/entlastet er Schmid, Deman und Agu. Ob letzterer mit Grüll zusammen funktioniert wird enorm wichtig sein, da man sich sonst auf den Füßen stünde. Sollte man in ein 4-3-3 wechseln, würde Agu tiefer agieren müssen, Grüll die offensive Außenbahn übernehmen und Schmid vermutlich eine zentrale Halbposition bekleiden.

Rechts wäre theoretisch das gleiche Spiel mit Weiser, Stage und Njinmah möglich…mit dem großen Fragezeichen: wer von denen ist nächste Saison überhaupt noch da?! Weisers Vertrag läuft aus, Njinmah dürfte trotz längerer viraler Erkrankung Interessenten anziehen und Stage hat insgesamt auch eine solide bis gute Saison gespielt. Schmid übrigens auch, der besitzt außerdem noch das Schaufenster Euro für Österreich.

Vorne wäre eine Alternative zu Ducksch und Kownacki mehr als sinnvoll. Ob Imasuen nach einem Jahr Oberliga Bremen bundesligatauglich ist, kann ich nicht bewerten.
Ein im Raum stehender Ducksch Abgang bereitet mir keine schlaflosen Nächte. Seine letzten Spiele waren super, die Saison insgesamt aber zu durchschnittlich. Ich glaube er ist nahe am Leistungsmaximum, was ihn für bedeutend bessere Clubs unattraktiv macht, und die Ausstiegsklausel ist für Clubs, denen er einen Mehrwert brächte, zu hoch.
In der Hinrunde bzw. bis in den Februar hatte man natürlich noch Borré im Kader.

Die Abgänge von Rapp und Groß haben beide Defensiv-Allrounder entfernt. Für 1-2 Spiele kann Stark sicherlich mal auf die 6, dennoch wäre es ohnehin schön hinter Lynen noch einen Backup zu haben (Alvero Leihverlängerung wird wohl verhandelt).

Eine meiner Fragen diesbezüglich: denkt ihr Werder sollte hier vom eigentlich ach so kreativen Weg junge Spieler besser zu machen und gewinnbringend zu veräußern abrücken, und für die 6 und die 9 einen älteren Spieler zu holen, der „sicher“ ordentliche Leistungen bringt, aber ansonsten auch zufrieden ist häufig außen vor zu sein? Die Abgänge senken das Alter im Kader sonst ohnehin sehr stark. Vielleicht auch für die Kabine relevant, insbesondere Groß soll hier ja eine tragende Rolle gehabt haben und Bittencourt wird wohl auch nicht mehr besser.

Damit wären wir beim Thema…

Thema Mitarbeiter Kaderplanung:

Was denkt ihr über Niemeyer? Was hat ihn bei Preußen ausgezeichnet, wie lief dort die Kaderplanung? Der Erfolg gibt ihm auf den ersten Blick sicherlich recht, dennoch hat man als Werderfan ja immer Angst, dass die Jobvergabe nicht gänzlich objektiv bzw. fair ablief…

Erfahrung zu holen ging mit Keita leicht schief. Klappt es diesmal? Können Jahns und Niemeyer das?

Thema Stadion:

Das leidige Thema Polizeikosten ist immer wieder in den Medien. Welchen Ausgang haltet ihr hier für realistisch?
Der Betrag der dadurch in der Kaderplanung fehlt beträgt ca 1% des Jahresumsatzes.
Wie sieht Werders Pachtvertrag für das Stadion inkl. der komplexen Struktur mit KGaA, Stadion GmbH, Stadt Bremen etc. aus? Ist mit einer Erhöhung zu rechnen? Wo steht man im Vergleich?
Was ist eigentlich mit dem Catering, hat man das ähnlich wie der FC für Jahre verkauft bzw. lohnt es sich überhaupt sowas selbst zu machen?
Was ist nun mit dem Vertrag mit wohninvest? 30 Mio sollte es für 10 Jahre geben, inzwischen gibt’s gar nichts mehr. Ab wann wird hier der Vertrag zu kündigen sein und wie schnell findet man wohl nen neuen Sponsor?

