SC Freiburg (m)

Grundlage dieses Threads war Input zum Royal 22/23. Ab jetzt könnt ihr hier alles besprechen, was ihr zum Verein wichtig findet.

Hier ist ja noch wenig los. Als Außenstehender wundern mich zwei Dinge. Einerseits schafft es es Freiburg erneut eine hammermäßige Saison zu spielen, sei es in der Liga, in Europa oder dem Pokal. Aber irgendwie ist es wie letzte Saison als Champions League und Pokalsieg noch gegen Ende aus der Hand gegeben wurde. Ich wundere mich, woran es liegt, dass man es nun zweimal hintereinander nicht geschafft hat, die Chancen auf das ganz Große noch am Schopfe zu packen?

Dann will ich mal den Anfang machen.

Konstanz auf der Führungsebene
Das kommt wahrscheinlich wenig überraschend, und ehrlicherweise weiß ich auch nicht, was ich dazu groß schreiben kann, vermutlich kann man einfach alles, was die letzten Jahre dazu gesagt wurde copy/pasten. Dennoch muss es natürlich erwähnt und herausgestellt werden. Das Quartett Streich/Saier/Hartenbach/Leki hat sich bewährt, und aus Freiburger Perspektive schaut man immer wieder verwundert auf andere Standorte, wo wenig geduldig Trainer und
Funktionäre munter durchgetauscht werden (ohne dass ich jetzt behaupten wollte, dass jede Entlassung ungerechtfertigt wäre, zudem der Standort Freiburg sicherlich ein spezieller ist).

Generell wirkt es so, als ob der gesamte Verein an einem Strang zieht, da kocht keiner sein eigenes Süppchen. Das gilt ausdrücklich auch für die Mannschaft, der Teamgeist scheint riesig zu sein. Hier zahlt sich aus, dass bei Transfers neben der sportlichen auch sehr auf die soziale Komponente geachtet wird.

Starke Defensive - unerklärliche Einbrüche
Freiburg stellt erneut eine der besten Defensiven der Bundesliga. Im Gegentorranking steht man zusammen mit den BvB auf Platz 4, außerdem hat man zusammen mit Union die meisten „zu-0-Spiele“ der Liga fabriziert, womit Mark Flekken dieses Jahr auch den „weiße-Weste-Award“ gewinnt. Das kommt wenig überraschend, denn den sicherlich schmerzhaften Abgang von Schlotterbeck konnte man durch den Königstransfer von Matthias Ginter, der in die Heimat zurückkehrte, ohne größere Probleme kompensieren. Um ihn herum fungierten weitestgehend altbekannte Kräfte wie Günter, Lienhardt (den ich nach wie vor für sehr unterschätzt halte), Kübler und Gulde, sowie aus dem Mittelfeld Höfler und Eggestein sowie der bereits erwähnte Flekken im Tor. Zudem kamen auch einige Talente wie Sildilla, Keitel, Röhl und zum Saisonende Schmidt vermehrt zum Einsatz.
Auf der negativen Seite muss man sagen, dass es doch einige richtige Klatschen gab (u.A. ein 0:6 gegen Wolfsburg und das 1:5 im Pokalhalbfinale), wobei man zeitweise komplett kollabierte. Sicherlich gilt nach wie vor der Spruch, dass man lieber 1x 5:0 verliert als 5x 1:0, dennoch frage ich mich, woran das liegt, denn wenn man an Freiburg denkt, denkt man ja nicht an ein fragiles Gebilde, das beim kleinsten Widerstand zusammenbricht, sondern an eine gefestigte Bundesligatruppe mit erfahrenen und charakterstarken Spielern. Und auch wenn man am Ende 3 Punkte hinter Union landete, hätte es psychologisch sicher gut getan, mit dem besseren Torverhältnis ins letzte Spiel zu gehen, was ohne diese hohen Niederlagen recht leicht möglich gewesen wäre.

Kreativarme Offensive - Starke Standards
Freiburg tat sich wahnsinnig schwer damit, sich aus dem Spiel Chancen herauszuspielen, und gerade in der Rückrunde waren viele Spiele kein Augenschmaus, da tat mir der neutrale Beobachter des Öfteren Leid. Freiburg erzielte (laut whoscored) lediglich 25 Tore aus dem offenen Spiel, was Platz 14 in der Liga bedeutet. Dabei sind fähige Offensivspieler im Kader durchaus vorhanden. Doan und Gregoritsch fügten sich hervorragend ins Mannschaftsgebilde ein, dazu die bekannten Grifo, Höler, und Sallai, sowie die Neuzugänge/Talente Kyereh (der sich leider zur Mitte der Saison schwer verletzte) und Weißhaupt sowie der (nicht ganz) ewige Petersen. Generell fehlte im Kader so ein bisschen die offensivstärkere Alternative zu dem Duo Höfler/Eggestein.
Auf der anderen Seite ist Freiburg inzwischen ligaweit für seine Standardstärke bekannt und gefürchtet. Man erzielte 17 Tore nach Standards (ohne Elfmeter), womit man 1 Tor hinter Union auf Platz 2 liegt. Zählt man Elfmeter dazu ist man sogar mit 3 Toren Vorsprung an der Tabellenspitze (Quelle auch hier whoscored). Grifo ist inzwischen der wahrscheinlich beste Standardschütze der Liga. zudem muss man Florian Bruns erwähnen, der seine Aufgabe in der Hinsicht wirklich herausragend zu machen scheint.

Abschneiden gegen starke Teams vs Abschneiden gegen schwache Teams
Es ist logisch, dass man gegen starke Teams im Schnitt weniger Punkte holt, dennoch war der Unterschied in dieser Saison besonders frappierend. Der neutrale Beobachter erinnert sich, wenn er an die Freiburger Saison denkt vermutlich vor allem an den Pokalsieg gegen den FC Bayern. Aber tatsächlich war das die ganz große Ausnahme. Gegen die 4 Championsleagueteilnehmer holte man zusammengenommen ganze 3 Punkte (ein 4:1 gegen Union Berlin), außerdem schied man gegen Juventus Turin in der EuroLeague sowie gegen RBL im Pokal aus. Was mich hier etwas besorgt ist nicht nur, dass man die Spiele verliert, sondern wie man zu oft komplett chancenlos ist. Die Ergebnisse gegen Juve sehen knapper aus, als die Spiele waren, (ich denke jeder, der diese gesehen hat, wird das bestätigen), gegen RB im Pokal ging man völlig unter, und auch bei den Bundesligapartien waren einige dabei, bei denen man nicht einmal den Hauch einer Chance auf einen Punktgewinn hatte. Vielleicht ist das auch so ein bisschen die Antwort auf die Frage von RobChang, Freiburg scheint einfach große Probleme gegen Mannschaften zu haben, die individuell überlegen sind (und gegen die geht es ja nun mal oft in entscheidenden Spielen). Woran das jetzt wiederum liegt, kann ich ehrlicherweise auch nicht wirklich beantworten, da bräuchte es jemanden mit mehr taktischen Sachverstand.
Andererseits konnte man gegen Teams aus den unteren Tabellenhälfte bemerkenswert konstant (wenn auch nicht immer überzeugend) punkten. Lustigerweise holte man ausgerechnet gegen die Hertha lediglich 2 Punkte, dafür aber jeweils 6 gegen Schalke, Stuttgart, Bochum, Augsburg und Bremen. Das sind größtenteils Teams, mit denen man vor wenigen Jahren noch auf Augenhöhe war, auch das zeigt den bemerkenswerten Aufschwung in den letzten Jahren.