Thema Saisonrückbetrachtung:

Alles in allem kann man sich, denke ich, zufrieden geben. So richtig tief unten reingerutscht ist man nie.
Wie aus der Vergangenheit gewohnt war man wieder als Serientäter unterwegs. Auf starke, punktreiche Sequenzen folgten lange Durststrecken ohne Sieg. Beides war vermutlich nie ganz leistungskonform in dieser extremen Ausprägung.
Ist das einfach nur Spielglück oder seht ihr da einen tieferen Grund hinter?

Im Nachhinein war der Klassenerhalt gefühlt nach dem Sieg gegen den vfb geschafft. Vor den drei Spielen in Frankfurt, in Leverkusen und heim gegen den vfb stand man bei 30 Punkten. Es hätte durchaus sein können, dass man nach 30 Spielen 30 Punkte gehabt hätte und damit als 14. in den Spieltag gegangen wäre. Man möchte es sich kaum vorstellen. Daher waren die 4 Punkte aus den oben genannten Spielen, trotz unfassbar vieler Sperren und Verletzungen (!) super wichtig.
Ohnehin muss man Werner attestieren, dass es nur sehr wenige Spiele gab, wo man mehr oder minder völlig unterlegen war:
Hinspiel gegen Bayern
Hinspiel in Heidenheim
Hinspiel in Stuttgart
Rückspiel in Leverkusen
Rückspiel gegen Wolfsburg

Ansonsten waren eigentlich auch die Spiele, die man nicht gewonnen hat okay.

Bis auf wenige Ausnahmen jeweils zum Ende der Halbserien hat Werder nahezu das gleiche System gespielt (5-1-2-2 mit Doppelacht).
Jetzt wo Agu sich links durchgesetzt hat ist die asymmetrische Achse zu Gunsten der offensiven Fähigkeiten Weisers nicht mehr so auffällig, dadurch ist man auch schwerer ausrechenbar.
Simpel ausgedrückt herrscht im Zentrum enorme Disziplin (die IV schalten sich praktisch nie in den Angriff mit ein, die 8er weichen bis auf Schmid nicht nennenswert auf die Außen aus), vorne darf Ducksch und durfte Njinmah meistens machen was sie wollen, Borré und Woltemade schienen einen präziseren Arbeitsauftrag erhalten zu haben.

Was erwartet ihr beim Thema Systemflexibilität oder in-game Coaching und wo seht ihr Werner dort im Vergleich mit seinen Kollegen?

MVP: Zetterer. Vorrangig wegen seiner fußballerischen Fähigkeiten, aber auch im Kerngeschäft ist er enorm gut, siehe Screenshots (Quelle: fb ref). Das Aufbauspiel ist so viel facettenreicher und der Spielaufbau viel strukturierter. Es ist wirklich ein Segen, dass die Abschläge nicht mehr auf dem Prinzip Zufall basieren.

Unsung Hero(es): Jung und Agu im Zusammenspiel auf links. Es ist schön zu sehen, dass beide Seiten inzwischen offensive Wucht entfalten können. Jung in die Dreierkette zurückzuziehen hat viel Kapazität geschaffen und die Gesamtleistung der Abwehr erhöht.

Moment(e) der Saison:
Die Fanaktionen zu Hersh Goldberg-Polin und Inbar Haiman


Mir läuft die Zeit davon, ich sende das schon mal und bearbeite es in Zukunft.
Hilfe von anderen ist sehr gern genommen!
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Lob für die Mühe einer ausführlichen Übersicht! Während des Lesens hatte ich den einen oder anderen Gedanken und erlaube mir, mal ein paar ergänzende Kommentare abzugeben.

Wie kommst du darauf? Bisher sehe ich überhaupt keine Anzeichen für ein 4-3-3 und denke, es läuft darauf hinaus, das 3-4-3 zu verfestigen. Sollte Weiser gehen, hätte man natürlich nochmal die Möglichkeit, eine Viererkette anzugehen, aber auch Deman sehe ich in der Rolle nicht. Uns fehlen einfach aktuell die Außenverteidiger für eine Viererkette.