Ein fünfter Aspekt fällt mir gerade nicht ein, vermutlich sollte noch irgendwas auf der Stadion-/Fanschiene erwähnt werden, aber da ich selbst nicht mehr in Freiburg lebe, war ich leider noch nie im neuen Stadion, und bin auch an Fanthemen nicht so wirklich dicht dran, vielleicht kann da der Gast etwas mehr dazu sagen. Aus dem Spodcast konnte ich jedenfalls entnehmen, dass die Fanschaft sich in Freiburg durchaus etwas gewandelt hat, und das nicht nur immer zum Positiven, aber wie gesagt bin ich da nicht nah genug dran, um mir selber ein gutes Bild zu machen, von daher verbrenne ich mir da lieber nicht die Finger.

Im Großen und Ganzen jedenfalls natürlich erneut eine wirklich sehr positive Saison, auch wenn am Ende die ganz großen Maximalziele knapp verfehlt wurden (gerade dass Union vor uns landet wurmt mich dann ehrlicherweise doch ein bisschen), und man kann frohen Mutes in die Zukunft schauen, auch wenn man (oder zumindest ich) sich als Freiburger doch nach wie vor nicht so richtig von dem Gedanken losreisen kann, nächstes Jahr wieder mit einem Bein im Abstiegskampf zu stehen.

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Ich versuche mich mal an ein paar subjektiven Sätzen zum SC.

Das Abschneiden
Natürlich ist man unterm Strich mit dem 5. Platz zufrieden. Alles andere wäre völlig deplatziert und würde auch kaum in das Narrativ, das man sich selbst gibt, passen. Man muss insgesamt auch sagen, dass die Saison nicht immer so perfekt war, wie sie vielleicht wirkt. Gerade Union war über das ganze Jahr gesehen nochmal diesen Tick konsequenter und stabiler.

Mit der Europa League hat man ohnehin sehr gute Erfahrungen gemacht, wodurch die Freude auf ein weiteres Jahr in Freiburg riesig sein wird. Im Pokal und auch in der Europa League hatte man großartige Erlebnisse. Besonders der DFB-Pokal hatte ja echt emotionale Spiele, die reihenweise erst in den letzten Sekunden entschieden wurden.

So geht man dann mit einem wunderschönen Petersen-Abschied, tollen Erinnerungen an Spiele in München oder Turin und einer neuen internationalen Reise, die auf Fans und Spieler wartet, aus der Saison. Das sind gute Zeiten!

Man könnte natürlich auch sagen, dass mehr drin war, wenn man z.B. an die bitteren Heimspiel-Niederlagen gegen Dortmund oder das Last-Minute-Unentschieden gegen Mainz denkt. Das glaube ich aber letztlich nicht. Wenn man überlegt, dass fast (oder sogar über?) 50% der Tore durch Standards erzielt wurden, dann sprechen wir schon auch von einer Überperformance. Die sich auch in den xG-Werten ausdrückt. Die expected-Points liegen laut Goalimpact bei 42,5. Tatsächlich hat man aber 16,5 Punkte mehr geholt. (bei Understat ist der Unterschied niedriger, aber es handelt sich immer noch um 11,67 Punkte mehr als erwartet)

Ich persönlich finde es auch toll, wenn eine Mannschaft so flexibel ist und Dreierkette sowie Viererkette beherrscht. Das gibt dir in der Bundesliga viele Möglichkeiten, gerade, wenn viele andere Teams im Grunde nur einen Plan haben. Vielleicht ist dieser klare Plan und die leichte Flexibilität darin auch ein Grund dafür, dass man gegen tabellarisch schlechtere Teams halt auch immer gepunktet hat. Verloren hat man ja nur gegen die Teams von oben, zumindest bis zum letzten Spieltag. Im Amateurbereich sagt man ja gerne „Mach was du kannst“, darin ist der SC richtig gut.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Freiburg besonders zum Ende der Saison echt Probleme mit der 3er-Kette hatte und mit einer eher destruktiven 4er-Kette meist besser bedient war. Schön anzuschauen waren in der Rückrunde nur wenige Spiele. Da hoffe ich auf mehr offensive Elemente in der nächsten Saison, um auch mal ein bisschen vom Linksfokus wegzukommen, damit das Spiel vielseitiger wird. Gerade Doan ist ein so toller Spieler, bei dem ich immer das Gefühl habe, es ginge noch etwas mehr (taktisch und individuell)

Der Kader
Ich finde es erstaunlich, dass man im Winter Schade, Siquet und Kyereh (Verletzung) abgibt/verliert und sonst nichts für die Kaderbreite tut, aber trotzdem so erfolgreich bleibt. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum dem Team hinten raus dann etwas die Luft ausgegangen ist. Viele Spieler haben sehr, sehr viele Minuten gemacht. Ginter und Flekken waren jede Minute auf dem Platz, Höfler und Günter haben je 90% aller möglichen Minuten gespielt. Das wird auch für diese Spieler dann ein sehr langes Jahr.

Ob das nochmal eine ganze Saison lang möglich ist, wage ich zu bezweifeln. Das Geld, das mit Flekken und Schade im Sommer eingenommen wird, sollte daher besonders in eine Verbreiterung des Kaders investiert werden. Der dann vielleicht auch noch mehr spielerische Elemente erleben kann, als das Überladen der linken Seite.

Aber auch hier ist es toll zu sehen, dass die Freiburger Fußballschule einfach weiter produziert. Mit Atubolo, Weishaupt und Schmidt warten schon wieder tolle Spieler, auf die man sich nächstes Jahr echt freuen kann.

Das Umfeld
Diese Saison hat wieder gezeigt, dass Vielen (auch Berichterstattenden) Freiburg relativ „egal“ ist. Man findet das nett, man schaut auch gerne hin, aber halt nicht so ganz genau. Das ist in vielerlei Hinsicht ein Segen, da man relativ ruhig arbeiten kann. Themen wie das Auftreten einiger Fans im Pokal-Halbfinale (oder zuvor die Geschichte um den Faustschlag gegen ein 17-jähriges Mädchen), Lekis Doppelrolle beim Investoren-Einstieg, das krachende Scheitern des neuen Trikotsponsors oder auch brutale Niederlagen wie gegen Wolfsburg oder Bayern werden nicht wirklich hochgekocht und lassen sich aussitzen oder einfach wegkommentieren. Gleichzeitig sind diese standortbedingten Vorteile natürlich auch Nachteile, wenn man beispielsweise über Einnahmen aus dem Sponsoring spricht.

Ich glaube, dass der SC gerade beim Thema Fans sensibler werden sollte. Gefühlt machen sich da immer mehr Stimmen breit, die mit vielem nicht so richtig einverstanden sind. Da sind viele Themen auf dem Tisch: Gestaltung des Stadions inklusive zunehmender Eventisierung der Heimspiele, leere Haupttribüne, Pro-Stimme zum Investoren-Einstieg bei der DFL, das angekündigte aber immer noch nicht umgesetzte Programm gegen sexuelle Gewalt (ich glaube zumindest, dass da immer noch nichts erschienen ist)…

Das sind alles eher subjektive Eindrücke, von dem, was ich so mitbekomme. Leider kann ich nicht mehr so viel in der Heimat sein, um den SC im Stadion zu sehen und mir ein eigenes Bild machen. Vielleicht kann der Experte oder die Expertin dazu ja mehr sagen.

Das war’s dann mal von mir. Ich freue mich sehr auf die Royals!

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Diese Saison lässt sich vielleicht zusammenfassen mit: Wir sind total zufrieden - und fragen uns, ob wir denn eigentlich zufrieden sein sollten…

Der Umgang miteinander
Zuerst mal etwas rein Positives. Was beim SC immer wieder beeindruckt, ist der persönliche Umgang vom Trainerteam mit den Spielern und den Spielern miteinander (von dem, was man so hört). Das zeigt sich dann einerseits daran, wie totale Stammspieler sich in wichtigen Spielen auf der Bank wiederfinden, und das zu keinerlei Missstimmung führt. Das krasseste Beispiel war Grifo in Turin, aber auch Günter am 33. und 34. Spieltag und Gregoritsch zum Ende der Saison. Streichs Umgang mit diesen Spielern beruht wohl auf sehr viel Vertrauen, Ehrlichkeit, Sozialkompetenz, und super Kommunikation. Gleichzeitig hört man immer wieder, wie schnell neue Spieler integriert werden, und wie mit schwierigen Fällen umgegangen wird - siehe Sallais Denkpause. Die Teamkultur scheint echt total intakt zu sein.

Spielansatz: hin zur Ballbesitzmannschaft, oder klappts doch nicht?
Die anderen Beiträge haben eigentlich schon fast alles dazu gesagt. Beim SC hängt viel an der stabilen Defensive (Ginter - Lienhardt sind vielleicht sogar die beste Innerverteidigung der Liga) und den Standards. In den letzten zwei Jahren wurde viel and Ballbesitzansätzen gearbeitet, aber es klappt immer noch nicht regemäßig. Das ist für mich auch eine der spannendsten Zukunftsfragen beim SC: kriegt das Team den konsistent schönen Fußball irgendwann hin?

‚Freiburger Identität bewahren‘ oder Selbstverzwergung?
Das ist meiner Meinung nach das interessanteste Thema, insbesondere wenn man den Freiburger Ansatz mit dem Unioner Ansatz vergleicht. Streich hat kürzlich auf der Pressekonferenz davon gesprochen, dass man auch bei CL-Einzug nicht davon abweichen würde, Spieler aus der Fußballschule einzubauen. Gleichzeitig kann man schon sagen, dass Freiburg jetzt gerade eine wohl einmalige Chance hat, in die Bundesliga-Spitze vorzustoßen und regelmäßig in den Top 5 zu sein. Ich weiß nicht, ob das mit dem Freiburger Weg möglich ist, oder ob man sich zwischen Freiburger Identität und nächstem Schritt entscheiden muss. Oder gibt es da eine Kombination? Bei Union kann man wohl sagen, dass falls es mal eine oder zwei echt schlechte Saisons gibt, der Ansatz schnell scheitern könnte - viel scheint auf Wachstum zu beruhen. Ich bin mir nur nicht sicher, oder der Freiburger Weg eine Chance liegen lässt. Gleichzeitig lieben wir SC-Fans unseren Club wegen dem Freiburger Weg, den wir nicht verlassen wollen.
Und hier schließen sich dann auch ein paar Fragen an - bewusst überspitzt formuliert:
Was macht der Verein denn nun mit dem ganzen Geld? Wir besitzen unser Stadion, wir haben EL-Einnahmen und Transfereinnahmen, große Transfers werden trotzdem nicht getätigt… wie kann der SC dieses Geld sinnvoll einsetzen?

Was erlauben Leki?
Ich war ehrlich gesagt schon genervt, als Leki Interim-DFL-Chef wurde. Keller wurde beim DFB schon verbrannt, Kronenberg wurde auch abgeworben, und dann Leki. Ist ja schon mal gut, dass er wieder zurück kommt. Dass er aber ganz zentral in die Investorengeschichte eingebunden war, und der SC trotz größter Fanablehnung der Liga (laut Umfrage) mit Ja gestimmt hat, ist schwer zu verstehen. Insbesondere, weil der SC mit seinem guten Wirtschaften von einem Ligainvestor mit am wenigsten profitiert hätte (im Gegenteil haben wir ja von der Covid-Krise ökonomisch profitiert, relativ zum Rest der Liga). Ich fänds cool, wenn ihr das im Royal besprechen könntet. Was ist da die Motivation dahinter?

Danke!

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Nur ein paar Sätze noch, wie ich emotional aus der SC-Saison rausgehe. Vieles wurde ja schon geschrieben.

Verdient
Was für eine Saison vom SC. Trotz Europapokal so eine Saison zu spielen und sich wieder für die EL zu qualifizieren, ist einfach überragend. Am Ende geht Platz 5 auch in Ordnung. Gegen die Mannschaften dahinter hat man sehr konstant gepunktet und meistens auch gewonnen, gegen die vier Teams vor dem SC aber in 8 Spielen nur 3 Punkte geholt (der Hinspielsieg gegen Union). Von daher ist das so okay, auch wenn wir am Ende natürlich von der CL und dem Pokalsieg geträumt haben.

MVP in dieser Saison ist für mich Matthias Ginter. Klar, Grifo hat abartig viele Scorer, aber Matze war in meinen Augen in dieser Saison der beste deutsche IV in der Bundesliga. Alle Minuten gemacht, torgefährlich und unglaublich zweikampfstark. Dass die Rückkehr so gut funktioniert hat, ist super erfreulich.

Hype im Verein
Irre ist auch der Hype, der in Freiburg um den SC entstanden ist. Die Mitgliederzahlen gehen durch die Decke und die Ticketnachfrage ist abartig - auch als Mitglied ist es jedesmal Roulette, welche zu bekommen. Das hat auch negative Begleiterscheinungen (Stichwort fehlendes „Handlungskonzept gegen sexuelle Belästigung“), aber alles in allem helfen natürlich der sportliche Erfolg und dieser Hype, dass das neue Stadion inzwischen voll angenommen wird. Man konnte ja bei genug Clubs sehen, wie schwierig es ist, ein neues Stadion zur neuen Heimat zu machen. Und dadurch, dass wir im Dreisamstadion noch die Zweite und das Frauenteam haben, ist es nicht völlig verlassen.

Ich habe leider wenig Ahnung von Werkzeug, daher würde ich den Pflug wählen (zielstrebig, Voraussetzung für Wachstum, bodenständig).

Führungsetage
Dazu wurde hier alles schon geschrieben, jedoch ist mir ein Kontrast gerade in den Kopf gekommen. Der neue Vorstandsvorsitzende des FC Bayern wurde vorgestellt und der Präsident des Vereins spricht davon, dass er das Unternehmen gut kenne.
Nun kann man den FC Bayern nicht mit dem SC Freiburg vergleichen was die Finanzen, Historie oder sportlichen Erfolge angeht. Aber ich finde das bemerkenswert und angesichts dessen, dass du hier die vier gleichen Leute seit so einer langen Zeit hast, dass das zeigt, dass es doch ein schöner Kontrast zu dem ist, was viele Fußballvereine leider auch in den Augen der Funktionäre sind: der SC Freiburg kann niemals ein Unternehmen sein, solange diese Führungsetage da ist, da der SC trotz wirtschaftlichen Drucks (z.B. Spielerverkäufe) sich immernoch als Verein sieht.

Petersen
Ich muss außerdem eine Hommage loslassen an einen Bundesliga-Stürmer, der sehr unterschätzt war. Trotz „nur“ 89 Bundesliga-Toren hat Nils Petersen für mich nicht nur Freiburg- sondern auch Bundesliga-Legendenstatus, allein sein Jokerrekord in der Bundesliga bestätigt das.

Champions League
Ich persönlich fand schade, dass man zwischen Union Berlin und dem SC Freiburg hätte wählen müssen, beide hätte ich gerne in der Champions League gehabt. Was ich mich frage ist: Kann der SCF es nächste Saison schaffen? Ich traue es ihnen absolut zu! Grifo, Günter, Ginter, Höfler - eine Achse ist da. Dass Mark Flekken geht, ist sehr schade, ich kann mir aber vorstellen, dass Atubolu sich hervorragend entwickeln wird (siehe Baumann, Schwolow, Flekken selbst oder auch Florian Müller in seinem Freiburg-Jahr).