Mein Eindruck ist, dass Werder aktuell gar nicht auf die ganz jungen Spieler (17–20) geht, sondern eher die Kategorie 21–24 im Blick hat. Lynen (24), Deman (23), Malatini (22) und Alvero (21) waren bei ihrem Transfer in dieser Altersklasse. Hansen-Aarøen (19) ist noch etwas darunter, aber auch kein blutjunges Talent mehr. Diese Spieler haben natürlich noch nicht die ganz große Erfahrung, aber meiner Meinung nach können sie sich im funktionierenden Mannschaftsgefüge schon schnell einbringen. Bei einem etwas älteren Transfer hätte ich jetzt keine Bauchschmerzen, aber ich denke nicht, dass wir da jetzt viele Spieler brauchen.

Tatsächlich kommt zur neuen Saison ein neuer Caterer, der bislang auch in Frankfurt und Lissabon tätig ist. Laut Deichstube wird auch insgesamt modernisiert. Das soll 10 Millionen Euro kosten, von denen der neue Caterer die Hälfte übernimmt.

Ich hab’s im Schwerpunkt schon so ähnlich gesagt: Für mich haben die Verletzungen/Sperrungen einen ganz großen Anteil an diesen Phasen.

Da würde ich widersprechen. Situativ wurde das 3-4-3 immer öfter genutzt, teilweise auch als Startformation. Ja, Lynen steht oft tiefer, sein Nebenmann ist für die Verbindung in die Offensive zuständig, aber im Sturm sehe ich oft eine Dreierreihe.

100% Zustimmung!

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Aber wieso denn? :sweat_smile:
Hier zwei Screenshots bzw. Links. Da sieht man ganz eindeutig, wie es erst sehr spät in der Hinrunde und dann eben auch wieder in der zweiten Hälfte der Rückrunde zu einem Drei-Stürmer-System kam. Genau das hatte ich doch gesagt.

Quelle: Werder Bremen Scores and Fixtures, Bundesliga | FBref.com

Quelle: https://www.footballcritic.com/sv-werder-bremen/formations/528

Ich denke wir sind uns einig, dass Dreierkette/Fünferkette austauschbar ist. Ob man Weiser und Agu nun als Verteidiger oder Mittelfeldspieler wertet ist vermutlich Geschmackssache.
Bei Lynen sind wir uns einig, er spielt meist laut heatmap hinter den 8ern und selten auf einer Höhe mit ihnen.

Zum 4-3-3 kam ich mit dem Hintergedanken der Flexibilität bzw. was man bei Ausfällen auf den Außenbahnen macht. Werder hat de facto nur Agu und Weiser als offensive Außenverteidiger/Schienenspieler/Joker :face_vomiting:

Ein bisschen mehr systemische Abwechslung oder „Überraschung“ wäre sicherlich nicht verkehrt.
Insbesondere, weil man nächstes Jahr, im dritten Bundesligajahr, vielleicht häufiger die spielbestimmende Rolle einnehmen muss, vor allem gegen die Aufsteiger könnte dies natürlich eintreten. Ob man es sich dort erlauben kann drei IV aufzubieten, weiß ich nicht.
Aktuell sind ja häufig nur drei wirklich offensiv ausgerichtete Spieler auf dem Platz, plus die beiden AV.
Ich sage nicht, dass das funktionieren wird oder der Kader das hergibt, es war bloß ein Gedankenspiel.

Du hast natürlich recht, wenn du sagst situativ habe man auch mal andere Systeme/mit drei Spitzen gespielt, aber ich denke teils kann man das kaum werten.
Zum Ende einer Begegnung hin werden ja auch oft irgendwelche Brechstangen- oder Mauersysteme gewählt, aber das hat dann ja meist wenig mit echter taktischer Ausrichtung zu tun.

Vielen Dank für dein Feedback und den input bezüglich allen Themen rund ums Stadion!

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Ich glaub, es gibt zwei Dinge, die dazu führen:

  1. Werder hat lange im 3-5-2 gespielt, darum sind Leute, die von Außen draufschauen, lange Zeit erstmal vom 3-5-2 ausgegangen und haben vielleicht nicht wahrgenommen, dass es sich auf dem Platz schon anders dargestellt hat.
  2. So eine Nummernkombination vereinfacht das Geschehen natürlich enorm. Situative Änderungen im Spiel werden damit nicht abgebildet. Vielleicht hat Werder im 3-5-2 begonnen, den Großteil der Partie dann aber 3-4-3 gespielt. Weisers Rolle wird zum Beispiel ja auch nicht richtig abgebildet.