Werkzeug
Null Ahnung von Werkzeug, ich würde aber den Schraubenzieher wählen: an den richtigen Stellschrauben gedreht, es werden wieder ein paar Schrauben entfernt werden und trotzdem eine passende Schraube wieder zuverlässig eingeschraubt.

Ich habe fertig. :slight_smile:

Danke für euren Input, tolle Texte!

Ab jetzt kann dieser Thread allgemein zum SC weiterverwendet werden.

Am Mittwoch war Mitgliederversammlung beim SC und in diesem Kontext hat der SC einige spannende Statements und natürlich Zahlen veröffentlicht.

Es gab in der abgelaufenen Saison einen Rekordumsatz von 175 Millionen Euro (2022: 114 Mio) und einen Jahresüberschuss von 16,1 Millionen Euro (ebenfalls Rekord, 2022: 2 Mio). Das Eigenkapital beträgt nun sagenhafte 111,1 Mio Euro und der SC hat laut Finanzvorstand Leki „keinen Cent Schulden bei der Bank“.

Auch interessant: das Frauenteam soll perspektivisch entwickelt werden und dauerhaft gemeinsam mit allen Mädchen-Teams am Dreisamstadion eine Heimat haben. Der Etat für das Frauen-Team beträgt 4 Mio pro Jahr, das Durchschnittsgehalt 3000 Euro (bei einem Vierjahresvertrag).

Wer außerdem noch Zeit hat, bisschen tiefer einzusteigen. Im ersten Nachhaltigkeitsbericht des Vereins gibt es einerseits ganz interessante Infos zur Nachhaltigkeit, aber auch lesenswerte Interviews mit Klemens Hartenbach (Sportdirektor) und mit Heinrich Breit (langjähriger Schatzmeister und jetzt Aufsichtsratsvorsitzender). Beides verlinke ich unten.

Und die schönste Sache: all diese tollen Zahlen und die sportlichen Erfolge hat der SC als eingetragener Verein erreicht.

Quellen:
Ticker eines Mitglieds von der MV auf X
Nachhaltigkeitsbericht
Bericht zur MV auf der SC-Homepage

Edit: ungehört empfehle ich noch die Folge des Spodcast zur MV.

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Hallo wie sieht der Gast die Entwicklung von Freiburg im allgemeinen und vor allem der jungen Spieler. Sidilla ist Stammspieler und spielt eine solide Saison. Atubolu nach anfängliche Schwierigkeiten im klassischen Torwartspiel und im Spielaufbau wird er immer besser das Vertrauen sahlt sich aus. Wird jedes Spiel gefühlt besser. Das spiel gegen Maiz hat mir gut gefallen. Weißhaupt und Makengo kommen aus so langsam rein. Röhl wirkt schon teilweise unverzichtbar. Sein Tor gegen Leipzig müsste eigentlich Tor des Monats werden.

Im zentralen Mittelfeld soll ja nachgelegt werden da Keitel ja ausfällt und eigentlich nur Höfler und Eggestein für 2 Positionen zur Verfügung stehen. Soll es er ein Top Transfer werden oder nur Kaderspieler. Da Leihspieler (Wagner) oder Spieler mit Rückkaufoption (Engelhart) der weg nicht verbaut werden soll. Zur Not können Röhl und Höler da noch spielen.

Dann sollte im Sommer ja ein Topstürmer verpflichtet werden und wieso hat das nicht funktioniert? Soll da auch im Winter noch nachgelegt werden?

Wie sieht die Jugendarbeit im allgemeinen aus?

Und wieso konnte Noah Darwich nicht gehalten werden? Kannes. Zum Problem werden das Top Clubs die Talente immer früher verpflichten wollen? Was sind weitere Talente die in den nächsten Jahren hochkommen? Mir fällt hier nur Mika Baur ein.

Was denkt ihr schafft Freiburg ein weiterkommen in der Europa League?
Ichbsehe sie als Außenseiter gegen Lens.
Hoffe heute auf ein unentschieden und das es dann zuhause im Rückspiel gewonnen wird.

Eine weitere Trainerlegende tritt dieses Jahr ab.

Hier gibts ein Link zur Videoankündigung:

Einfach klasse gemacht, mit sehr viel Demut und Liebe

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SC Freiburg: Best of Christian Streich 2012 bis 2024 (youtube.com)

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So, als langjähriger Rasenfunk-Hörer und seit längerem auch Supporter nun mein erster Beitrag hier im Forum. Als SC-Fan gibt es wohl keinen besseren Anlass als den baldigen Abschied von Christian Streich… Ich finde es schön, dass es nun noch einmal einen Teilschwerpunkt zum SC gibt.
In meinen Jahren in Freiburg hatte ich lange eine Dauerkarte und konnte den ersten Teil der Ära Streich praktisch live im Stadion verfolgen. Die ersten 1,5 Jahre waren herausragend gut. Die Mannschaft hatte spielerisch direkt eine klare Identität, das Aufbauspiel war gut strukturiert, Schuster immer wieder als zentrale Anspielstation zwischen den beiden IVs. Mit Caligiuri und Schmid hatte man zwei Flügelspieler, die eigentlich auf beiden Seiten offensiv wie defensiv spielen konnten und damit viele Optionen gaben. Und mit Kruse, aber auch mit Rosenthal hatte man häufig zwei flexible Stürmer auf dem Feld, die von Haus aus eher Mittelfeldspieler waren und das ganze Offensivspiel sehr flexibel machten. Ich fand den SC unter Streich fast nie stärker und vor allem fußballerisch besser als in der Saison 12/13. Zwar schoss man insgesamt nicht so viele Tore, stellte aber mit 40 Gegentoren die drittbeste Abwehr der Liga. Heute kaum vorstellbar.
In der Europokalsaison danach stieg man zwar nicht ab (wird immer wieder behauptet, auch in einer Rasenfunk-Sendung vor ein paar Spieltagen), aber es wirkte so, als sei Streichs Spielweise und System irgendwie durchschaut worden. Mit dem bitteren Abstieg 14/15 (unvergessen die vielen Gegentore in den letzten Spielminuten) wirkte es doch so, als wäre man nie wieder ganz zu der sehr mutigen Spielweise der ersten 1,5 Jahre zurückgekehrt, die so viel Freude gemacht hat. Auch in den letzten so erfolgreichen Jahren kam man, so mein Eindruck, doch viel über eine gute Struktur, hohe Intensität und tolle Standards. Wirklich schöner Offensivfußball war leider nicht so häufig so zu sehen, was gerade aktuell bei Spieler wie Grifo, Sallai oder Doan echt schade ist.
Nun würde mich sehr interessieren, was hierfür die Gründe sind. Meiner Ansicht nach ist es nicht nur eine aktuelle Problematik, sondern insgesamt eine Entwicklung unter Streich. Für mich ist das auch ein bisschen abzulesen am Personal. Die ersten Jahre unter Streich waren geprägt von spielstarken Stürmern, die eine Art Spielmacherrolle übernommen haben (zuerst Kruse, danach kamen u.a. Mehmedi, Philipp oder Waldschmidt). Diese Rolle des flexiblen, spielstarken Stürmers, der auch nicht unbedingt seine Stärke in der Defensivarbeit haben muss, fehlt leider seit Jahren. Kyereh hätte diese vielleicht füllen können, so schade, dass er verletzt ist.
Kann es also neben der aktuellen Kraftfrage auch eine Personalfrage sein? Und welche Rolle spielt der Europapokal, abgesehen von der Kraftfrage, seit 2 Jahren? Steich hat ja immer betont, wie wichtig die Trainingsarbeit für ihn ist. Diese fehlt natürlich verstärkt seit 2 Jahren. Und mit den Erfolgen des SC werden mehr Spieler für die Nationalmannschaft berufen, sodass man auch die Länderspielpausen weniger nutzen kann.
Möglicherweise kommt aber auch der Wechsel von Streich zu Schuster genau zum richtigen Zeitpunkt. In dieser Saison wirkte es schon verstärkt so, dass mit diesem wunderschönen und flexiblen Offensivfußball von Alonso oder Hoeneß ein neuer Standard und Trend gesetzt werden kann, an dem man sich vielleicht auch etwas orientieren sollte. Da kann man zumindest die Frage in den Raum stellen, ob Streich diese Entwicklungen noch hätte mitgehen können und wollen (für Tuchel gilt vielleicht eine ganz ähnliche Frage). Vielleicht wäre es mit einer weiteren Saison ohne Europa auch unter Streich wieder möglich gewesen, klare fußballerische Entwicklungen zu sehen.
Als letztes finde ich persönlich noch die Einbindung des eigenen Nachwuchses spannend. Dass dieser beim SC zumeist vorbildlich ist, steht ja außer Frage. Dennoch finde ich es auffallend, dass es auch hier der Fall ist, dass deutlich mehr Defensivspieler den Sprung schaffen als Offensivspieler. Ist dies eine „Problematik“, wenn man es überhaupt so nennen möchte, des SC oder insgesamt eine der Ausbildung im deutschen Fußball, da man dieses Thema teilweise ja bis zur Nationalmannschaft sieht? Oder ist es vielleicht auch als Defensivspieler einfacher, sich durchzusetzen? Jedenfalls weiß ich nicht, wann der SC das letzte Mal einen kreativen Spieler oder einen Mittelstürmer von Bundesligaformat hervorgebracht hat. Die Grudas und Weipers von Mainz fehlen jedenfalls, auch wenn es wahrscheinlich auch manchmal Zufälle sind, welche Jahrgänge man eben zur Verfügung hat.
Vielleicht lassen sich einige der Themen und Fragen ja hier im Forum oder auch in der Sendung anreißen. Ich jedenfalls bin wahnsinnig dankbar für die Jahre unter Streich, der nicht nur ein ganz tolles Gesicht für den SC und die Bundesliga nach außen war, sondern auch den SC auf ein ganz neues Level gehoben hat. Noch in der Saison 17/18 mit der Rettung am letzten Spieltag wäre es nicht zu erträumen gewesen, was man als Fans in den letzten Jahren alles erleben durfte. Und dennoch freue ich mich jetzt auch auf eine neue Zeit und hoffentlich eine neue Ära unter Julian Schuster und kann mir vorstellen, dass es auch der richtige Zeitpunkt dafür ist.

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Schon halb für den Royal: Man muss bei der Bewertung der SC-Saison die ganzen Ausfälle berücksichtigen. Gerade in der Abwehr: Ginter, Lienhart und Günter haben (glaube ich) nur am ersten Spieltag zusammengespielt. Und das merkt man jetzt halt schon, da Gulde, Kübler und Keitel halt keine IV ist, um in der Bundesliga eine sonderlich gute Rolle zu spielen. Von den drei kann nur Keitel einen einigermaßen konstruktiven Spielaufbau. Dazu kommt: Höfler war in insgesamt 6 Spielen diese Saison wegen gelber und roter Karten gesperrt. Wenn das alles zusammenkommt, dann wird es für den SC halt schwierig, ordentlich hintenraus zu spielen. Auch, dass Grifo seit Monaten nicht in Form ist und dass Doan eine schwache Hinrunde gespielt hat, hat nicht dazu beigetragen, dass es besser aussehen hätte können. Vor dem Hintergrund muss man sagen, dass wir gottfroh sein können, dieses Jahr nicht unten reingerutscht zu sein.

Noch einen Punkt zur Transferbilanz: die war diese Saison leider nichts. Adamu hat fußballerisch leider gar nicht geklappt, aber auch Philipp, Szalai und Muslija (bei ihm muss man mal abwarten; ich glaube, er kommt noch) konnten nicht wirklich helfen. Das ist wirklich sehr SC-untypisch, dass die Transferfenster so in die Hose gehen. Hätten nicht einige junge Spieler (Röhl natürlich, aber auch Makengo, Weißhaupt, Sildillia, Atubolu) richtig gute Schritte gemacht, wären die Probleme noch größer gewesen. Das haben Hartensaier auch erkannt; Osterhage und Dinkci sind ja richtig gute Transfers, die sehr früh eingetütet wurden.

MVP der Saison: Maximilian Eggestein. Hat die Mannschaft die ganze Saison zusammengehalten, sich selbst nochmal massiv gesteigert und alle Lücken gestopft, die durch Ausfälle und Sperren entstanden sind.

Unsung Hero: Manuel Gulde. Bin zwar kein großer Fan seiner Spielweise, aber als es jetzt drauf ankam, war er die Konstante in der Abwehr und hat sich souverän und abgeklärt durchgebissen.

Zweiter Unsung Hero: Patrick Baier, der nach 25 Jahren den SC verlässt. Er war die letzten 15 Jahre Co-Trainer, vor allem verantwortlich für die Gegner-Analyse und die Video-Analyse während des Spiels. Ein toller Trainer, dessen Abschied und Würdigung leider etwas untergeht, da sich halt alle auf Streich fokussieren. In diesem Kontext eine Hörempfehlung: Patrick Baier hat in einer Folge des Vereinspodcasts vom SC über seine Arbeit gesprochen. Lohnt sich sehr.

Moment der Saison: da muss wohl die Verabschiedung von Christian Streich und Patrick Baier genannt werden. Alternativ: das Rückspiel gegen Lens oder die erste Einwechslung von Christian Günter nach seiner Verletzung.

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Ich hoffe immer noch mit 2 Siegen das sie Platz 6 erreichen wäre das sehr gut. Platz 7 wäre auch schon in dieser schwierigen Saison eine Superleistung. Ich gehe auch davon aus das die beiden schlechten Transferfensters ausgearbeitet werden. 2 Nottransfers geholt mit Phillip und Szalai. Adamu hat leider nicht funktioniert. Jetzt sieht es aber mit Osterhage und Dinkci sehr gut aus. Beide deutlich unter Marktwert geholt. Und die Verletzung waren leider auch ziemlich blöde dabei Günter Armbruch+Infektion etc.

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Royal-Input:

1) Christian Streich

Es wurde in den letzten Wochen ja schon sehr viel zu Christian Streich geschrieben und gesprochen. Dennoch hier auch noch meine 2 Cents.

Sportlich hat er den SC, wie schon Volker Finke vor ihm, auf ein neues Level gehoben. Finke hat den SC von einem mittelmäßigen Zweitligaclub zu einem Verein, der zwischen 1. und 2. Liga (mit Tendenz 1. Liga) pendelte gehoben, Streich hat ihn in der 1. Liga etabliert, und ihn zu einem gehobenen Mittelfeldclub gemacht, der durchaus europäische Ansprüche hat, und bei Saisonvorschauten kaum noch zu den Abstiegskandidaten gezählt wird.
Gleichzeitig hat er, wie bei so vielen Entscheidungen in seiner Amtszeit, auch seinen Abschied, insoweit man das jetzt schon bewerten kann, sehr gut getroffen. Man hatte in dieser Saison das erste Mal den Eindruck, dass alles ein bisschen festgefahren wirkt, und das jetzt gar nicht unbedingt nach Tabellenplatz, da befindet man sich nahe am Maximum, sondern vor allem spielerisch. Trotzdem ist es natürlich etwas Schade, dass er seinem Nachfolger kein europäisch spielendes Team übergibt, das hätten ihm sicher die meisten gegönnt. Anderseits ist es für Schuster vielleicht auch ganz gut, wenn er ohne Dreifachbelastung in seine Cheftrainerkarriere starten kann, diese Saison hat doch gezeigt, dass Europa doch einige Körner kosten kann.