Meine Wahrnehmung ist folgende:

  • Werder hat in den Testspielen im Sommer oft auf das 3-4-3 gesetzt, was von Journalist*innen aber nicht sehr intensiv verfolgt wurde.
  • Das Stichwort dafür ist das Box-Mittelfeld, das viele große Trainer aktuell nutzen. Daran hat Ole Werner sich deutlich orientiert. Wird in diesem und in diesem Video ganz gut erläutert. Die hatte ich letzten Sommer gesehen und darum mit etwas anderem Blick auf Werders taktische Entwicklung geschaut.
  • In der ersten Pokalrunde hat man dann auch 3-4-3 gespielt, durch Piepers frühe Rote Karte, war das aber hinfällig.
  • Gegen Bayern kam dann das etablierte 3-5-2 zum Einsatz.
  • Gegen Freiburg war Niclas Füllkrug noch da, also ist man auch beim 3-5-2 geblieben.
  • Nach den drei Pflichtspielniederlagen zum Saisonstart, ist Ole Werner erstmal beim bewährten geblieben, um die Spieler nicht zu überfordern.
  • Gegen Köln gab es dann aber schon den ersten Versuch, eher mit einem 3-4-3 zu spielen. Klar, Lynen ist der defensivere Part, aber Schmid steht deutlich höher als Stage (fast auf einer Höhe mit Borré):
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  • Gegen Hoffenheim war Keïta in der realtaktischen Aufstellung sogar tiefer als Lynen und Schmid, Njinmah und Ducksch bilden eine Dreierreihe:
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  • Bittencourt hat nach dem Spiel gegen Union bestätigt, dass er in dem und den vorherigen Spielen oft der zweite Sechser war.

Ich will damit nicht sagen, dass Werder immer im 3-4-3 gespielt hätte (in der Hinrunde gegen Leverkusen und in der Rückrunde gegen Bayern zum Beispiel klares 3-5-2), aber würde zu bedenken geben, dass die Statistikseiten in ihrer Feststellung offenbar relativ klassisch unterwegs sind und die Änderungen, die Ole Werner im Laufe der Saison vorgenommen hat, nicht präzise abbilden.

Olivier Deman gehört für mich absolut in diese Reihe. Ich sehe ihn ehrlich gesagt sogar mehr als Schienenspieler als Agu.

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Danke für die Visualisierung und die damit verbundene Mühe!

Selbstverständlich sind diese Formationsangaben bloß vage Nummernspielchen und immer nur eine Art Indikator, was nun vielleicht aufgeboten werden könnte.
Egal, ob wir über Außenverteidiger, 8er oder sonst welche Position reden, logischerweise kommt es immer auf die Interpretation bzw. die taktische Rolle an.

Zu Deman:
Ja, er nimmt im Kader diese Planstelle ein, vor 1-2 Wochen war es auch mal Thema ihn durchaus offensiver zu positionieren, da hab ich aber jetzt auf Anhieb nicht die genaue Aussage Werners im Kopf.
Meines Erachtens nach ist er (noch?) defensiv häufig zu ungestüm oder unkonzentriert. Vielleicht gibt sich das mit der Zeit, bei Werner dauert es ja gerne mal, bis Neuzugänge richtig funktionieren.
Bei Cercle Brügge jedenfalls war er auch meist auf der Position. Die habe ich aber glaube ich nie spielen sehen, daher kann ich nicht bewerten, wie er sich dort gemacht hat.

Also ja, du hast recht, er bringt bestimmt prinzipiell die Voraussetzungen mit dort zu spielen.

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Hätte man mir vor der Saison gesagt das wir die beste Saison spielen seit fünf Jahren ich hätte es nicht geglaubt. Man darf nicht vergessen das Bremen 3 Tage vor Sasionstark sein besten Stürmer abgegeben mussten aufgrund der finanziellen Lage. Wenn ich die aktuelle Entwicklung vieler Traditionsvereine beobachte ist das aller Ehren wert.

Mit den neuen Investoren, Wiederufstieg der zweiten Mannschaft , Fritz als neuen Nachfolger von Baumi und ein Ole Werner der anscheind ein deutlich besseren und vor allem größeren Kader bekommen soll bin ich recht zuversichtlich für das neue Jahr.