Menschlich gesehen war Streich immer ein absolutes Vorbild, in seiner Haltung, und wie klar er diese vertreten hat. Dabei eckte er natürlich auch an. In der Regel bei Leuten, bei denen es einem nichts ausmacht, bzw. mit denen man auch ganz gerne aneckt, aber insbesondere durch sein Verhalten an der Seitenlinie auch bei vernünftigen Leuten, denen seine Art manchmal etwas „drüber“ war.

Durch seinen Status war Streich auch immer so etwas wie ein Schutzschild für seine Mannschaft, denn insbesondere überregional wurde wenn über Freiburg berichtet wurde hauptsächlich über Streich berichtet. Die Frage ist, inwiefern Schuster diese Lücke wird füllen können (die Sorge ist natürlich immer, dass nochmal eine Sorg-Situation eintreten könnte). Vermutlich werden die Pressekonferenzen und Interviews nächstes Jahr nicht mehr ganz so unterhaltsam sein, die Hoffnung ist, dass dafür die Leistung auf dem Platz wieder etwas spektakulärer ausfällt.

2) die gleiche Saison wie letztes Jahr - nur schlechter

Es ist, wenn man das handelnde Personal betrachtet, das sich im Vergleich zur Vorsaison kaum änderte, wenig verwunderlich, dass man lange Zeit eine Saison spielte, die sehr an diese erinnerte. Wieder verteidigte man in der Regel sehr geordnet und diszipliniert, auf der anderen Seite hatte man erneut Probleme Dynamik in sein eigenes Angriffsspiel zu bekommen, dementsprechend wirkte dieses oft sehr behäbig. Wieder holte man kaum Punkte gegen die Topteams (letzte Saison 3 gegen die Top 4, dieses Jahr einen Einzigen gegen die Top 5 (+einen Sieg bei 3 Niederlagen gegen WestHam)), und war dementsprechend darauf angewiesen, Punkte gegen des Rest des Feldes zu holen, was teilweise ganz gut klappte, insgesamt aber doch deutlich weniger konstant als im Vorjahr. Und auch dieses Jahr hatte man eine deutlich schwächere Tordifferenz als die unmittelbar Konkurrenz, was sich am Ende als fatal herausstellen sollte (man hätte natürlich im Saisonverlauf auch einfach ein Pünktchen mehr holen können).
Insgesamt holte man am Ende dann doch 17 Punkte weniger als in der Vorsaison. Einige Gründe dafür sind sehr zentral (und offensichtlich), und werden von mir auch ein eigenes Kapitel bekommen, alle anderen, die mir aufgefallen sind, werde ich hier kurz aufzählen.

-ich hatte schon angesprochen, dass man es kaum schaffte Dynamik in sein Offensivspiel zu bringen, was unter Anderem daran liegt, dass es im Kader massiv an Geschwindigkeit mangelt. Das scheint man, wenn man die bisher feststehenden Transfers für nächste Saison betrachtet (Dinkci. Osterhage) auch als Problem identifiziert zu haben.

-man hatte in dieser Spielzeit ungewöhnlich viele Ausfälle durch Sperren (3x Rot, 1x Gelb-Rot, zudem fehlte Höfler im 1. Saisonspiel wegen einer Rotsperre aus der Vorsaison), in den 4 Spielzeiten davor hatte man 2/0/0/2 Platzverweise zu verzeichnen.

-insbesondere gegen Saisonende fehlte in einigen Spielen das Spielglück. Gerade das Spiel gegen Wolfsburg war eigentlich sehr gut (und die Niederlage dementsprechend frustrierend), auch gegen Heidenheim wäre ein Sieg drin gewesen und auch gegen Union hätte man nicht verlieren müssen. Allerdings gibt es hier zugegeben auch Gegenbeispiele, bestes Beispiel war der sehr unverdiente Sieg in Mainz.

-eigentlich galt Freiburg in den letzten Jahren als eine der standardstärksten Mannschaften der Liga. Davon war diese Saison leider nichts zu merken. Lediglich 9 Tore (laut whoscored) gelangen nach Standards, was gerade mal Platz 14 in der Liga bedeutet (letzte Saison 17 Tore - Platz 2).

-die Chancenverwertung war teilweise miserabel, es fehlt ein wirklich starker Abschlussspieler im Kader (ein Königreich für einen Demirovic)

-in einigen Spielen (insbesondere Hinspiel Heidenheim sowie Rückspiel Augsburg) waren die Strapazen durch die Doppelbelastung doch sehr augenscheinlich, teilweise war es auch etwas rätselhaft, wie wenig rotiert, und insbesondere wie spät gewechselt wurde

-insgesamt kann man mit Platz 10 noch leben, insbesondere weil man erneut eine Saison komplett ohne Abstiegssorgen spielte, aber sowohl die Punktausbeute im fast schon legendären Schneckenrennen der Tabellenmitte als auch die wenig inspirierte Spielweise geben durchaus Anlass zur Sorge.

Ich war (wie vermutlich die meisten Fans) lange Zeit sehr optimistisch, mindestens Platz 7 zu erreichen (selbst Platz 6 schien nicht außer Reichweite), da man eben diesen recht lange innehatte. und zusätzlich in den letzten 6 Spielen ein sehr leichtes Restprogramm auf dem Plan stand (und man hatte ja eigentlich in dieser und der vergangenen Spielzeit gezeigt, dass man in der Lage ist gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller konstant zu punkten), letztendlich holte man aber in diesen letzten 6 Spielen nur mickrige 6 Pünktchen. Dabei kann man sich natürlich fragen, ob die Mannschaft mit den ganzen Emotionen um den Streichabschied überfordert war (die Jungs von 50+2 haben den Vergleich zu Klopp gezogen), oder ob die Saison auch ohne den Abschied so verlaufen wäre, letztendlich lässt sich das natürlich höchstens vermuten.

-Der DFB-Pokal war diesmal ernüchternd, man scheiterte bereits in Runde 2 in einem Heimspiel gegen Paderborn. Das ist zwar schade, aber durchaus verkraftbar, da man sich in den letzten Jahren in solchen Spielen eher glücklich durchsetzte. Ärgerlich war das vor allem für Florian Müller, der als Pokaltorwart vorgesehen war, und so kaum Spiele machte.

-Die EuroLeague war dagegen recht erfreulich. Man war in der Gruppenphase gegen WestHam zwar recht chancenlos, belegte aber dahinter einen souveränden 2. Platz (u.A. durch ein 5:0 gegen Olmypiakos, die jetzt im ConferenceLeague-Finale stehen), setzte sich in der Zwischenrunde knapp gegen Lens durch (sicher ein Saisonhighlight), um dann unglücklicherweise nochmal gegen WestHam gelost zu werden, gegen die man trotz eines knappen Heimsiegs letztendlich klar ausschied.

3) Transfers - kann man das essen?

Leider muss man sagen, dass beide Transferphasen desaströs waren. Man war durchaus bereit einiges an Geld in die Hand zu nehmen, insbesondere sollte wohl ein Stürmer von gehobener Klasse geholt werden (der ein oder andere wacht wahrscheinlich heute noch schweißgebadet auf, weil er von Gnonto geträumt hat). Allerdings haben sich sämtliche möglichen Transfers -aus welchen Gründen auch immer - zerschlagen, oder, um es mit den Worten von Jochen Saier zu sagen, man hat sich eine „blutige Nase“ geholt.

Letztendlich war dann Adamu mit einer Ablösesumme von 6 Mio € sowas wie der Königstransfer - eine Rolle, die er nie einnehmen sollte, und die er auch nie auch nur annähernd ausfüllen konnte. Er kam nur sehr sporadisch zu Einsätzen, und wusste eigentlich nie zu überzeugen, im Gegenteil fiel er teilweise mit taktischen Unzulänglichkeiten auf, was dazu führte, dass Streich quasi jedes Vertrauen in ihn verlor.

-Florian Müller kam wie gesagt als Ersatztorwart, und da Atubolu sich nicht verletzte wurde er auch nur in dem angesprochenen Pokalspiel eingesetzt

-Maxi Philipp war so etwas wie ein Verzweiflungstransfer, der kam, weil man ihn schon kannte, und die eigentlichen Transfers, die man tätigen wollte, sich in Luft aufgelöst hatten. Trotzdem war die Hoffnung da, dass er an alte Zeiten anknüpfen wollte, und er schoss dann auch märchenhaft direkt in seinem ersten Spiel den Siegtreffer gegen Bremen. Leider hatte das Märchen aber (bisher) kein Happy End, nach diesem Tor kam von ihm die Saison ebenfalls kaum noch etwas.

In der Winterpause holte man mit Muslija aus Paderborn eine dringend benötigte Option für die Offensive. Allerdings kam auch er bisher lediglich zu Kurzeinsätzen, was etwas unverständlich war, da er ein sehr ähnliches Profil wie Vincenzo Grifo hat, und dieser quasi durchgängig außer Form war. Vielleicht wollte man bei der Freiburger Vorliebe für fast homophone Spieler mit ihm aber auch nur einen Blockbustertransfer aus München vorbereiten.

Attila Szalai wurde ebenfalls in der Winterpause als Reaktion auf die Verletzung von Lienhart, bzw. die generell dünne Personaldecke in der Defensive von Hoffenheim ausgeliehen. Allerdings wusste er in Freiburg genau wie auch schon in Hoffenheim nicht zu überzeugen, und als ihm in der Innenverteidigung sämtliche gelernte Außenverteidiger sowie defensive Mittelfeldspieler, die der Kader zu bieten hatte (Kübler, Keitel, Höfler, Makengo, Sildillia) vorgezogen wurden, war klar, dass Streich keinerlei Vertrauen in ihn hatte.
Dass man im Sommer eigentlich einen Stürmer holen wollte, hatte man im Winter wohl wieder vergessen, oder man hat erneut keinen bekommen.

Generell kann es natürlich passieren, dass nicht jeder Wunschtransfer klappt, und die Freiburger Verantwortlichen haben sich in den letzten Jahren durchaus einiges an Kredit erspielt, aber sowohl vom Scouting als auch von den Transferverhandlungen war das in dieser Saison sehr, sehr schwach. Zumindest kann man bisher konstatieren, dass es sich für die nächste Saison besser anlässt.

4) Verletzungen

In den letzten Jahren hatte Freiburg kaum Verletzungssorgen zu beklagen, dafür kam es in dieser Saison umso dicker. Insbesondere in der Verteidigung fielen die Leistungsträger (Günter, Ginter. Lienhart), reihenweise länger aus, zudem waren auch einige Ergänzungsspieler (Rosenfelder, Kenneth Schmidt) die ganze Saison aus.
In der Offensive war es zum Glück nicht ganz so schlimm, trotzdem hatten auch hier einige Spieler (Röhl, Weißhaupt, Sallai) immer wieder mit kleineren/mittelgroßen Verletzungen zu kämpfen, zudem fiel Kyereh die komplette Saison aus.

Wie die sportliche Leitung hat sich auch die medizinische Abteilung in den letzten Jahren einiges an Kredit erarbeitet, dementsprechend kann man davon ausgehen, dass vieles in diesem Jahr entweder Pech war, oder zumindest nicht die Schuld der medizinischen Abteilung war (Überbelastung durch kleinen Kader/Selbstverstärkender Effekt, da durch den kleinen Kader und schon vorhandene verletzte Spieler zu wenig Alternativen im Kader vorhanden sind, wodurch weniger Belastungssteuerung betrieben werden kann als notwendig wäre).

Trotzdem gibt es auch hier einige Auffälligkeiten, die einen zumindest die Stirn runzeln lassen. So gab es doch bei einigen Spielern (Rosenfelder, Schmidt, Kyereh) ungewöhnlich lange Verletzungszeiten, zudem brachen bei mehreren Spielern (Günter, Ginter) vermeintlich ausgeheilte Verletzungen erneut auf, was einem die Frage aufwerfen lässt, inwiefern der Heilungsprozess tatsächlich abgeschlossen war.

5) Entwicklung von Nachwuchsspielern

Was in dieser Saison sehr gut geklaptt hat war die Entwicklung von Nachwuchsspielern. Teilweise war das sicherlich auch durch die geringe Kadergröße bzw. die vielen Verletzten bedingt, trotzdem muss man die so erhaltene Spielzeit auch erstmal nutzen, zudem hätten sich einige der Spieler sicherlich auch genuin durchgesetzt.

Als ersten muss man hier Atubolu nennen, der alle 34 Spiele durchgespielt hat, und dementsprechend auch am besten zu bewerten ist. Atubolu hatte einen schwierigeren Start als ich ihn in meiner Naivität erwartet hatte, und hätte u.A. direkt mit seiner ersten Aktion in der Bundesliga ein Gegentor verschuldet, wäre Kramaric nicht knapp im Abseits gestanden. Es folgten weitere unsichere Auftritte, sodass bei dem ein- oder anderen (zugegeben auch bei mir) schon leichte Zweifel an seiner Bundesligatauglichkeit laut wurden, auch wenn zwischendurch die ein- oder andere sehr starke Aktion dabei war (u.A. absurd starke Parade gegen Goretzka, die etwas unterging, weil es zu dem Zeitpunkt schon 0:2 stand und er eine unglückliche Bogenlampe von Coman kassiert hatte). Er stabilisierte sich dann aber nach einem letzten Patzer am 26. Spieltag gegen Leverkusen auf beeindruckend hohem Level, mit seinem persönlichen Highlight am letzten Spieltag, als er gegen Union gleich 2 Elfmeter hielt. Insgesamt kann man bei ihm sehr hoffnungsfroh in die Zukunft schauen, man scheint da ein echtes Juwel in den eigenen Reihen zu haben, sollte er die Form der letzten Wochen bestätigen-, und die noch vorhanden Schwächen ausbessern können. Mir ist auch ehrlich gesagt erst durch das Hören des Torwart-Royals bewusst geworden, wie viel jünger er im Vergleich zu seinen Kollegen ist.

Der nächste auf der Liste ist Merlin Röhl. Dieser spielte sich bereits in der Vorbereitung in den Mittelpunkt und galt als heißer Geheimtipp für Managerspiele. Leider dauerte es dann doch etwas, bis er wirklich in Gang kam, da er nicht an Höfler/Eggestein vorbei kam, und auch ansonsten kein Platz in der Startelf zu sein schien. Streich fand dann aber eine Formation in der er ihn gemeinsam mit Höfler und Eggestein einsetzen konnte, indem er ihn weiter nach vorne schob, wo er seine Qualitäten auch besser zur Geltung bringen konnte, und u.A. ein sehr schönes Tor gegen RB erzielte. Leider wurde auch er durch eine (unglückliche) Rotsperre sowie einen Muskelfaserriss am Saisonende wieder etwas zurückgeworfen, trotzdem sicherlich eine der großen Hoffnungen (vielleicht sogar die größte) für die Zukunft.

Makengo traute man zunächst den Sprung in die Bundesliga nicht so wirklich zu. Günter verletzte sich, und Makengo war der einzige native Linksverteidiger, den man noch im Kader hatte. Trotzdem vertraute Streich zunächst wahlweise Kübler, Sildillia oder Weißhaupt (wenn Fünferkette gespielt wurde). Nachdem keiner der genannten wirklich überzeugen konnte probierte es Streich am 13. Spieltag erstmals mit Makengo - und der machte seine Sache besser als gedacht. Zunächst vertrat er Günter durchgehend, als dieser wieder fit war war er dessen erster Backup und kam gegen Saisonende teilerise sogar in der IV zum Zug. Trotzdem bin ich bisher noch skeptisch, ob es langfristig zu mehr als einer Backuprolle reichen kann, aber das war ich bei Günter auch lange.

Bei Weißhaupt ist die Entwicklung nicht ganz so erfreulich, er scheint etwas zu stagnieren. Mitte der Hinrunde hatte er einige durchaus gelungene Spiele auf der linken Schiene, wurde dann aber zunächst von Makengo, dann vom angestammten Günter verdrängt. Danach kam er zwar durchaus regelmäßig zu Jokereinsätzen, spielte aber selten mehr als 15 Minuten. Man hat bei ihm durch seine Dynamik und Dribbelstärke immer das Gefühl, dass etwas gehen könnte, letztendlich hält sich seine Durchschlagskraft aber doch meistens in Grenzen. Wurde außerdem ebenfalls einige Wochen von einer Verletzung außer Gefecht gesetzt. Alles in allem werden inzwischen doch Zweifel laut, ob er den Durchbruch noch schafft.

Awards:

MVP: Doan
Gerade weil in der Offensive so wenig ging, mussten immer wieder einzelne Spieler den Offensivoutput mehr oder weniger alleine schultern. Und Doan machte das wirklich herausragend, und entdeckte gegen Ende der Saison sogar noch seine Kopfballstärke. Dazu auch überraschend defensivstark. Bemerkenswert, dass er trotz Asienmeisterschaft bis zum Ende in starker Form war.
Honorable Mention: Sallai (war offensiv quasi der Doan der Hinrunde, baute aber gegen Ende ziemlich ab, und hatte auch nicht den Defensivoutput von Doan)

Unsung Hero: Eggestein
Macht wenig spektakuläres, ist aber zusammen mit Höfler diametral wichtig für die Stabilität des Freiburger Spiels und war in dieser Saison der etwas konstantere der Beiden. Inzwischen auch Ersatzkapitän.
Honorable Mention: Gulde. Gulde hat die undankbare Aufgabe, dass es eigentlich immer ein schlechtes Zeichen ist, wenn er spielen muss, denn das ist in der Regel nur der Fall, wenn Ginter oder Lienhart ausfallen (zumindest in der Viererkette). Da das in dieser Saison aber bekanntermaßen oft der Fall war, kam er auch zu entsprechend vielen Einsätzen - und machte seine Sache meist sehr solide. Wirklich zu 100% ersetzen konnte er die beiden natürlich nicht, insbesondere im Aufbau dennoch immer sehr verlässlich.

Moment der Saison:
Muss natürlich der Abschied von Streich sein.
Ein weiterer Moment im positiven Sinne wäre wie Tilman bereits erwähnt hat das entscheidende Tor gegen Lens, wenn man einen negativen Moment sucht würde ich mich für die letzten 10 Minuten im Rückspiel gegen Wolfsburg entscheiden, das war doch extrem frustrierend.

Enttäuschung der Saison: Grifo
War einer der wenigen die nie verletzt waren, und hat auch dementsprechend viele Minuten gemacht. Trotzdem teilweise erschreckend wenig Output, insbesondere die Standards unerklärlicherweise weit unter seinem üblichen Standard (no pun intended) Warum er den Freistoß in der 92. gegen Heidenheim unbedingt direkt aufs Tor ziehen musste bleibt sein Geheimnis. Auch defensiv mit Schwächen. Positiv: weiterhin sehr sicherer Elfmeterschütze, hat sich außerdem trotzdem immer reingehängt.
Honorable Mentions: Gregoritsch (schwache Chancenverwertung), HartenSaier (Transferphasen)

Ich weiß, der Rasenfunk vergibt eigentlich keine Negativpreise, und eigentlich finde ich das bei Spieltagskonferenzen auch gut so, dennoch gehört zu einem Saisonrückblick für mich auch zu erwähnen, wer nicht so performt hat wie erhofft.

Ups ist einiges länger geworden als geplant, hoffe es ist noch einigermaßen lesbar.

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Auch von mir noch etwas Input zum Royal, wobei vieles von den Vorredner schon fantastisch herausgearbeitet wurde.

Altersstruktur
Laut der Sportdaten bei Spiegel Online hatte der SC in dieser Saison ein Durschnittsalter von 25,7 Jahren. Nur vier Vereine haben ältere Teams gestellt. Eine potentielle Stammelf mit Kübler, Ginter, Günter, Höfler, Grifo, Höler und Gregoritsch würde in der kommenden Saison aus sieben Spielern Ü30 bestehen (mit Gulde wären es acht). Dies wirkt zumindest untypisch für den SC. Das ist jetzt nur mal eine Beobachtung, wahrscheinlich erklärt es für die letzte Saison auch nicht so viel. Wahrscheinlich ist es eher für die kommende Saison von Bedeutung, dass man sich wohl dosiert wird überlegen müssen, wie man einen kleineren Umbruch auf dem Platz hinbekommt, wenn schon der große auf der Trainerbank stattfindert.

Hinrunde versus Rückrunde
Falls ich nicht irgendwas übersehen habe, war das die siebte Saison in Folge, in der der SC punktetechnisch schlechter in der Rückrunde als in der Hinrunde war. Manchmal nur ganz marginal, manchmal aber auch sehr deutlich. Meine konkrete Frage dazu: ist das eher ein statistischer Zufall oder kann das ggf. auch strukturelle und sportliche Gründe haben?

Chancenverwertung
Geht man nach den xgoals bei understat.com, gehört der SC zu den Mannschaften, die am meisten haben liegen lassen vor dem gegnerischen Tor in dieser Saison. Vor allem Gregoritsch und Sallai haben in dieser Saison hinsichtlich der xgoals underperformed. Fehlte dem SC also vor allem ein Goalgetter oder waren es nicht doch eher Tempo und Kreativität, die der SC dringend benötigt?

Was machen mit Platz 10?
Wie kann man nun den zehnten Platz vor dem Hintergrund der Entwicklung der letzten Jahre, der auch bei den Spielern selbst offensichtlich steigenden Erwartungen, des Wachstums des Vereins generell, der Ausfälle in dieser Saison oder der Doppelbelastung mit EL bewerten? Letztlich angemessen und Rückkehr zur Normalität? Oder am Ende doch etwas enttäuschend? Bin selbst noch unschlüssig. Zumindest das Offensivspiel der Rückrunde lässt sich nicht nur mit Doppelbelastung oder Ausfällen erklären. Insgesamt glaube ich aber, dass Platz 10 irgendwo auch angemessen ist und sich fast korrekter anfühlt als ein europäischer Startplatz im nächsten Jahr.

So, sind jetzt „nur“ 4 Punkte geworden, reicht aber auch. :slight_smile:

MVP: Eggestein (und irgendwo auch Ginter und Lienhart insofern, als dass durch ihr Fehlen ganz klar wurde, wie wichtig sie sind)

Unsung Hero: Gulde

Moment der Saison: das Interview von Streich bei Sky vor dem letzten Spiel gegen Union (natürlich neben dem Heimspiel gegen Lens)

Und einfach weil ich sie noch erwähnen will: Röhl und Atubolu als Most Improved Player :wink:

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Danke für euren Input, Folge ist im Kasten.

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